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Man mag es ja immer noch nicht so recht glauben, dass Jürgen Drews im April seinen 75. Geburtstag feierte. Das immer noch recht volle Haar, die Dauerpräsenz bei allem, was mit Schlager und Party zu tun hat, das strahlende Lächeln – da denkt man nicht unbedingt ans Greisenalter. Man möchte ihm glatt die Vorab-Single aus dieser Veröffentlichung entgegenschmettern: „Oh-eh-oh-ho-eh-ho! Unfassbar!“ So sang er es Ende März, als das „Best-Of“ offiziell angekündigt wurde. Der zweite Vorabsong zeigte dann jedoch ein wenig besser, was uns hier erwartet: Auf „We’ve Got Tonight“ singt er im Duett mit seiner Tochter Joelina Drews, die unter dem Namen Joedy an ihrer eigenen Karriere arbeitet und zum Beispiel die Pop-Rap-Single „Hangover“ am Start hat. Hier werfen sich beide in eine emotionale Ballade zwischen Pop und Schlager.

Jürgen Drews weiß aber, dass vor allem die Schlager- und Malle-Party-Fans ihm die Treue halten und hat sich deshalb mit einigen spannenden Kolleginnen und Kollegen zusammengetan, um seine eigenen Hits noch einmal aufzupeppen. „Ich bin der König von Mallorca“ schmettert er zum Beispiel mit dem legitimen Thronfolger Micky Krause, „Barfuß durch den Sommer“ geht’s mit einem, der sonst eher durch Schnee stiefelt – DJ Ötzi nämlich. Das natürlich unvermeidliche und immer noch heiß geliebte „Bett im Kornfeld“ wird zum Generationentreffen: Ben Zucker raspelt mit seiner unvergleichlichen Stimmung ein paar Kornähren extra weg. Emotionaler wird es, bei den Schlager-Kombis: „Kornblumen“ überreicht er mit Stefan Mross an der Seite, „Wir ziehn heut Abend aufs Dach“ wird zum Männerabend mit Bernhard Brink, „Es war alles am besten“ finden Drews und Howard Carpendale und „Irgendwann Irgendwo Irgendwie“ holt die unvergleichliche Kerstin Ott an Bord, die in den letzten Jahren die Schlagerwelt endlich ein wenig bunter gemacht hat. Unerwartetes Highlight dieser Sanges-Gipfeltreffen: „Mexico“, für das der Jürgen den Otto (Waalkes) gewinnen konnte. Das haben sicher nicht alle kommen sehen …

Der etwas reißerische und aus den Untiefen der Marketing-Vokabel-Hölle stammende Titel „Das Ultimative Jubiläums Best-Of“ geht an dieser Stelle also durchaus klar, weil das Produkt tatsächlich für alte und neue Fans außergewöhnlich ist. Jetzt wünschen wir uns schon mal die große Werkschau zum 80., wo dann auch die wahren Perlen zu finden sind: „Don’t Want Nobody“, das er unter dem Namen J.D. Drews 1980 in Amerika rausbrachte und es damit auf Platz 79 der Billboard-Charts schaffte, oder die Lieder, die er mit der Produzentenlegende Giorgio Moroder einst aufnahm – diese abenteuerfreudige Seite hat nämlich noch ein paar Perlen versteckt …

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