- Bildquelle: Olaf Heine © Olaf Heine

Es ist schon länger ein Irrglaube, dass Rea Garvey „nur“ ein guter Singer-Songwriter und ehemaliger Rockbandleader ist. Man weiß inzwischen, dass er als Juror bei „The Voice Of Germany“ erstaunliche Entertainer-Qualitäten hat und dabei ein sehr weiser Coach ist. Man weiß ebenso, dass Reas reibeisige Rock-Stimme selbst in modernen, tanzbaren Popsongs eine gute Figur macht. Bei einem seiner erfolgreichsten Songs „Is It Love?“ teilt er sich die Vocals sogar mit Deutsch-Rap-Urgestein Kool Savas. Und wer sich ganz genau auskennt, weiß auch, dass Rea schon 2001 für den Loveparade-Episodenfilm „be.angeled“ von Roman Kuhn den Titelsong auf Musik von Jam & Spoon gesungen hat. 

Es sollte also nicht sonderlich überraschen, wenn die Songs aus seinem aktuellen Solo-Album „Hy Brasil“ stilistisch mutige Wege gehen. Da seine Stimme den Laden aber souverän zusammenhält, macht man das nur zu gerne mit. Und selbst wer seinen Rea am liebsten nur mit Stimme und Gitarre bewaffnet auf einer kleinen Bühne vor sich hat, muss zugeben, dass „The One“ im VIZE-Remix sehr frisch klingt. Es sei ein Lied für seine Tochter, sagte Rea in einem Interview. „Ich liebe meine Tochter über alles, respektiere sie und wünsche mir das auch von dem Mann an ihrer Seite. Mit dem Song möchte ich ihr sagen, dass diese Entscheidung nicht überstürzt werden muss und dass sie, wie bei so vielen im Leben, einfach auf ihr Herz hören soll. Sie wird es wissen, wer der Richtige in ihrem Leben ist.“ Während andere mit Reas Stimme so was in eine erdige Ballade gepackt hätten, sorgt er dafür, dass seine Tochter diesen Song auch mit ihrer Clique im nächsten Festivalsommer hören kann. Dafür holte er sich das Berliner Duo VIZE an Bord, das schon lange ein Abo auf perfekt produzierte Finger-in-die-Luft-EDM-Clubhits hat. Hier führen sie Reas Rockorgan mit ihrer Klangwelt zusammen. 

„Talk To Your Body“ ist ein weiteres Beispiel für seine Vielseitigkeit. Ein moderner Popsong, der den Körper sanft in Bewegung versetzt und ein wenig klingt, als hätte sich Rea mit seinem Team die Hitsingles des letzten Ed-Sheeran-Albums etwas genauer angeschaut. Aber eine plumpe „Shape of You“-Kopie hört man hier mitnichten – dafür sorgen die sphärischen Breaks, in denen manchmal nur Reas Stimme durch den Song hallt. 

Das offizielle Video