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Es ist ja immer so eine Sache mit diesen Album-Editionen, die ab Herbst in die Regale, Online-Shops und Streaming-Portale wandern. Nicht selten haftet einer solchen Aufbereitung der unangenehme Duft der Geldmacherei zum Weihnachtsfest an. Der „Winter Edition“ des Erfolgsalbums von Thomas Anders und Florian Silbereisen kann man das allerdings nicht vorwerfen: Denn die beiden Schlagerstars legen mal eben 14 neue Songs mit drauf – und damit schon zwei Songs mehr, als andere Künstler sonst für ein reguläres Album einspielen.

 

Neben den von der regulären Version bekannten Hits wie „Sie sagte doch sie liebt mich“, „Sie hat es wieder getan“ oder „Freunde wie wir“, die allesamt voll auf Partytauglichkeit zielten, wird es zum Winter hin ein wenig bedächtiger – was den beiden Schlager-Gentlemen ebenso gut steht. „Die schönste Zeit des Jahres“ besingt die „totale Winter-Emotion“ und eine idyllische Winterkulisse, wie man sie dank Erderwärmung hierzulande wohl maximal noch die nächsten 15 Jahre genießen kann. Was die beiden auf „Früher lag an Weihnacht‘ richtig Schnee“ tatsächlich auch am Rande thematisieren, wobei diese charmante Ballade auf das nostalgische Grundgefühl zielt, dass früher „einfach mehr Lametta“ war. „Dies‘ Jahr (strahlen alle Lichter heller)“ wiederum zeigt einen fast trotzigen Optimismus, der das diesjährige Weihnachtsfest – das ja vermutlich weniger gesellig ausfallen muss als sonst – als Chance begreift.

 

Und wo wir schon am Jahresende sind: Für den Ausklang auf dem heimischen Balkon gibt es den „Silvester Song“ der beiden namens „Wenn Raketen steigen“. Ein klassisches Liebeslied, das bedeutend länger am Himmel funkelt als die günstigen Raketen aus dem Supermarkt. Und wer den Alltime-Klassiker „Fairytale of New York“ ein wenig über hat, der sich ja alle Jahre wieder durch die Weihnachtsradioprogramme schunkelt, oder es lieber schlageresk statt irisch-folkig mag, der kann sein Herz an „Winter in New York“ wärmen: Ein Lied, das klingt wie eine vertonte Weihnachtsfolge von „Sex and the City“.

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