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Der US-Schauspieler Jussie Smollett könnte vom Opfer zum Beschuldigten werden: Der Star aus der Serie "Empire" soll einen rassistischen und homophoben Angriff auf ihn erfunden haben. Das berichteten US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf Ermittler. Der Fall hatte über die USA hinaus Aufsehen erregt. Prominente wie der frühere Vize-Präsident Joe Biden, die Schauspielerin Emma Watson und der Sänger John Legend hatten sich nach der vermeintlichen Prügelattacke hinter Smollett gestellt.

Der afro-amerikanische und offen schwule Schauspieler hatte Ende Januar bei der Polizei in Chicago angegeben, er sei von Unbekannten angegriffen und beleidigt worden. Die beiden Angreifer hätten die Parole von Donald Trump, "Make America Great Again", gebrüllt. Smollett hatte auch öffentlich über die mutmaßliche Attacke gesprochen. Der 36-Jährige spielt seit 2015 in der Dramaserie "Empire" den talentierten R&B-Sänger Jamal Joseph Lyon. Außerdem war er 2017 im Science-Fiction-Film "Alien: Covenant" zu sehen.

Smollett soll "Täter" bezahlt haben 

Zweifel an Smolletts Aussagen seien nach der Festnahme zweier Brüder aufgekommen, berichteten nun US-Medien. Die Polizei prüfe Vorwürfe, wonach Smollett die beiden Afroamerikaner dafür bezahlt haben soll, einen Angriff vorzutäuschen. Bilder des vermeintlichen Vorfalls, etwa von einer Überwachungskamera, gebe es nicht, ebenso wenig wie Zeugenaussagen. Die Brüder, die Smollett persönlich kennen sollen, seien unweit des vermeintlichen Tatorts gefilmt worden. Die Polizei habe sie befragt und später wieder freigelassen.

Der Schauspieler habe die Darstellung der Brüder zurückgewiesen. Für ihren Mandanten gelte die Unschuldsvermutung, teilten Smolletts Anwälte laut US-Medien mit. Sollte er wegen falscher Angaben bei der Polizei für schuldig befunden werden, könnte Smollett eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren drohen. Die "Empire"- Produzenten 20th Century Fox Television und Fox Entertainment kommentierten die neue Entwicklung in dem Fall laut US-Medien zunächst nicht. Zuvor hatten sie den Schauspieler noch unterstützt, hieß es.