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Mindestens zwei Menschen sind beim Einsturz zweier baufälliger Wohnhäuser im Zentrum von Marseille leicht verletzt worden. Es werden Todesopfer befürchtet. Am Montag wurde vergeblich nach möglicherweise Verschütteten gesucht. Der Wohnungsminister Julien Denormandie sprach vor der Presse von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Wie mehrere Medien berichteten, zerstörten Einsatzkräfte am Montagabend ein drittes Gebäude, das ebenfalls einzustürzen drohte. Ermittler prüfen, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Die beiden Häuser waren am Montagmorgen in der südfranzösischen Hafenstadt eingestürzt. Bei den beiden Verletzten handelte es sich um Passanten. Dutzende Anwohner anliegender Wohnungen wurden in Sicherheit gebracht. Die eingestürzten Häuser standen in einer kleinen Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt. Eines der Häuser stand nach Angaben der Behörden leer, weil es baufällig war. In dem anderen Gebäude, in dem ebenfalls Bauarbeiten anstanden, lebten Minister Denormandie zufolge rund zehn Menschen. "Das sind die Menschen, nach denen wir jetzt suchen", sagte der Minister weiter.

"So wenig Todesopfer wie möglich finden"

"Was zählt ist, dass wir so wenig Todesopfer wie möglich finden", sagte der Bürgermeister von Marseille, Jean-Claude Gaudin, mehreren Medien zufolge. Allerdings gehe er davon aus, dass man Tote finden werde. Die Suche nach möglichen Opfern soll die ganze Nacht über fortgesetzt werden.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach den Betroffenen am Montagabend sein "Mitgefühl und die Solidarität der Nation" aus. "Marseille hat gelitten und leidet immer noch", sagte der Präsident in einer Rede in Pont-à-Mousson nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Auf Fotos und Videos des Unglücksorts waren nur noch Schutt und Trümmer zu sehen. In der engen Gasse lagen Geröllberge. Dutzende Rettungskräfte suchten mit Hunden nach möglichen Opfern. Auf Fotos auf Google Maps war zu sehen, dass die beiden Häuser große Risse an den Fassaden hatten. «Dieser dramatische Unfall könnte auf die heftigen Regenfälle zurückzuführen sein, die in den vergangenen Tagen auf Marseille gefallen sind», hieß es von der Stadt.

Wohnungspolitik der Stadt

Mehrere Oppositionsvertreter monierten die Wohnungspolitik der Stadt. "Es sind die Häuser der Armen, die zusammenstürzen - und das ist kein Zufall", sagte etwa der führende Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon nach Angaben mehrerer Medien. Mélenchon hat in Marseille seinen Wahlkreis und war am Montag zum Unglücksort gereist.

Augenzeugen berichteten, dass zum Zeitpunkt des Einsturzes Menschen in einem der Gebäude waren, hieß es bei AFP. «Ich wohne nebenan. Als ich ferngesehen habe, habe ich ein lautes Geräusch gehört, aber keine Explosion. Dann war da eine Rauchwolke», sagte ein Nachbar AFP. Der Eigentümer einer Wohnung in einem der eingestürzten Häuser erzählte demnach, dass in dieser Woche Arbeiten an dem rund 200 Jahre alten Haus geplant gewesen seien.