- Bildquelle: dpa © dpa

Angesichts der sich verschärfenden Währungs- und Wirtschaftskrise hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein Volk dazu aufgerufen, ausländische Devisen und Gold gegen Lira einzutauschen, um den Sturzflug der heimischen Währung zu bremsen. "Wenn ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfpolster habt, geht zur Bank und tauscht es. Dies ist ein nationaler Kampf."
Für einen Dollar wurden zeitweise 6,87 Lira fällig, zu Monatsbeginn waren es weniger als 5 Lira. Zuletzt hatten neue US-Sanktionen der türkischen Währung schwer zugesetzt. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag angeordnet, die Zölle auf Stahl aus der Türkei von diesem Montag an auf 50 Prozent zu verdoppeln und damit die türkische Wirtschaft bewusst stark unter Druck gesetzt. 

Erdogan sagte erneut, die Lösung liege darin, die Zinsen zu senken und mehr zu produzieren. Er liegt damit seit Jahren diametral entgegengesetzt zur gängigen Wirtschaftslehre, wonach Zinserhöhungen die Währung stärken und die Inflation bekämpfen. Die Inflation hat in der Türkei inzwischen die 15-Prozent-Marke überstiegen.

Erdogan will Gegnern die "Hände brechen"

Erdogan sagte in Rize: "Wir wissen sehr wohl, dass es auf die Dollar, Euro oder das Gold ankommt. Das sind die Kugeln, Granaten, Raketen eines Wirtschaftskrieges, der gegen unser Land geführt wird." Er drohte damit, denen "die Hände zu brechen, die diese Waffen abfeuern".

Im Zentrum des Streits zwischen den USA und der Türkei stehen zwei Geistliche: Washington fordert die Freilassung des US-amerikanischen Pastors Andrew Brunson, der wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest steht. "Schande, Schande! Sie ziehen einen Pastor einem strategischen Nato-Partner vor", sagte Erdogan am Samstag vor Anhängern in der Provinz Ordu am Schwarzen Meer. Ankara wiederum verlangt bisher vergeblich die Auslieferung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen, den Erdogan für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht.