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In die diplomatischen Bemühungen um eine atomare Abrüstung Nordkoreas kommt Bewegung. Nach den Gesprächen von US-Außenminister Mike Pompeo mit Machthaber Kim Jong Un am Sonntag in Pjöngjang rechnet Südkoreas Präsident Moon Jae In damit, dass auch Chinas Präsident Xi Jinping bald nach Nordkorea reisen wird. Ferner werde Kim in Russland erwartet, so Moon am Montag. Es gebe des weiteren die Möglichkeit eines Gipfels zwischen Nordkorea und Japan.

Termine nannte Moon nicht. Seine überraschenden Äußerungen auf einer Kabinettssitzung folgten auf ein Treffen mit Pompeo, der ihn über seine Gespräche in Pjöngjang unterrichtet hatte. In einem Entgegenkommen lud Nordkoreas Machthaber dabei ausländische Inspekteure zum Atomtestgelände Punggye-Ri ein, um zu überprüfen, dass das Gelände im Mai auch wirklich "unumkehrbar unbrauchbar" gemacht worden ist, wie das US-Außenministerium berichtete.

Zweites Treffen mit Trump

Von chinesischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung über eine bevorstehende Nordkorea-Visite von Xi Jinping, der Kim in diesem Jahr zweimal in China empfangen hatte. Auf der letzten Station seiner Ostasien-Reise wurde Pompeo am Montag in Peking erwartet, um auch die chinesische Führung über seine Gespräche zu informieren. Er dürfte von dem wichtigen, für Außenpolitik zuständigen Politbüromitglied Yang Jiechi und Außenminister Wang Yi empfangen werden.

Pompeo hatte eine positive Bilanz seiner "guten, produktiven Gespräche" mit Kim gezogen. Nordkoreas Machthaber selbst sah auch Fortschritte und äußerte die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump. Details sollen jetzt Regierungsbeamte aushandeln. Kim zeigte sich überzeugt, dass "früher oder später" ein "gutes Programm" für das Treffen vorliegen werde, wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitierte.

Bisher keine konkreten Zusagen

Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha äußerte sich positiv über Pompeos Gespräche in Pjöngjang: "Es sieht so als, als wenn sie gute Ergebnisse gebracht haben." Auf eine Frage, ob ein zweiter Gipfel vor der wichtigen Kongresswahl in den USA Anfang November stattfinden könne, sagte die Ministerin nur, alle Möglichkeiten seien offen. Das US-Außenministerium in Washington berichtete nur, beide Seiten hätten "Optionen für den Ort und den Termin weiterentwickelt".

Bei seinem historischen Gipfel im Juni mit Trump in Singapur hatte Kim seinen Willen zur atomaren Abrüstung bekräftigt. Er hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wie und bis wann abgerüstet werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. Trump hatte Sicherheiten in Aussicht gestellt.