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Nach dem möglichen Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sollen die mutmaßlichen Täter wegen Terrorismus und Landesverrat angeklagt werden. "Die Täter und ihre direkten Helfer wurden identifiziert", sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab am Montag. Bislang seien sechs Verdächtige festgenommen worden. Nach den Hintermännern werde noch gesucht.

Nach Regierungsangaben hatten die Täter am Samstag während einer Militärparade versucht, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede hielt. Der Staatschef blieb unverletzt. Sieben Nationalgardisten erlitten nach offiziellen Angaben teils schwere Verletzungen.

Anschlag per Drohne

Zwei der Verdächtigen hätten die Drohnen von einem Auto aus gesteuert, sagte Generalstaatsanwalt Saab. Eine bisher unbekannte Widerstandsgruppe "Soldados de Franelas" (Flanell-Soldaten) reklamierte den Anschlagsversuch für sich. Wer die Mitteilung verfasste und ob es diese Gruppe wirklich gibt, ließ sich nicht überprüfen.

Maduro bezichtigte den scheidenden kolumbianischen Präsidenten, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, der Urheberschaft. "Es gibt klare Beweise für die Beteiligung der Regierung des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos", sagte der autoritär regierende Sozialist. "Die Mörder und Terroristen wurden von kolumbianischen Trainern ausgebildet."

"Können uns nichts anhaben"

Santos wies die Vorwürfe zurück. "An Präsident Maduro: Machen Sie sich keine Sorgen", schrieb er auf Twitter. "Ich hatte am Samstag Wichtigeres zu tun. Wir haben meine Enkelin Celeste getauft." Am Dienstag sollte Santos die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Iván Duque übergeben.

Zahlreiche Regierungsanhänger gingen am Montag in Caracas auf die Straße, um den regierenden Sozialisten ihre Unterstützung zu versichern. "Es besteht kein Zweifel, dass hinter dem Anschlagsversuch die kolumbianische Oligarchie steckt, der nordamerikanische Imperialismus", sagte der Vorsitzende der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello. "Sie hassen uns, aber sie können uns nichts anhaben."