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Türkische Sicherheitskräfte haben erneut viele angebliche Staatsfeinde festgenommen. Am Dienstag hätten sie in landesweiten Razzien rund 140 Menschen inhaftiert, berichtete die regierungsnahe Zeitung "Daily Sabah" am Mittwoch. Alle Betroffenen sollen Verbindungen zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen unterhalten.

Die türkische Regierung macht Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Allein in Istanbul seien in Einsätze gegen mit Gülen verbundene Unternehmen 96 Menschen festgesetzt worden, heißt es in dem Bericht weiter. Insgesamt gebe es 267 Haftbefehle.

Über 200.000 Festnahmen nach Putschversuch

Nach Mitte November veröffentlichten Zahlen des türkischen Innenministeriums hat die Regierung seit dem Putschversuch rund 218.000 Menschen festnehmen lassen. 16 684 der Betroffenen wurden demnach verurteilt. 14 750 befänden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Außerdem hat die Regierung mindestens 140.000 Staatsbedienstete unter dem Vorwurf der Verbindungen zu den Putschisten entlassen. Die Maßnahmen, die weiterhin auch Journalisten, Menschenrechtler und Akademiker treffen, werden international heftig kritisiert.