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Mit völlig ungleichen Ausgangspositionen gehen der FC Bayern München und die TSG 1899 Hoffenheim am Mittwoch (21.00 Uhr) in ihre Partien in der Champions League. Während der deutsche Fußball-Rekordmeister aus München mit einem Sieg gegen AEK Athen einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Königsklasse machen kann, müssen die Hoffenheimer am vierten Spieltag der Gruppenphase bei Olympique Lyon gewinnen, um die Chance auf das Weiterkommen zu wahren. Hoffenheim reist nach drei Bundesliga-Auswärtssiegen in Serie mit breiter Brust nach Frankreich. Der Druck auf Bayern-Trainer Niko Kovac und seine Mannschaft ist nach vier Heimspielen ohne Sieg dagegen groß.

Zuletzt kam das Team am Samstag in der Bundesliga gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus. «Wir marschieren gerade nicht durch die Spiele und können uns aussuchen, ob wir 3:0 oder 4:0 gewinnen. Das sieht man und so fühlt es sich auf dem Platz an», schilderte Thomas Müller.

Ein klarer Erfolg gegen den spielerisch limitierten griechischen Meister soll rechtzeitig vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) für Schwung sorgen. «Wie das Ergebnis sein wird, kann man nicht vorhersehen, aber wir wollen begeisternder auftreten, um diesen Schwung nach Dortmund mitzunehmen», erklärte Müller. Bei einer Niederlage im Spitzenspiel der Bundesliga am Samstag hätten die Bayern bereits sieben Punkte Rückstand auf den Konkurrenten aus dem Ruhrgebiet.

Doch zunächst einmal geht es gegen Athen. Im 100. Europapokalspiel von Stürmer Robert Lewandowski winkt bei einem Sieg das Achtelfinale, falls Benfica Lissabon gegen Ajax Amsterdam verliert. Punkt- und torgleich mit Ajax (7 Punkte, 5:1 Tore) stehen die Münchner an der Spitze der Gruppe E. Die Griechen haben noch keinen Punkt geholt.

Hoffenheim zum Siegen verdammt

Im Hinspiel vor zwei Wochen hatten sich die Bayern in Athen zu einem glanzlosen 2:0-Sieg gemüht. Nationalspieler Leon Goretzka wünscht sich einen Schritt in die richtige Richtung. «Wir spielen vor heimischem Publikum in der Arena, da ist die Lust groß. Da wollen wir guten Fußball zeigen», sagte der 23-Jährige. Im Hinterkopf stecke das Spiel gegen den BVB schon, aber der Fokus gelte dem Mittwoch.

Hoffenheim setzt im Spiel in Lyon auf seine Offensivkraft. Der Bundesligist ist zu seinem ersten Sieg in der Königsklasse verpflichtet, wenn er das Achtelfinale nicht abschreiben will. «Wir können da variieren, wir haben ordentlich Personal vorne», betonte Trainer Julian Nagelsmann.

Der 31-Jährige ist nach dem 4:1-Sieg in Leverkusen guten Mutes: «Am Mittwoch ist uns bewusst, dass wir gewinnen müssen, so gehen wir auch in das Spiel.» Gegen Leverkusen hatte Nagelsmann sein Team auf acht Positionen verändert. «Das ist für Lyon nicht einfach zu analysieren. Die werden sich das Spiel angeschaut haben und da ist es nicht so einfach zu sehen, was wir am Mittwoch machen», sagte er. Gegen die Franzosen wird er wohl wieder kräftig umstellen und Asse wie Spielmacher Kerem Demirbay und den kroatischen Stürmer Andrej Kramaric aufstellen.

Mit bislang nur zwei Punkten bei nur noch einem Heimspiel am 27. November gegen Schachtjor Donezk und dem Gruppenfinale beim englischen Meister Manchester City (12. Dezember) steht Hoffenheim gewaltig unter Druck. Krasse Abwehrfehler hatten beim packenden 3:3 im Hinspiel gegen Lyon einen Sieg der TSG verhindert.

Im Angriff hingegen haben die Kraichgauer in dieser Saison viel zu bieten, auch wenn auch noch zu viele Chancen vergeben werden. Die Neu-Entdeckungen heißen Joelinton und Reiss Nelson. Der Brasilianer Joelinton blüht nach seiner zweijährigen Leihe zu Rapid Wien auf und ist mit acht Treffern in Pflichtspielen der erfolgreichste Torjäger. Der 18 Jahre junge Nelson erzielte in sechs Bundesliga-Spielen fünf Tore und verzückt mit seinen Dribblings und raffinierten Schüssen. Auch Kramaric, mit einem Marktwert von über 30 Millionen Euro Hoffenheims wertvollster Profi, ist nach einem Zwischentief wieder in Form.

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