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Kommentar zum neuen Bayern-Trainer

Heynckes hat Frieden gestiftet

Erster Arbeitstag für Jupp Heynckes: Nach einer großen Präsentation in der Münchner Arena wird der 72-Jährige erstmals wieder auf dem Trainingsplatz stehen.

09.10.2017 14:10 Uhr / Jörg Hausmann
FC Bayern München - Vorstellung Trainer Heynckes
© dpa

Den ersten Frieden hat Jupp Heynckes beim FC Bayern München schon gestiftet: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vertragen sich wieder. Hoeneß kündigte im Rahmen der Vorstellung seines "ziemlich besten Freundes" Heynckes am 9. Oktober 2017 an, die beiden Alphatiere des Rekordmeisters schlügen "ein neues Kapitel der Zusammenarbeit" auf.

Es ist wichtig, gesprochen zu haben

Im Rahmen des Zurückholens des erfolgreichsten Bayern-Trainers aller Zeiten hätten "sehr gute" (Hoeneß) und "überfällige Gespräche" (Rummenigge) zwischen den beiden früheren Mitspielern stattgefunden. Sie haben wieder zueinander gefunden. Heynckes saß als personifizierter Einer auf dem Podium zwischen dem Vorstandschef und dem Präsidenten.

Es stank vom Kopf her und aus der Kabine

Der Fisch stank schon lange vor Carlo Ancelottis Entlassung vom Kopf her. Es ging darum, Philipp Lahm als Sportdirektor zu verpflichten (Rummenigge), oder Max Eberl zu holen (Hoeneß). Es ging darum, wie die Vereinsoberen auf ein kritisches Interview Robert Lewandowskis reagierten. Uneins. Hoeneß gestand reuig ein, mit seiner Meinung die Öffentlichkeit zu sehr bedient zu haben. Diesen Gestank verschlimmerten die unangenehmen Kabinengerüche, die spätestens nach dem 0:3-Debakel von Paris die Luft rund um die Säbener Straße verpesteten.

Wie lange hält der Burgfrieden?

Heynckes wird und muss insofern als Raumduft wirken. Als 72-Jähriger, der sich so aber weder geistig noch körperlich fühlt, weiß er genau, welches Klima zum Erfolg führt. Wenn Hoeneß und Rummenigge ihre gemeinsame Freude über Heynckes' Comeback konservieren, dann wird auch die Suche nach dessen Nachfolger ein harmonischer Findungsprozess ohne jede Munition für die sensationsgeile Pressemeute. Allein zum Wohle des FC Bayern.

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