Montagsspiele bleiben zumindest bis 2021  - Bildquelle: (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten© (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Trotz massiver Fanproteste bleibt es in der Fußball-Bundesliga bis zum Ende des Fernsehvertrages 2021 bei fünf Montagsspielen pro Saison. Darauf haben sich die 18 Clubs bei einem Treffen am Freitag in Frankfurt/Main einvernehmlich geeinigt, wie DFL-Vizepräsident Peter Peters der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Bei einem Sondierungsgespräch vor der Ausschreibung der neuen Medienrechte habe man sich zudem darauf geeinigt, dass nach 2021 nicht mehr als fünf Begegnungen am Montagabend ausgetragen werden.

Die Meinung der Fans spiele immer eine Rolle, sagte Peters, betonte aber erneut: «Die Einführung ist aus sportlichen Gründen erfolgt.» Zudem gebe es klare Verträge mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Schutz der Sonntagsspiele bei den Amateuren. Gegen die Montagsspiele hatte es zuletzt massive Fan-Proteste in der Bundesliga gegeben. Für die nationalen TV-Rechte für den Saison-Zyklus von 2017/18 bis 2020/21 kassiert die Deutsche Fußball Liga insgesamt 4,64 Milliarden Euro – rund 1,16 Milliarden pro Spielzeit.

Zuvor hatte Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ein Nachdenken über die oft ungeliebten Montagsspiele gefordert. «Wenn die Fans das aber ablehnen, muss man diese Entscheidung neu überdenken«, sagte er dem Sportbuzzer. Man habe in der Vergangenheit donnerstags in der Europa League gespielt, habe aber am Samstag schon wieder in der Bundesliga antreten müssen. «So etwas darf nicht mehr passieren», sagte der Fußball-Weltmeister von 1990. Für ihn sei es kein Problem nach einem Europa-League-Spieltag am Sonntag wieder anzutreten. «Hier aber gilt es die Interessen des DFB zu berücksichtigen, der weitere Sonntagsspiele ablehnt, um den Amateurfußball zu schützen», räumte Völler ein.

Rauball: "Votum der 36 Clubs war einstimmig"

Die Zersplitterung des Spieltags aufgrund des neuen Fernsehvertrags hatte für Unmut bei vielen Fans gesorgt. Peters bezeichnete es als «unglücklich», dass die deutschen Clubs in der Europa League diese Saison nicht so erfolgreich waren. So gesehen hätte man nicht alle fünf Montagsspiele gebraucht. Man werde sich aber an den bestehenden Vertrag der laufenden Rechte-Periode halten.

Die DFL hatte sich stets darauf berufen, dass die Einführung der Spiele zu Wochenbeginn nicht aus kommerziellen Gründen erfolgt sei, sondern vor allem der Regeneration jener Mannschaften diene, die am Donnerstag in der Europa League antreten: Auf die fünf Montagsbegegnungen würden weniger als ein Prozent der Medienerlöse fallen. Dass es auch langfristig nicht mehr Spiele werden, dazu gebe es ein «ganz klares Bekenntnis» der Erstligisten, so Peters. Er verwies auch darauf, dass die 2. Liga, deren Vertreter sich am kommenden Freitag treffen, durch die fünf Montagsspiele im Oberhaus entlastet worden sei.

Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte schon im März die Vereine in die Pflicht genommen und darauf verwiesen: «Das Votum der 36 Clubs war einstimmig. Es ist deshalb die Aufgabe der Clubs, sich zu ihrer Entscheidung zu bekennen und die Faktenlage wahrheitsgetreu ihrer Fanbasis zu vermitteln.»

Bisher haben Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig, Borussia Dortmund gegen FC Augsburg und Werder Bremen gegen den 1. FC Köln am Montagabend gespielt. In Frankfurt hatte es heftige, aber friedliche Proteste vor dem Anpfiff gegeben. Die Partie in Dortmund hatten mehr als 25 000 Fans boykottiert. Am kommenden Montag (20.30 Uhr) tritt Leipzig, das als einziger deutscher Club noch in der Europa League vertreten ist, gegen Leverkusen an. Am 16. April spielt der FSV Mainz 05 zu Wochenbeginn gegen den SC Freiburg.