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Welch ein Triumph für Megan Rapinoe und die US-Fußballerinnen! Erst zappelte die kurz zuvor ausgewechselte Frontfrau nervös an der Seitenlinie, doch pünktlich mit dem Abpfiff stürmte sie mit den Reservespielerinnen auf den Rasen und fiel ihren Teamkolleginnen nach dem vierten WM-Titel für die USA jubelnd in die Arme. Wenig später präsentierte die 34 Jahre alte Rapinoe am Sonntag strahlend nicht nur den WM-Pokal, sondern auch den Goldenen Ball für die besten Spielerin des Turniers und den Goldenen Schuh für die beste Torschützin.

Um 17.15 Uhr reckte US-Legende Carli Lloyd den von FIFA-Präsident Gianni Infantino und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überreichten Silberpokal in den Himmel von Lyon.

Zuvor hatte Rapinoe die USA zum vierten WM-Sieg nach 1991, 1999 und 2015 geführt. Das Team von Trainerin Jill Ellis setzte sich im Finale mit 2:0 (0:0) gegen Europameister Niederlande durch und verteidigte den vor vier Jahren in Kanada gewonnenen Titel. Zwei WM-Erfolge hintereinander gelangen zuvor nur der deutschen Auswahl 2003 und 2007. Vor 57 900 Zuschauern erzielten Rapinoe (61. Minute/Foulelfmeter) und Rose Lavelle (69.) die Treffer zum letztlich verdienten Erfolg gegen die Oranjeleeuwinnen, die im Endspiel der achten Frauen-WM lange gut mithielten.

Bereits am Samstag hatte sich Deutschland-Bezwinger Schweden in Nizza mit 2:1 gegen England im Spiel um Platz drei durchgesetzt und Freudentränen vergossen. Kosovare Asllani (11.) und Sofia Jakobsson (22.) bescherten den Skandinavierinnen bei einem Gegentor von Fran Kirby (31.) die Bronzemedaille. "Wir haben sehr viel erreicht", sagte Torschützin Asllani voller Stolz. "Niemand hätte gedacht, dass wir einen Olympia-Startplatz oder die Bronzemedaille holen."

Widerstand bricht erst in Halbzeit zwei

Mit der von einer Oberschenkel-Blessur genesenen Rapinoe in der Startelf wollten die Amerikanerinnen von Anfang Druck ausüben, fanden aber lange nicht wie gewohnt ins Spiel. So gelang erstmals bei dieser WM kein Tor in der ersten Viertelstunde, auch weil die Niederländerinnen kompakt und aufmerksam verteidigten. Nach Ballgewinnen schalten sie schnell um und suchten selbst den Weg nach vorn. Immer wieder versuchten Sherida Spitse und Lieke Martens, die trotz Zehenblessur spielte, die schnellen Stürmerinnen Vivianne Miedema und Lineth Beerensteyn in Szene zu setzen. Doch alles Daumendrücken von König Willem-Alexander half am Ende nichts.

Bei 31 Grad im Stade de Lyon dauerte es bis zur 28. Minute, ehe die US-Girls sich die erste große Chance der Partie erspielten. Im Fallen prüfte Julie Ertz Oranje-Torhüterin Sari van Veenendaal, die danach mehr und mehr in den Blickpunkt rückte. Bei einer Doppelchance von Starstürmerin Alex Morgan (38./40.) parierte die 29-Jährige vom WFC Arsenal prächtig und verhinderte den Rückstand vor der Pause.

Als Stefanie van der Gragt nach gut einer Stunde Morgan bei der Ballannahme im Strafraum regelwidrig attackierte, schaute sich die französische Schiedsrichterin Stephanie Frappart die Szene nach Rücksprache mit dem Video-Referee noch einmal an und entschied zu Recht auf Elfmeter. Rapinoe verwandelte auch ihren dritten Turnierelfmeter sicher und brachte ihr Team so auf die Siegerstraße. Wie US-Stürmerin Alex Morgan und die Engländerin Ellen White traf Rapinoe damit in Frankreich sechsmal, benötigte dafür aber die wenigsten Spielminuten und sicherte sich den Goldenen Schuh.

Mit dem 2:0 durch einen unhaltbaren Distanzschuss von Lavelle war der Widerstand der Niederländerinnen endgültig gebrochen. Allein Torhüterin van Veenendaal konnte sich noch einmal freuen, als sie mit dem Goldenen Handschuh für die beste WM-Torfrau ausgezeichnet wurde.