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Guido Burgstaller und Mark Uth haben dem FC Schalke 04 mit ihren Premieren-Treffern in der Champions League den Weg ins Achtelfinale geebnet. Der Österreicher Burgstaller nutzte am Dienstagabend einen Patzer von Torhüter Fernando Muslera schon in der 4. Minute zur Führung des Fußball-Bundesligisten, ehe Uth (57.) den verdienten 2:0-(1:0)-Erfolg gegen Galatasaray Istanbul perfekt machte. Nach dem ersten Sieg im vierten Duell mit dem türkischen Meister hat der Revierclub vor den beiden abschließenden Gruppenspielen beste Aussichten, erstmals seit der Saison 2014/2015 wieder in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen.

Schalke hat nun acht Punkte - vier Zähler mehr als Istanbul - und kann mit zwei Remis oder bereits mit einem Sieg am 28. November bei Spitzenreiter FC Porto (10) das Achtelfinalticket buchen.

Selbstvertrauen bringt Leichtigkeit

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel war "sehr, sehr zufrieden, Man merkt: Wenn das Selbstvertrauen da ist, dann kommt auch die Leichtigkeit. Wir haben heute hochverdient gewonnen", sagte der Manager. "Vielleicht hätte noch das eine oder andere Tor mehr fallen können", meinte Heidel und bilanzierte: "Wir sind noch lange nicht da, wo wir wirklich hinwollen. Aber wir sind auf einem guten Weg."

Drei Tage nach dem überzeugenden 3:1 in der Bundesliga gegen Hannover 96 sah Domenico Tedesco keinen Anlass zur großen Rotation. Der Trainer nahm nur zwei Veränderungen vor: Sebastian Rudy und Burgstaller rückten für Nabil Bentaleb und Suat Serdar ins königsblaue Team.

Schon nach 187 Sekunden lag der Bundesliga-14. nach einem kuriosen Tor vorn: Istanbuls uruguayischer Keeper Muslera bekam den Ball nicht zu fassen und rutschte dann aus dem Strafraum. Burgstaller spitzelte ihm die Kugel ab und traf mit einem gekonnten Schlenzer ins leere Tor - im vierten Spiel durfte der 29-Jährige über seinen ersten Treffer in der Königsklasse jubeln.

Hochverdienter Sieg - zu niedrig?

Amine Harit verpasste vor 54 740 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena das 2:0 aus bester Position (21.), auch Alessandro Schöpf hätte die Führung nach einem schnellen Konter über Breel Embolo und Burgstaller ausbauen müssen (27.). Im Gegenzug vergab Garry Rodrigues für den 21-maligen türkischen Meister die Chance zum Ausgleich - Schalkes Torhüter Alexander Nübel wäre machtlos gewesen.

Doch auch diesmal erwies sich der U21-Nationalkeeper als starker Rückhalt. Nach einem Steilpass des Ex-Schalkers Younes Belhanda klärte er im Herauslaufen ganz stark gegen Henry Onyekuru (17.). Stammtorhüter und Kapitän Ralf Fährmann hatte sich vor dem Ligaspiel gegen Werder Bremen am 20. Oktober verletzt und war seitdem in fünf Pflichtspielen von Nübel vorbildlich vertreten worden.

Schalke machte seine Sache richtig gut, der Sieg war hochverdient - einzige Schwäche: wieder einmal die mangelnde Chancenverwertung. Rudy traf aus der Distanz nur den Pfosten, dann scheiterte Burgstaller an Muslera (39.). Das erlösende 2:0 wollte vor der Pause einfach nicht fallen. Doch dann schlug Uth nach einer Klasse-Vorlage von Burgstaller in den Rücken der Gala-Abwehr zu: Der 27-Jährige hatte vor drei Tagen gegen Hannover sein erstes Pflichtspieltor für das Tedesco-Team erzielt.

Schwarz-Gelb muss die Qualifikation für das Achtelfinale vertagen

Borussia Dortmund hat den Stresstest für den Liga-Gipfel gegen den FC Bayern München nicht bestanden und die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League verpasst. Mit dem 0:2 (0:1) bei Atlético Madrid ging die Erfolgsserie von zuvor 15 Pflichtspielen ohne Niederlage unter der Regie des neuen Trainers Lucien Favre am Dienstagabend zu Ende.

Dank der Treffer von Saul Niguez (33. Minute) und Antoine Griezmann (80.) rehabilitierten sich die Spanier vor gut 60 000 Zuschauern im Stadion Wanda Metropolitano für das 0:4 im Hinspiel und ließen den Dortmundern mit einer kämpferisch enorm starken Leistung keine Chance. "Heute war es eine unnötige Niederlage, weil wir die ersten 20 Minuten den Ball kontrolliert haben. Dann haben wir den Faden verloren, das müssen wir uns ankreiden", sagte Marco Reus bei DAZN.

Vor allem die zuletzt hochgelobte Offensive der Dortmunder enttäuschte. Weder von den beiden Außen Jadon Sancho und Christian Pulisic noch von Torjäger Paco Alcacer gingen Akzente aus. "Wer Atlético kennt, weiß, dass sie brutal gut verteidigen", sagte Reus. "Wir wussten, dass Atlético hier in diesem Stadion eine andere Hausnummer ist", sagte der spät eingewechselte Mario Götze.

BVB trotzdem Tabellenführer

Der Bundesliga-Spitzenreiter BVB bleibt auch nach der ersten Pflichtspielniederlage unter Favre mit neun Punkten Tabellenführer der Gruppe A und kann bereits mit einem Remis im nächsten Spiel gegen den FC Brügge am 28. November den Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-Königsklasse perfekt machen. Eine Rückkehr in die Atlético-Arena wäre nach Dortmunder Geschmack, dort findet am 1. Juni 2019 das Finale der Champions League statt.

Ungeachtet des bevorstehenden Liga-Schlagerspiels gegen die Bayern am Samstag verzichtete Favre in Madrid auf größere Personalrochaden. Seine Stars wie Reus, Axel Witsel oder Alcacer beorderte er in die Startformation, in die auch Außenverteidiger Lukasz Piszczek nach seiner Knieprellung zurückkehrte.

Den Vorsatz der Spanier, sich für das überraschend deutliche 0:4 im Hinspiel vor zwei Wochen zu revanchieren, bekamen die Dortmunder von der ersten Minute an zu spüren. Mit gnadenlosem Pressing nahm Atlético der Borussia jede Möglichkeit für einen ruhigen Spielaufbau. Zwar hatte der BVB viel Ballbesitz, aber Atlético hatte die deutlich besseren Chance. Bei Schüssen von Angel Correa (5./22.) war Dortmunds Torwart Roman Bürki aufmerksam zur Stelle.

Keine Entlastung

Chancenlos war der Schweizer bei Sauls Schuss, den Manuel Akanji noch ins eigene Netz abfälschte. Erstmals hatte die Dortmunder Defensive kollektiv eine Fehlentscheidung getroffen und sich in der Rückwärtsbewegung geschlossen an den Fünfmeterraum bewegt. Saul stand somit rund elf Meter vor dem Tor völlig frei.

Nach dem 0:1 ging die Ordnung beim BVB bedenklich verloren. Atlético hatte deshalb gleich mehrfach die Chance, die Führung zu erhöhen. Bürki parierte gegen Filipe Luis (39.). Kurz darauf schoss Saul völlig frei stehend vorbei. Energisch wie vergeblich forderten die Spanier Strafstoß, als Piszczek Saul wuchtig umgrätschte (43.).

Dortmund gelang es nicht, für Entlastung zu sorgen. Erster Abschluss war ein abgeblockter Schuss von Achraf Hakimi in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Griezmann-Tor beendet BVB-Hoffnungen

Die Atlético-Überlegenheit setzte sich auch nach dem Seitenwechsel zunächst fort. 13:1-Torschüsse lautete die Statistik nach einer knappen Stunde. Bürki hielt den BVB überhaupt noch im Spiel - so bei einer Rettungstat gegen Correa (61.).

Die Chance zum Ausgleich, der die Qualifikation für die K.o.-Phase schon perfekt gemacht hätte, bot sich aber: Nach Flanke von Alcacer köpft der eingewechselte Raphael Guerreiro (65.) über das Tor. Favre brachte noch Götze (73.) für die erhoffte Schlussoffensive. Doch wenige Minuten später beendete Griezmann mit einem perfekten Konter alle BVB-Hoffnungen auf einen Lucky Punch.