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Wenn der Fußball bei der Weltmeisterschaft in Russland über einen gepflegten Rasen rollt, haben deutsche Firmen daran ihren Anteil. Auch dass überhaupt ein Rasen liegt, die Stadien und ihre Technik funktionieren, dafür haben an vielen der elf Spielorte im größten Land der Erde Unternehmen aus der Bundesrepublik gesorgt.

"Wie auch an den vergangenen Weltmeisterschaften in Brasilien und Südafrika haben sich deutsche Unternehmen in Russland erfolgreich an der Vorbereitung des Turniers beteiligt", teilte die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau vor der WM vom 14. Juni bis 15 Juli mit. Mehr als zehn Milliarden Euro lässt sich Russland die bislang teuerste Weltmeisterschaft kosten, und da sind noch nicht einmal alle Infrastrukturprojekte eingerechnet.

Von Siemens bis Dehn+Söhne

Bei den Aufträgen kamen sowohl deutsche Großkonzerne wie Siemens, Bosch oder Knauf als auch Mittelständler zum Zuge. Beispielsweise lieferte das Unternehmen Dehn+Söhne (Sachsen) für 300.000 Euro Technik zum Blitz- und Überspannungsschutz in den WM-Stadien.

Angaben zur Größe der russischen Aufträge wurden in der AHK-Umfrage unter den Mitgliedern kaum gemacht. Der Gesamtwert dürfte unter den 1,5 Milliarden Euro liegen, die in Südafrika bei der WM 2010 für deutsche Firmen abfielen. Trotzdem bezeugten die Aufträge "die Wertschätzung deutscher Produkte und Leistungen in Russland" und das Bekenntnis deutscher Firmen zum Gastgeberland, sagte AHK-Geschäftsführer Matthias Schepp.

Infrastruktur

Zu den größeren Aufträgen dürfte der Beitrag der Herrenknecht AG (Baden-Württemberg) zu Tunnelbohrungen für neue U-Bahn-Stationen an den Stadien in St. Petersburg und Nischni Nowgorod zählen. Das Designbüro Werner Sobek hat Tragwerk und Fassade der teuren Zenit-Arena in St. Petersburg geplant.

Bosch und Siemens haben Gebäude- und Sicherheitstechnik für alle Stadien geliefert, Knauf Baumaterial für den Innenausbau. Von der Firma Orbiter (Bremen) stammen die Sitze der Kameraleute in allen zwölf WM-Stadien.

Sorgenkind adé

Ein Sorgenkind der WM-Vorbereitung war lange Zeit das Stadion in Samara. 22 Kühl-Lastwagen brachten Rollrasen der Firma Pfeiffer über 3.400 Kilometer vom Niederrhein an die Wolga. Er konnte Ende April gerade noch rechtzeitig vor der Abnahme des Stadions durch den Weltfußballverband FIFA verlegt werden.

Unter dem Rasen sind elf Stadien mit Heizungen und Drainagen der Firma Rehau (Bayern) ausgestattet. Oben wird der Rasen in acht Stadien mit Geräten von Wiedenmann (Baden-Württemberg) gepflegt.