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Vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat der Deutsche Gewerkschaftsbund eine positive Bilanz gezogen. "Die Unkenrufe von Arbeitgebern und Wirtschaftsforschern, er werde zu Arbeitsplatzverlusten führen, haben sich nicht bestätigt", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell am Dienstag in Berlin. Der am 1. Januar 2015 eingeführte Mindestlohn habe für viele Beschäftigte mehr Lohn gebracht, den privaten Konsum angekurbelt und so zum aktuellen Aufschwung beigetragen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sei heute auf einem Höchststand.

Es gebe allerdings noch Verbesserungsbedarf. Vor allem sei der Mindestlohn nicht existenzsichernd, müsse also mittelfristig steigen. Zudem müsse mehr kontrolliert werden, da es nach wie vor Betrügereien auf Arbeitgeberseite gebe. "Die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit braucht mehr Personal und muss verstärkt verdachtsunabhängig Stichproben machen können", forderte Körzell.

Hohe Zuwächse im Gastgewerbe

Mit Jahresbeginn 2019 steigt der Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro je Arbeitsstunde. Ab dem 1. Januar 2020 klettert er dann auf 9,35 Euro.

Der DGB verweist bei seiner Bilanz auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und der Bundesagentur für Arbeit. Demnach haben sich sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 positiv entwickelt.

So habe das Plus bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bis Ende September 2018 bei 9,6 Prozent gelegen. Besonders hoch war demnach der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) im Gastgewerbe. Hier betrug das Plus 19,4 Prozent. Auch im Bereich Information und Kommunikation gab es mit 17,8 Prozent überdurchschnittliche Zuwächse.

Ungelernte profitieren besonders

Die Beschäftigten, zumeist Un- und Angelernte, profitierten laut DGB mit einem Lohnplus von 9,4 Prozent seit Einführung des Mindestlohnes. Der Anstieg der Löhne war dabei in Ostdeutschland (14,1 Prozent) stärker als in Westdeutschland (9,0 Prozent).

Zugleich ging die Zahl der Minijobs seit Einführung des Mindestlohns um 7,1 Prozent zurück. Rund die Hälfte der ausschließlich geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse wurde demnach in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt.