- Bildquelle: dpa © dpa

Fehlende Lastwagen-Stellplätze auf Autobahnen sind nicht nur ein Ärgernis für Lkw-Fahrer, sondern zunehmend auch ein Sicherheitsproblem für andere Verkehrsteilnehmer. Davor warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). Schon seit Jahren fordert der Verband mehr Stellplätze. Der Bund habe bereits einiges getan. "Aber das reicht bei weitem nicht aus", sagte Verbandssprecher Martin Bulheller der Deutschen Presse-Agentur. "Das Problem ist nach wie vor akut. Es ist auch ein Verkehrssicherheitsthema", meinte er mit Blick auf eine Reihe von Unfällen in Zusammenhang mit überfüllten Autobahnparkplätzen.

Teils stehen Lastwagen sogar auf Ein- und Abfahrten der Parkplätze oder auf dem Standstreifen. "So etwas gab es früher nicht", betonte Bulheller. Die Fahrer seien in der Zwickmühle. "Das Problem ist: Die Fahrer müssen Lenk- und Ruhezeiten einhalten. Tun sie das nicht, riskieren sie ein Bußgeld. Und bei genug Bußgeldbescheiden ist der Führerschein weg."

300 000 ausländische Lkw unterwegs

Nach Schätzung des BGL sind auf Deutschlands Straßen rund 500 000 einheimische Lastwagen sowie mindestens 300 000 ausländische Lkw unterwegs - Tendenz steigend. Enger werde es auf Rastplätzen auch, weil vor allem Lastwagen aus Osteuropa teils tagelang auf den nächsten Auftrag warteten und so lange die Stellplätze blockierten.

Der Verband schätzt, dass bundesweit zwischen 35 000 und 40 000 Lkw-Stellplätze fehlen. Den genauen Bedarf hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in einer neuen Studie ermittelt, die derzeit vom Bundesverkehrsministerium ausgewertet wird. Der Bericht soll voraussichtlich noch in diesem Sommer veröffentlicht werden. Derzeit gibt es laut Verkehrsministerium rund 51 000 Lkw-Parkmöglichkeiten auf Rastanlagen entlang der Autobahnen.

Der BGL appelliert an Kommunen und Anwohner, Neu- und Ausbauten von Rastanlagen nicht zu verzögern. "Man muss immer berücksichtigen: Lkw-Fahrer sind Menschen wie du und ich und müssen ausgeruht sein. Das erhöht die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer", betonte Bulheller. Der Bund müsse deshalb beim Stellplatzausbau Gas geben. Alle Beteiligten - auch der Bürger als Warenempfänger - müssten an einem Strang ziehen.