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In der Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie droht die Gewerkschaft mit einer härteren Gangart, sollten die Arbeitgeber bis Ende Januar nicht einlenken. «Dann sehen wir, ob es Sinn macht, weiter zu verhandeln, ob es ganztägige Warnstreiks geben wird oder gleich die Urabstimmung über Flächenstreiks», sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der «Passauer Neuen Presse».

Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen an diesem Donnerstag will die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber noch erhöhen. «Wir haben mit den Warnstreiks begonnen und werden diese in den nächsten Tagen noch steigern», betonte Hofmann.

Er warf den Arbeitgebern eine «Angstkampagne» vor, weil diese die Forderung nach Zuschüssen für Beschäftigte, die zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen in Teilzeit gehen, als rechtswidrig bezeichnet hatten. «Das ist Humbug. Es gibt gute Sachgründe, die Bezuschussung auf diesen Kreis der Beschäftigten zu begrenzen.» Sollte Gesamtmetall die Forderungen der IG Metall vor Gericht anfechten, würde dies die Tarifpartnerschaft nachhaltig und für lange Zeit schädigen.

Nächste  Varhandlungsrunde am Donnerstag

Im Kampf um 6 Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten hatte die IG Metall die Warnstreiks am Dienstag kräftig ausgeweitet. Bundesweit legten laut Gewerkschaft 60.000 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder. Die Aktionen sollen schrittweise ausgeweitet werden. An diesem Mittwoch sollen etwa Daimler in Stuttgart, der Lastwagenbauer MAN und Siemens in München bestreikt werden.

Die dritte Verhandlungsrunde für die 3,9 Millionen Metaller in Deutschland beginnt an diesem Donnerstag in Böblingen bei Stuttgart. Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger sagte dem «Handelsblatt», wenn dann «immer noch keine Bereitschaft erkennbar ist, über diese Themen überhaupt ernsthaft zu reden, wird die Situation weiter eskalieren».