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Die Spielwarenbranche profitiert von der guten Wirtschafts- und Beschäftigungslage sowie dem anhaltenden Babyboom. Für dieses Jahr erwarten die Händler stabile Umsätze. Sie gehen davon aus, dass die Deutschen im Jahr 2018 - wie schon in den beiden Vorjahren - 3,1 Milliarden Euro für Spielzeug ausgeben.

"Wenn es gut läuft, werden wir auch ein kleines Umsatzplus haben", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), Steffen Kahnt, am Dienstag in Nürnberg. Das Plus für die Branche mit 11 000 Beschäftigten könne bis zu ein Prozent erreichen. Für die Zukunft ist Kahnt optimistisch: "Es sind jede Menge Kinder geboren worden, die im nächsten Jahr Spielwaren nachfragen werden. Das ist Rückenwind für die Branche."

Ausschlaggebend für dieses Jahr könnten die nächsten drei Wochen werden: Der Advent ist für die Spielwarenhändler die wichtigste Zeit des Jahres. Das Weihnachtsgeschäft macht rund 40 Prozent des Jahresergebnisses aus. Da Heiligabend auf einen Montag fällt, ist die "heiße Phase" in diesem Jahr eher kurz. Die Händler hoffen daher auf gutes Wetter ohne Glatteis und damit "Last-Minute-Einkäufe". Allerdings hätten schon verschiedene Schnäppchen-Aktionen zuletzt viele Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte gelockt.

Es muss nicht immer Elektronik sein

Im Kinderzimmer besonders gefragt sind Klassiker: Spielzeug mit Pferden, Eisenbahnen, Bausteine, kleine Fahrzeuge und Puppen gehören weiter unter den Weihnachtsbaum, ist der Verband überzeugt. "Es muss nicht immer Elektronik dabei sein", sagte Kahnt. Es gefalle auch den Eltern, "wenn die Kids nicht die ganze Zeit auf Bildschirme schauen".

Ein weltweiter Verkaufsschlager sind kleine Sammelfiguren für Mädchen, die als Überraschung eingepackt sind. 1,2 Millionen Stück wurden von Januar bis Oktober in Deutschland verkauft. "Wir Erwachsenen tun uns manchmal schwer mit den Themen und fragen uns: Funktioniert das? Es gibt aber geheimnisvolle Kräfte, die für Erwachsene nicht immer nachvollziehbar sind", sagte Kahnt zur Frage, warum ein bestimmtes Spielzeug zum Hit wird. Auch ein kleines Chamäleon, das Futterstücke schnappt, verkaufe sich gut. "Die Kinder finden es cool, wir haben da nix zu melden."

Baby-Puppen fühlen sich inzwischen realistischer an, und viele von ihnen können - dank eingebauter Sensoren - zudem auf die Kinder reagieren. Sie trinken und lernen sprechen. Selbst Bauklötzchen und Tierfiguren bewegen sich inzwischen oder geben Töne ab - je nachdem, was die Kinder tun - sie etwa anpusten oder anfassen.

Disney und Harry Potter: Film-Merch sehr beliebt

Weiter wichtig für die Branche sind Lizenzen - meist zu beliebten Figuren aus Filmen. Im Schnitt machten sie zuletzt 14,5 Prozent des Jahresumsatzes der Unternehmens aus. Die erfolgreichsten Lizenzspielwaren in Deutschland sind "Star Wars" mit einem Umsatz von 40 Millionen Euro (Januar bis Oktober), gefolgt vom Pixar-Animationsfilm "Cars" und Disneys Eiskönigin (Originaltitel: "Frozen"). Auch mit "Harry Potter", "Jim Knopf" und dem animierten Pferd "Spirit" hätten die Hersteller richtig gelegen. Getrieben werden die Verkäufe hier stets, wenn neue Filme ins Kino kommen.

Auch für das nächste Jahr zeigt sich die Branche optimistisch, wie der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DVSI), Ulrich Brobeil, sagte: "Die Hälfte der Unternehmen erwartet eine bessere Entwicklung." Auf geringem Niveau wollten die Firmen auch weiter Arbeitsplätze schaffen. Als Risiken sehen sie Wechselkursschwankungen und Handelsbeschränkungen. Die Entwicklung in den USA und in China sowie der Brexit könnten zu Belastungen werden. Zudem könnten steigende Mautgebühren und höhere Kosten für Kraftstoff, Personal und Pappe und Papier die Preise steigen lassen.