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"Es geht hier um eine Initiative, wie Qualitätsjournalismus auch künftig finanzierbar ist", sagte der Vizepräsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbandes (ENPA), Valdo Lehari jr., im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Der 65 Jahre alte Verleger des "Reutlinger Generalanzeigers" kämpft seit Jahren für die europaweite Einführung des sogenannten Leistungsschutzrechtes (LSR). Es soll dafür sorgen, dass Internet-Plattformen nicht mehr ohne Weiteres Überschriften und Ausschnitte von Pressetexten anzeigen dürfen. In Deutschland gilt das LSR schon seit dem Jahr 2013. Es führte jedoch nicht zu nennenswerten Geldzahlungen von Konzernen wie Google an die Verlage.

Erst im Juli waren Reform-Pläne zurückgewiesen worden

Das Europaparlament hatte Pläne zur Reform des EU-Urheberrechts im Juli noch zurückgewiesen. In der neuen Sitzung stimmen die Parlamentarier auch über Alternativvorschläge ab. Die Verleger warnen davor, den Entwurf zu verwässern und die Initiative so ins Leere laufen zu lassen. Sie wollen einen Schutz erreichen wie es ihn bereits für Filme, Musik und Fernsehinhalte im Netz gibt.

"Uns geht es darum, dass wir mit den Technologiekonzernen auf Augenhöhe kommen", sagte Lehari, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist. So sollten aus Sicht der Verleger Internetgiganten wie Google, Facebook und Apple eine Vereinbarung mit den Verlagen treffen müssen. Lehari wies Befürchtungen zurück, dass es für private Nutzer zu Einschränkungen komme.

"Zentral ist die Frage, wie Urheber, Autoren künftig beteiligt werden können an den Erlösen. Wenn mehr Erlöse da sind, kann man auch mehr verteilen", sagte Lehari. Mehr als 100 Organisationen, darunter mehrere Nachrichtenagenturen, unterstützen das Anliegen. Dagegen hatten Netzaktivisten in einem offenen Brief die EU-Parlamentarier vor dieser Reform des Urheberrechts und einer Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit gewarnt.