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Ballaststoffarme Lebensmittel bei akuten Darmproblemen

Ob vor einer Darmspiegelung, bei einer Entzündung im Darm oder bei Durchfall - ballaststoffarme Lebensmittel entlasten den Darm. Doch was ist eigentlich ballaststoffarm, welche Nahrungsmittel sind erlaubt und welche nicht? Der SAT.1 Ratgeber verrät's.

23.03.2017 10:00 | 2:24 Min | © Wundermedia

Was sind eigentlich ballaststoffarme Lebensmittel?

Im Gegensatz zu den meisten Nahrungsbestandteilen sind Ballaststoffe unverdaulich. Sie bestehen aus langen Zuckerketten und passieren den Magen-Darm-Trakt, ohne von den Verdauungssäften angegriffen zu werden. Auch wenn Ballaststoffe keine Nährstoffe liefern, sind sie für den Körper wichtig.

Sie haben einen wesentlichen Anteil an der täglichen Verdauung, denn sie finden ihren Weg in den Dickdarm, wo sie sich mit Flüssigkeit vollsaugen und aufquellen. Ist der Reiz auf die Darmwände groß genug, wird die Verdauung angeregt. Das ist wichtig, damit Nahrungsmittelreste nicht zu lange im Darm bleiben und zu Verstopfung führen. Kurz gesagt: Ballaststoffe tragen zu einer guten Verdauung bei, da sie den Darm aktivieren und lange sättigen. In Mengen von 30 bis 40 Gramm pro Tag sind Ballaststoffe wichtig für den Körper. Wer allerdings unter Durchfall oder einer Darmentzündung leidet, sollte ballaststoffarme Lebensmittel bevorzugen.

Ballaststoffarme Lebensmittel: Grünes Licht für Kohlenhydrate & Co.

Sie essen gern Vollkornprodukte? Bei einer ballaststoffarmen Ernährung müssen Sie davon leider die Finger lassen. Stattdessen stehen Produkte aus hellem Mehl - zum Beispiel Weißbrot, Baguette, Haferflocken, Reis, Kartoffeln und weiße Nudeln - auf dem Speiseplan. Das alles ist übrigens das Gegenteil der beliebten Low-Carb-Lebensmittel.

Wer vegetarisch lebt, kann weiterhin auf Fleisch verzichten. Für eine ballaststoffarme Ernährung braucht es aber eine spezielle vegetarische Diät mit einigen Einschränkungen, vor allem in Sachen Rohkost. Auf rohes Gemüse sollten Sie ganz verzichten, andere Sorten dürfen nur in gekochter Form verzehrt werden, da sie so verträglicher sind. Dazu gehören Möhren, Mangold, Spargelköpfe, Knollensellerie, Zucchini, Auberginen ohne Schale, gedünsteter Chicorée und einige andere Gemüsesorten, die Sie mit Kräutern würzen können. Auch Obst verzehren Sie besser nicht roh, sondern nur aus Konserven - zum Beispiel Apfelmus, Mandarinen, Birnen und Co. Neben ballaststoffarmen Lebensmitteln sind aber in homöopathischer Dosis auch reife Früchte wie Bananen und Kiwis erlaubt.

Tipps für die leichte Kost

Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe Lebensmittel, die vollkommen ballaststofffrei sind und daher ohne Bedenken verzehrt werden dürfen. Dazu zählen beispielsweise Wurst, Milch und Milchprodukte, viele Sorten Marmelade, Honig, Brühe ohne Einlage und Geleespeisen.

Wer beschwerdefrei bleiben möchte, indem er sich mit ballaststoffarmen Lebensmitteln ernährt, sollte auf Produkte aus Vollkorn und Weizenkleie sowie auf Müsli verzichten. Auch Nüsse und Trockenobst sind sehr ballaststoffreich und daher nicht zu empfehlen. Besonders wer unter einer Durchfallerkrankung leidet, muss außerdem viel trinken, um den hohen Flüssigkeitsverlust durch die Verdauungsprobleme auszugleichen.

Gründe gegen eine ballaststoffarme Ernährung

Ballaststoffarme Lebensmittel entlasten den Darm, doch die Schonkost sollten Sie nicht ohne Grund wählen. Eine ballaststoffreiche Ernährung senkt den Cholesterinspiegel sowie den Blutzuckerspiegel, beugt Diabetes vor und schützt vor Arterienverkalkung.

Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft auch beim Abnehmen, da die entsprechenden Lebensmittel satt machen, ohne einen gesunden Körper zu belasten und die Energiebilanz erheblich zu beeinflussen. Denn obwohl die Nahrungsbestandteile den Magen zuverlässig füllen, enthalten sie praktisch keine Kalorien. Zudem stabilisieren sie den Blutzuckerspiegel, wodurch Heißhungerattacken verhindert werden und das Abnehmen erleichtert wird. Eine ballaststoffreiche Ernährung sollte aus unbehandeltem Getreide wie Vollkorn und Wildreis, ungeschältem Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchten bestehen.

Ballaststoffarm abnehmen: Geht das überhaupt?

Wer sich nicht nur gesund ernähren, sondern auch abnehmen möchte, sollte bestimmte Lebensmittel bevorzugen, andere hingegen lieber ganz meiden. Die klassischen Abnehmtipps setzen oft auf viele Ballaststoffe, sind aber bei guter Planung auch mit ballaststoffarmen Lebensmitteln durchaus umsetzbar.

Tipp 1: Essen Sie viel Obst und Gemüse, denn das enthält zahlreiche Vitamine und Mineralststoffe - oft aber auch viele Ballaststoffe. Diese Nahrungsmittel liegen nicht schwer im Magen. Der Wohlfühlfaktor ist also auch gegeben. Aber auch hier gilt: Obst ist nicht gleich Obst. Nicht jede Frucht hat nämlich gleich viele Kalorien.

Tipp 2: Verzichten Sie möglichst auf ungesundes Essen, zum Beispiel Süßigkeiten, Weißmehlprodukte und Fastfood. Denn diese fertigen Lebensmittel enthalten viel Fett, Zucker und Geschmacksverstärker - also nichts, was der Körper wirklich braucht.

Tipp 3: Was viele bei ihrer Ernährung nicht bedenken: Zuckerhaltige Getränke sind ebenso schädlich für den Körper wie ungesundes Essen. Sie gehören auch nicht zu den guten ballaststoffarmen Lebensmitteln. Wer ohne Ende trainiert, aber viel Cola, Limo und Co. trinkt, wird nur geringfügig oder gar nicht abnehmen. Hier lässt sich über den Tag verteilt bereits einiges an Kalorien einsparen. Greifen Sie statt zu Fruchtsäften, Limonaden und koffeinhaltigen Zuckergetränken lieber zu gesunden Getränken wie Wasser und ungesüßtem Tee. Beides löscht den Durst und lässt den Insulinspiegel unberührt. Damit Wasser auf Dauer nicht langweilig wird, können Sie ihm beispielsweise mit einem Spritzer Zitronensaft mehr Geschmack verleihen. So nehmen Sie nebenbei sogar noch ein paar Vitamine zu sich.

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