Ratgeber

Playlist

Ratgeber

Harnsäure senken: Mit Tee und Co. gegen Gichtanfälle

Heftige Gelenkschmerzen wie durch Sport können ein Zeichen für einen Gichtanfall sein. Nur wenn sie ihre Harnsäure senken, können Betroffene auf Linderung hoffen. Dafür ist es unter anderem notwendig, auf eine purinarme Ernährung umzustellen. Wie das funktioniert und welche Rolle Tee in dem Zusammenhang spielt, erfahren Sie im SAT.1 Ratgeber.

23.03.2017 10:00 | 2:28 Min | © Wundermedia

Wie entsteht Gicht?

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Der Harnsäurespiegel erhöht sich, was dazu führt, dass sich kleine Harnsäurekristalle in Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln, im Ohrknorpel und in der Haut ablagern. Plötzlich auftretende Schmerzen, Rötungen, Überwärmung und Schwellung an den Gelenken - insbesondere am großen Zeh oder am Daumengrundgelenk - und Koliken an Harnwegen und Nieren sind typische Beschwerden der Krankheit.

Die häufigste Ursache von Gicht ist eine erblich bedingte Ausscheidungsstörung der Nieren. Zur Gicht können verschiedene Faktoren beitragen. Dazu gehören eine purinreiche Kost, hoher Alkoholkonsum oder eine Überernährung, die Übergewicht zur Folge hat. Trotzdem hilft nicht einfach eine Diät wie bei "The Biggest Loser".

Harnsäure senken: Purinarme Ernährung ist wichtig

Wer an Gicht leidet, muss seine Harnsäure senken. Das bedeutet, Sie müssen Ihre Lebens- und Essgewohnheiten umkrempeln. Die Harnsäure stammt unter anderem aus den Purinen im Essen. Zu viele Purine sind Gift für Ihren Körper und können Gichtanfälle auslösen. Steigen Sie daher auf eine purinarme Ernährung um, das heißt im Umkehrschluss, dass purinreiche Lebensmittel, wie zum Beispiel Innereien, fortan vermieden werden sollten.

Insgesamt sollten Gichtpatienten die Zufuhr von Harnsäure senken, und zwar auf nicht mehr als 500 Milligramm pro Tag. Bei einem akuten Gichtanfall dürfen es sogar nur 300 Milligramm täglich sein. Wie viel Harnsäure in welchem Lebensmittel enthalten ist, können Sie speziellen Nährstofftabellen entnehmen, die vom Arzt oder Ernährungsberater zur Verfügung gestellt werden.

Harnsäure senken durch richtige Ernährung

Aller Anfang ist schwer, doch wer die purinarme Ernährung ernst nimmt, kann seine Harnsäure senken und lebt beschwerdefreier. Eine Ernährungsumstellung lohnt sich daher und kommt unter Umständen sogar Ihrer Figur zugute. Besondere Vorsicht ist bei Fleisch sowie bestimmten Fischsorten wie Sardinen, Sprotten, Lachs, Karpfen, Makrelen und Forellen geboten. Sie sind der Feind einer purinarmen Ernährung. Auch von Hülsenfrüchten wie Linsen, weißen Bohnen und Erbsen sollten Sie für die Ernährung bei Gicht besser Abstand nehmen. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte für Rezepte bei Gicht zu fettarmen Varianten greifen. Dies betrifft auch Milchprodukte sowie Eierspeisen.

Aber nicht nur auf den Fettgehalt der Lebensmittel selbst kommt es an. Achten Sie außerdem darauf, fettarm zu kochen. Verwenden Sie bei der Zubereitung der Speisen Öle, die rein pflanzlich sind und einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren haben, zum Beispiel Oliven- und Rapsöl. Um die Harnsäure zu senken, kann es außerdem hilfreich sein, öfter zu garen oder zu grillen, statt zu braten oder zu frittieren.

Günstige Speisen sind jene, die auch ansonsten zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, also Obst, Gemüse, Kartoffeln und Salate. Nicht alles Grün ist jedoch gut für Sie. Von Spargel, Spinat und Grünkohl etwa sollten Sie die Finger lassen.

Die falschen Produkte für eine purinarme Ernährung

Auch bei Getränken sollten Sie nicht mehr zu allem greifen, wenn Sie die Harnsäure senken müssen. Von Limonaden beispielsweise ist abzuraten. Da Alkohol den Stoffwechsel beeinflusst, indem er den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lässt, ist er für die Ernährung bei Gicht nicht ratsam. Ein Bier während der Diät ist nicht so schlimm, meinen Sie? Falsch gedacht, denn es enthält nicht nur Alkohol, sondern ist zusätzlich purinreich.

Üppige Mahlzeiten wirken sich ebenfalls negativ auf Ihren Harnsäurespiegel aus. Genauso wenig sollten Sie aber hungern. Extreme sind generell schlecht für Ihren Körper. Wählen sie stattdessen eine gesunde und purinarme Ernährung.

Harnsäure senken mit Tee und Homöopathie

Trinken Sie außerdem reichlich Wasser, zwei bis drei Liter pro Tag. Auch Kaffee und Tee sind kein Problem. Gut zu wissen: Einige Sorten Tee eignen sich besonders gut bei Gicht: Dazu gehören Grüner Brennnessel- und Pferdeschwanztee. Beide unterstützen eine purinarme Ernährung, denn sie können dazu beitragen, die Harnsäure zu senken. Die Tees können ganz einfach rezeptfrei in gut sortierten Apotheken gekauft werden.

Ein Mittel, mit dem Sie ganz natürlich die Harnsäure senken können, ist Apfelwasser. Das schmeckt fast wie kalter Tee und ist sehr fruchtig. Hierfür einfach Apfelstücke in anderthalb Litern Wasser etwa 30 Minuten lang kochen, die breiige Masse dann durch ein Sieb geben und die Flüssigkeit auffangen. Trinken Sie das Apfelwasser über den gesamten Tag verteilt.

Es gibt zahlreiche Naturheilmittel, die die Ernährung bereichern und rezeptfrei erhältlich sind. Harnsäuresenkende Medikamente unterscheiden sich in ihrer Einnahmeform. Es gibt sie als Tabletten, Tropfen oder Globuli. Auch mit Schüßler-Salzen können Sie eventuell Ihre Harnsäure senken. Erkundigen Sie sich hier aber am besten vorab bei einem Homöopathen oder Apotheker nach der richtigen Dosierung und Einnahme.

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Fan werden