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Machen Nudeln dick – Wahrheit oder Mythos?

Ihr Lieblingsessen sind Nudeln? Dann ticken Ihre Geschmacksknospen so wie die der meisten Deutschen. Doch was sagen Sie dazu: Machen Nudeln dick? So lautet schließlich einer der bekanntesten Diät-Mythen. SAT.1 klärt auf, was beim Thema Abnehmen wirklich stimmt und welche gut gemeinten Tipps in Wahrheit Unsinn sind.

09.11.2012 10:00 | 5:11 Min | © SAT.1

Befeuert durch viele vermeintliche Ernährungsexperten häufen sich Tipps zum Abnehmen. Von FDH (friss die Hälfte) bis hin zu "kein Essen nach 17 Uhr", kennt fast jeder die klassischen Abnehmtipps. Der Volksmund will uns viele Hilfestellungen zum Abnehmen geben, doch allzu oft kommen dabei hinderliche Diät-Mythen heraus. Grund genug, einige der häufigsten Ratschläge unter die Lupe zu nehmen.

1. Diät-Mythos: Machen Nudeln dick?

Jeder Deutsche isst im Durchschnitt acht Kilo Nudeln pro Jahr. Kein Wunder, schließlich sind diese vor allem zu Pesto, Tomaten- und Käse-Sahne-Soße unwiderstehlich und machen auch noch glücklich. Schließlich regen sie die Serotoninproduktion im Körper an, sodass Nerveninformationen besser übertragen werden können. Dennoch haftet Nudeln ein negatives Image an. Aber stimmt es, machen Nudeln dick? Ernährungsberater Stefan Koffinke bringt Licht ins Dunkel der Diät-Mythen und verrät: Nein, Nudeln machen nicht dick, denn sie enthalten kaum Fett und haben wenig Kalorien. Von Ernährungsberatern werden sie für eine ausgewogene Ernährung sogar ausdrücklich empfohlen.

Schlechtes Image, aber warum?

Wenn Nudeln nicht dick machen, woher kommen dann die negativen Diät-Mythen? Ganz einfach: Die Italiener essen Nudeln mit Soße, die Deutschen essen Soße mit Nudeln - das Verhältnis macht hier also den fetten Unterschied. Die Soße ist der eigentliche Dickmacher, denn sie enthält nicht selten reichlich Fett. Und Fett und Kohlenhydrate vertragen sich bekanntlich nicht allzu gut, hemmt der Zucker doch die Fettverbrennung. Die Folge: Das Hüftgold bleibt, wo es ist, oder vermehrt sich. Kalorien sparen können Sie aber, wenn Sie statt einer Sahne- eine Tomatensoße selber machen. Wer zu Fertigprodukten greift, muss wissen: je heller, desto fetter.

Fazit: Machen Nudeln dick? Diese Frage lässt sich zwar mit "Nein" beantworten, werden die beliebten Energielieferanten aber in Soße geradezu ertränkt, nützen die wenigen Kalorien der Nudeln dem Körper auch nichts.

2. Diät-Mythos: FdH macht schlank

"Friss die Hälfte" lautet das Motto hinter der bekannten Abkürzung FdH-Diät. Von allem, was sonst auf den Teller kommt, wird dabei nur die Hälfte gegessen. Lästiges Kalorienzählen entfällt. Die Diät-Mythen behaupten, die Diät sei auch noch alltagstauglich, denn jede Mahlzeit wird einfach halbiert oder ein Essen pro Tag alternativ ganz gestrichen. Problematisch bei dieser Abnehmkur ist allerdings: Nicht nur die Kalorien werden halbiert, sondern auch die lebenswichtigen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die der Körper braucht. So kann es schnell zu einer Mangelernährung kommen.

Abnehmen mit der FdH-Diät - top oder Flop?

Da es sich bei der FdH-Diät nicht um eine Ernährungsumstellung handelt, bleiben langfristige Erfolge aus, denn nach der Diät wird gegessen wie vorher und die Pfunde sind schnell zurück. Durch die kleineren Portionen kommt es außerdem zu Heißhungerattacken und Konzentrationsschwierigkeiten. Besser: Achten Sie nicht nur auf die Menge der Lebensmittel, sondern auch auf die Zusammensetzung Ihres Ernährungsplans. Wichtiger als Fleisch und Süßigkeiten sind beispielsweise Salat, Obst und Gemüse.

3. Diät-Mythos: Cola ist schlecht, Diät-Limo hält schlank

Brause, Limo, Eistee und Co sind wegen ihrem Zuckergehalt als ungesund verschrien. Das ist nicht falsch, doch dabei wird vergessen, dass reiner Saft oftmals die eigentliche Kalorienbombe unter den Erfrischungsgetränken ist. In frisch gepressten Säften sind nämlich die gesamten Nährwerte der Früchte enthalten, während Zucker in der Limonade genau dosiert ist.

Ein 0,2-Liter-Glas Orangensaft enthält 90 Kilokalorien, die gleiche Menge Limonade jedoch nur 52. In einem 0,4-Liter-Glas Apfelsaft stecken vier Äpfel und somit 47 Gramm Zucker, ein Glas Cola enthält dagegen nur 44 Gramm Zucker. Saft ist natürlich ein gesünderes Getränk, da er im Gegensatz zu Cola, Limonade und Co. keine Zusatz- oder Farbstoffe enthält. Er enthält aber trotzdem mehr Zucker.

Süßstoff gesünder als Zucker?

Süßstoff schmeckt fast genauso wie Zucker und hat keine Kalorien. Dass man stattdessen auf Drinks mit Süßstoff umsteigen sollte, gehört aber zu den unsinnigen Diät-Mythen. Die Geschmacksnerven erkennen der Zunge die künstliche Süße als Zucker und der Körper produziert Insulin, um ihn zu verarbeiten. Das produzierte Insulin kann den Süßstoff  jedoch nicht verarbeiten und verlangt in der Konsequenz nach richtigem Zucker. Die Folge kennen wir alle: Heißhunger. Deshalb sind Diät-Limos keine gesunde Alternative zum Abnehmen.

4. Diät-Mythos: Süßes Obst behindert das Abnehmen

Obst hat kein Gramm Fett, enthält dafür viele gesunde Vitamine und ist zum Abnehmen bestens geeignet - denkt man. Wäre da nicht der böse Fruchtzucker ... Laut verschiedenen Studien soll der nämlich gar nicht gut sein für die schlanke Figur und angeblich sogar noch dicker machen als herkömmlicher Zucker! Was ist dran an dem Diät-Mythos?

"Grundsätzlich können alle Obstsorten gegessen werden", beruhigt Ernährungsexperte Dr. Pape. Einige Früchte, wie etwa Weintrauben, enthalten tatsächlich viel Zucker. Dennoch braucht man deshalb nicht gleich vollkommen darauf verzichten. Vielmehr eignet sich das süße Obst besonders gut als Dessert nach dem Essen und unterdrückt so den Heißhunger auf Süßes.

5. Diät-Mythos: Abendessen macht dick

Oft wird behauptet, Abendessen würde dick machen. Geht man davon aus, dieser Mythos sei richtig, müssten  Bewohner der Mittelmeerländer besonders füllig sein. Gerade Italiener, Spanier oder auch Nordafrikaner zelebrieren das Familienessen abends und das oft in rauen Mengen. Mittags wird hingegen nur eine Kleinigkeit gegessen.

Allein dieser Widerspruch zeigt, dass diese Behauptung ins Reich der Diät-Mythen gehört. Denn es kommt nicht darauf an, ob man morgens, mittags oder abends viel isst, erklärt unser Experte Professor Dr. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sportschule Köln. Entscheidend ist – sowohl für das Zu- als auch Abnehme – die Energiebilanz über eine Woche oder einen Monat. Wenn man also abends weniger isst, hat das keinen Effekt. Eine solche Ernährung hilft nicht beim Abnehmen.

6. Diät-Mythos: Eiweiß macht schlank, ist aber auch gefährlich

Sportler nutzen Eiweiß, um Muskeln aufzubauen, Übergewichtigen helfen die Proteine im Kampf gegen die Kilos. Auf der anderen Seite hört man jedoch immer wieder, wie gesundheitsschädlich zu viel Eiweiß sein kann - sogar von tödlichen Eiweißschocks ist die Rede. Aber was ist wirklich dran an diesem Diät-Mythos?

Woher die große Lüge über das böse Eiweiß kommt, ist unklar. Fakt ist jedoch: Es gibt keine Studie die belegt, dass Eiweiß der Gesundheit schadet. Auch Diät-Experte Dr. Pape bestätigt, dass eine Ernährungsumstellung auf reines Eiweiß möglich und im Kampf gegen Übergewicht auch überaus erfolgreich ist, ja sogar die Fettverbennung ankurbeln kann. Warum eine Eiweiß-Diät beim Abnehmen hilft: Sie macht satt, hält den Blutzucker stabil und sorgt dafür, dass Kalorien als Wärme über die Haut abgegeben werden. So verbrennt man pro Tag ca. 100 Kalorien zusätzlich.

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