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Auto & Technik

Carsharing: Wie's geht und für wen es sich lohnt

20.11.2012 • 10:00

Sie möchten ab und an ein Auto nutzen, sich aber kein eigenes anschaffen? Dann ist Carsharing womöglich genau das Richtige für Sie. Dieses Geschäftsmodell hat viele Vorteile, nicht zuletzt schont es den Geldbeutel. Was Sie über Carsharing wissen sollten, bevor Sie es nutzen, erfahren Sie im SAT.1 Ratgeber.

Definition von Carsharing

Mithilfe einer App können Carsharer ein Auto mieten. Abgerechnet wird später.
Mithilfe einer App können Carsharer ein Auto mieten. Abgerechnet wird später. © RAM - Fotolia

Der Begriff Carsharing stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „sich ein Auto teilen“. Dabei stellen Unternehmen Autos zur Verfügung, die vom Kunden gemietet werden können – und das mit minimalem Aufwand. Doch was ist das Besondere an dem Konzept? Im Gegensatz zur traditionellen Autovermietung kann das Auto auch nur stunden- oder minutenweise geliehen werden. Die Buchung erfolgt in der Regel via Computer oder Smartphone-App. Knapp 120 Anbieter sind derzeit gemeldet. Zusätzlich zu den Mietkosten fallen bei der Anmeldung meist Gebühren an, die in der Regel maximal 50 Euro betragen.

Im Gegensatz dazu gibt es auch das private Carsharing. Dabei wird die gemeinschaftliche Nutzung eines Wagens vereinbart. Hier ist die Nutzerzahl eines Autos naturgemäß begrenzt. Damit alles korrekt vonstattengeht, sollte ein Carsharing-Vetrag zwischen den Partnern abgeschlossen werden. Der ADAC stellt online einen Mustervertrag dafür zur Verfügung. Der Preis wird hier zwischen Vermieter und Mieter ausgehandelt.

Zwei Modelle

Beim gewerblichen Carsharing haben sich inzwischen zwei Modelle etabliert: die stationsgebundenen und stationslosen Systeme. Bei der ersten Variante holen Sie das Gefährt an einem festen Parkplatz ab und bringen es auch dorthin zurück. Das System wird derzeit in knapp 500 Städten und Gemeinden angeboten.

Car2go ist mit seinen Smarts ein Carsharing-Anbieter, der aus dem einen oder...
Car2go ist mit seinen Smarts ein Carsharing-Anbieter, der aus dem einen oder anderen Stadtbild kaum noch wegzudenken ist. Auch immer mehr Elektroautos kommen hinzu. © pixabay

Bei dem zweiten variableren Modell, dem sogenannten „Freefloating“, sind die Autos über ein bestimmtes Gebiet in der Stadt verteilt frei geparkt. Ein prominenter Vertreter dieses Modells ist beispielsweise Car2go von Daimler.

Doch die Flexibilität schlägt sich auch in den Kosten nieder: Während die Preise beim Carsharing mit einem festen Standort bei zwei bis fünf Euro pro Stunde – inklusive Benzin – liegen, schlägt das Freeflotaing mit 15 bis 17 Euro zu Buche. Allerdings sind hier über das Benzin hinaus auch anfallende Parkkosten abgedeckt. Doch dieses Modell ist nur in Großstädten – zurzeit 13 an der Zahl – zu finden, wo es gut als Alternative zum Taxi dient. Die Abrechnung für die Carsharing-Nutzung erfolgt bei den meisten Anbietern alle zwei bis vier Wochen.

Vorteile und Nachteile

Der Trend Carsharing soll vor allem dazu beitragen, den Verkehr in Ballungsräumen wie Großstädten zu entlasten. Dass das Teilen des Autos das auch wirklich tut, ist allerdings noch nicht erwiesen. Die unmittelbaren Vorteile des Carsharings für die Nutzer liegen jedoch auf der Hand: Statt die laufenden Kosten für einen eigenen Wagen zu berappen, zahlen Sie als Carsharer nur, wenn Sie das Auto wirklich brauchen. Feste Kosten fallen in der Regel nicht an. Stellplatz, Benzin, Versicherung: Darum müssen Sie sich nicht kümmern. Vor allem aber die Flexibilität in der Nutzung spricht viele Kunden an.

Dass Carsharing keine festen Kosten verursacht, ist für viele Autofahrer beso...
Dass Carsharing keine festen Kosten verursacht, ist für viele Autofahrer besonders attraktiv. Damit können alle, die selten Auto fahren, bares Geld sparen. © studiopure - Fotolia

Doch Erfahrungen zeigen, dass sich diese Vorteile nur für Menschen lohnen, die nicht täglich auf einen Wagen angewiesen sind. Für alle anderen wird Carsharing schnell teuer. Auch haben Sie keinen garantierten Anspruch auf ein Gefährt und können bei großer Nachfrage schnell mal leer ausgehen.

Kommt das Modell dennoch infrage, sollten Sie die Park- und Tankregelungen des jeweiligen Anbieters verinnerlichen. Verstöße können nämlich teuer werden. Auch sollten Sie darauf achten, das Gefährt vor der Nutzung auf mögliche Mängel zu untersuchen. Da das Auto nicht dem Anbieter persönlich ausgehändigt wird, könnten Mängel sonst zu Ihren Lasten gehen. Besser: Melden Sie jegliche Schäden schon vor der Fahrt.

Vergleich der Anbieter

Doch welche Anbieter sind besonders zu empfehlen? Ein Test der Stiftung Warentest hat gezeigt, dass alle untersuchten Anbieter in puncto Buchung, Fahren und Kundenservice gut abschnitten. Es gibt nur zwei Ausreißer, die wegen unerlaubter Klauseln im Kleingedruckten schlechtere Bewertungen erhielten. Mit festen Stationen konnten vor allem die Anbieter Flinkster und Cambio überzeugen. Beim Freefloating landeten Multicity, Car2go und DriveNow auf den Siegertreppchen.

Fazit: In Zeiten, in denen so viele Autos wie nie zuvor die Straßen der Städte verstopfen, kann Carsharing für Wenigfahrer eine echte Alternative zum eigenen Auto sein. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Wer jedoch täglich auf ein Auto angewiesen ist, kommt wohl weiterhin nicht um ein eigenes Auto herum.