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Mythen zum Autounfall

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: ein Autounfall. Selbst ein kleiner Blechschaden ist extrem ärgerlich, vor allem, wenn sich die Beteiligten nicht über den Unfallhergang einig sind. Dazu kommen zahlreiche Mythen, die um das Thema kreisen, und die Klärung der Angelegenheit zusätzlich erschweren. Wir klären auf: Wer ist wann schuld und wie muss man sich nach dem Autounfall verhalten.

23.05.2012 09:00 | 6:17 Min | © SAT.1

Autounfall-Mythos Nr. 1: Wer auffährt, ist schuld

Wenn’s hinten kracht, gibt’s vorne Geld – diesen Spruch hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Aber ist tatsächlich immer derjenige am Autounfall schuld, der aufgefahren ist? Nein. Schuld ist der, der vorsätzlich oder fahrlässig die Verkehrsregeln missachtet und dadurch den Autounfall verursacht hat. Das kann auch der Vordermann sein, wenn er zum Beispiel grundlos bremst. Darunter fällt auch das Bremsen für Kleintiere, wie Igel. In einem solchen Fall bekommt der vordere Fahrer mit ziemlicher Sicherheit eine Mitschuld am Autounfall.

Autounfall-Mythos Nr. 2: Bei jedem Autounfall die Polizei rufen

Sicher ist sicher und daher sollte nach jedem Autounfall die Polizei gerufen werden, auch um in Sachen Versicherung alles richtig zu machen. Auch dieser Mythos ist falsch. Sind sich beide Parteien über den Unfallhergang und die Schuldfrage einig, muss bei Bagatellschäden keine Polizei gerufen werden. Es genügt, die Daten zur Person und dem Fahrzeug untereinander auszutauschen und ein Unfallprotokoll – am besten in Form eines europäischen Unfallberichts, den es im Internet gibt – auszufüllen. Dann dürfte es auch mit der Versicherung keine Probleme geben. Anders sieht die Lage aus, wenn der Autounfall einen hohen Sachschaden oder  Verletzte verursacht hat, die Unfallgegner sich nicht einig sind, die andere Partei flüchtet oder ein ausländischer Fahrer ohne Versicherungsnachweis beteiligt ist. Dann sollte die Polizei in jedem Fall gerufen werden.

Autounfall-Mythos Nr. 3: Wer im Halteverbot parkt, ist schuld

Wie steht es um den Mythos, dass ein Fahrer dessen Auto im Halteverbot steht, schuld ist, wenn sein Fahrzeug in einen Autounfall verwickelt wird? Teilweise stimmt das. Zumindest muss der Fahrer mit einer Mitschuld rechnen, wenn er andere Verkehrsteilnehmer mit seinem Auto behindert hat. Das gilt übrigens auch für Autos, die in zweiter Reihe parken.

Autounfall-Mythos Nr. 4: Ein Zettel nach dem Autounfall reicht

Einer der wohl umstrittensten Mythen ist dieser: Reicht es, nach einem Autounfall mit einem parkenden Auto die eigene Adresse an der Windschutzscheibe des beschädigten Fahrzeugs zu hinterlassen? Eigentlich nicht. Geht der Zettel nämlich verloren, wird die Unachtsamkeit zur Fahrerflucht und damit zur Straftat. Bis zu sieben Punkte, eine hohe Geldstrafe und der Führerscheinentzug drohen dann. Tatsächlich ist man verpflichtet, eine angemessene Zeit – etwa 30 Minuten – am beschädigten Auto zu warten und außerdem nach dem Fahrer zu suchen. Erst danach darf der Zettel angehängt werden, zur Sicherheit sollte der Autounfall allerdings zusätzlich bei der Polizei gemeldet werden.

Autounfall-Mythos Nr. 5: Fußgänger können keine Fahrerflucht begehen

Fahrerflucht nach einem Autounfall kann nur begehen, wer in einem Fahrzeug sitzt?! Das ist natürlich Unsinn! Offiziell heißt Fahrerflucht „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ und bezieht sich somit auf alle Teilnehmer am öffentlichen Verkehr, also auch auf Fußgänger, die etwa mit einem Einkaufswagen oder einer Mülltonne über die Straße gehen und dabei ein Fahrzeug beschädigen.

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