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Achselhaare

Achselhaare – völlig überflüssig oder neuer Beauty-Trend?

Lange Zeit galt die Achselrasur vor allem für Frauen als Muss. Jetzt lassen viele junge Frauen ihre Achselhaare wieder wachsen – was ist dran am neuen Beauty-Trend?

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© instagram/bloatedandalone4evr1993

Achseln im Natur-Look: Ist Achseln rasieren out?

In den letzten 30 Jahren gab es beim Thema weiblicher Körperbehaarung keine zwei Meinungen in Deutschland: Zumindest die Beine und Achseln gehörten enthaart. Längst haben auch die Männer das glatte Schönheitsideal für sich entdeckt und zeigen ebenfalls rasierte Achseln und gewachste Brustpartien. Aber kaum hat man sich geschlechterübergreifend darauf geeinigt, den Achselhaaren zu Leibe zu rücken, regt sich in den sozialen Netzwerken ein neuer Beauty-Trend: Inspiriert vom Vorbild prominenter junger Frauen wie Miley Cyrus verzichten immer mehr Frauen auf die Achselrasur und lassen die Haare sprießen. Geht es dabei einfach nur ums Auffallen oder steckt mehr hinter dem neuen Natur-Look? Wir haben uns den Trend genauer angeschaut.

Achselhaare: Instagram-Gag oder politisches Statement?

Der Trend zum Achselhaar kommt von dort, wo auch das westliche Schönheitsideal der Haarlosigkeit entstanden ist – aus den USA. Erfunden haben die Amerikaner glatte Achseln allerdings nicht: In muslimischen Ländern zählt das Enthaaren seit jeher zur selbstverständlichen Körperpflege und schon im alten Ägypten war es für Männer und Frauen üblich, ihre Körperhaare mit einfachen Rasiermessern oder Wachs zu entfernen. In der westlichen Welt sah man das lange Zeit nicht so eng, bis sich Ende der 1970er-Jahre glattrasierte Beine und Achseln flächendeckend in den USA und etwas später in Europa etablierten. Seitdem sind haarige Achseln und Beine für Frauen ein No-Go, insbesondere im Sommer mit ärmellosen Tops und Kleidern. Aber der Widerstand regt sich im Netz, auf Facebook und Instagram: Junge Frauen tragen ihre natürliche Achselbehaarung als feministisches Statement gegen das gängige Schönheitsideal oder als Zeichen für mehr Natürlichkeit. Durch die sozialen Medien hat sich der Trend blitzschnell international verbreitet – und schon wurden Achselhaare zum neuen Beauty-Trend einer Generation.

Wofür sind Achselhaare überhaupt gut?

Haben Achselhaare heute überhaupt noch eine Funktion oder sind sie ein evolutionäres Überbleibsel, auf das wir als moderne Menschen gut verzichten könnten? Sehr häufig hört man das Argument, dass rasierte Achseln starkes Schwitzen vermeiden. Das stimmt nicht – die Schweißproduktion ist nicht von der Achselbehaarung abhängig, sondern von der individuellen Veranlagung und der Kondition. Es stimmt allerdings, dass sich in behaarten Achseln leichter Schweißgeruch festsetzt, weil der Schweiß von den Haaren aufgenommen wird und sich dort die geruchsbildenden Bakterien schneller vermehren. Wer nicht rasiert, muss sich also ggf. häufiger die Achseln waschen. Darüber hinaus dienen die Achselhaare zur „Polsterung“ der Achselhöhle und verhindern, dass sich durch die Reibung der Haut wunde Stellen bilden. Hautreizungen können auch durch die Rasur selbst entstehen: Gerade wenn es warm ist oder wenn das falsche Deo benutzt wird, kämpfen viele Menschen mit Rötungen oder Rasierpickeln.

Rasieren oder wachsen lassen?

Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob Achselhaare ein kurzlebiger Instagram-Hype sind oder ob sich das Schönheitsideal langfristig ändert. Aber ganz gleich, aus welche Gründen sich Menschen für oder gegen ihre natürlichen Achselhaare entscheiden: Statt der Frage nach dem Richtig oder Falsch sollte grundsätzlich die Toleranz im Vordergrund stehen. Schließlich sollte jeder für sich selbst entscheiden können, was ihm oder ihr gefällt. 

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