Finanzen & Recht

Schufa - wie korrekt sind die Daten?

01.12.2011 • 12:00

Kredit, Handyvertrag, neue Wohnung. Nichts geht ohne Nachfrage bei der Schufa. Viele Firmen drohen ihren säumigen Kunden mit einem negativen Eintrag bei der Schufa und das sehr wirksam: Negative Kundendaten können schnell in die Riesenspeicher der Schufa hineingelangen - in manchen Fällen auch ungerechtfertigt.

Schufa Eintrag – nicht ohne Fehler

Die Schufa ist keine staatliche Behörde, wie beispielsweise das Finanzamt, sondern eine Aktiengesellschaft. Ihre Vertragspartner sind Banken, Mobilfunkanbieter, Inkassounternehmen und alle, die im freien Handel Waren auf Kredit verkaufen. Diese Partner melden Konten, laufende Kredite, Kreditanfragen sowie Zahlungsrückstände an die Schufa. Im Gegenzug können die Daten der anderen Vertragspartner abgefragt werden. Doch die Schufa kann nicht alle Zahlen prüfen.  Nach eigenen Angaben verwaltet die Schufa Holding AG über 440 000 000 Datensätze von 65 000 000 Bundesbürgern. Jährlich werden 90 000 000 Anfragen an diesen Datenbestand gestellt. Wenn man bedenkt, dass etwa 800 Mitarbeiter für die Verwaltung der kompletten Daten zuständig sind, liegt das Fehlerpotential auf der Hand.

Die Schufa kennt nicht alle Daten

Die Schufa weiß nicht alles. Sie speichert zwar Name, Anschrift, Geburtstag, Leasing- und Handyverträge und offene Forderungen der Bundesbürger. Daraus errechnet sie einen so genannten Scorewert, der in Prozent die Wahrscheinlichkeit einer Kreditrückzahlung angibt. Die Schufa weiß allerdings nichts über Verdienst und Vermögen. So kann auch jemand mit festem Einkommen als kreditunwürdig eingestuft werden. Seit April 2009 existiert ein Gesetz, das die Schufa dazu verpflichtet, jedem Bürger Auskunft über den eigenen Scorewert zu geben und offenzulegen, wie diese Daten ermittelt werden. Außerdem besteht ein Rechtsanspruch, dass falsche Einträge korrigiert werden müssen. Den Nachteil hat jedoch der Einzelne, der eine negative Einstufung rechtfertigen muss.