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So werden Geldscheine gedruckt

Jeder hat sie in der Tasche, aber die wenigsten dürften wissen, wie Geldscheine produziert werden. Ein Blick in die österreichische Nationalbank verrät, wie aus Papier Geld wird.

27.06.2012 10:00 | 12:09 Min | © Sat.1

Papier und Farbe für die Geldscheine

Der Euro darf nur an ganz wenigen Orten der Welt unter strenger Bewachung gedruckt werden. Einer dieser Orte ist die österreichische Nationalbank. Hier wird schon aus der Farbmischung der Geldscheine ein Geheimnis gemacht. Grundlage ist eine gallertartige Masse, dazu kommt die Farbe. Für 20-Euro-Geldscheine werden zum Beispiel die Farben Grün, Blau und Magenta – aufs Gramm genau abgewogen – benutzt. Zehn Kilogramm Farbe genügen für 400.000 20-Euro-Geldscheine. Auch das Papier der Geldscheine ist nicht gleich Papier. Die Bögen sind bereits mit Sicherheitsmerkmalen versehen und werden per Sicherheitstransport angeliefert. Dann müssen sie bei konstant 23 Grad und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit für zwei Wochen in einem Tresor gelagert werden, damit der Druck optimal aufgebracht werden kann.

Die Geldscheine im Druck

Jetzt geht es für die künftigen Geldscheine in die Druckerei. Die angemischte Farbe wird auf Walzen aufgetragen, die Bögen werden in eine riesige Offsetdruckmaschine gegeben. Vorsichtig saugen Näpfe die Bögen für die Geldscheine an. Sind sie millimetergenau platziert, wird die erste Seite der Bögen bedruckt – 7500 Bögen pro Stunde. Im Anschluss werden die zukünftigen Geldscheine durch weitere Druckmaschinen gejagt. Hierbei wird zum Beispiel der fälschungssichere Tiefdruck auf die Geldscheine aufgebracht. Jetzt sind die Geldscheine fast fertig: Was fehlt, ist die Nummerierung. Da jede Scheinnummer nur ein einziges Mal vergeben wird, kann hinterher genau festgestellt werden, wo ein Schein gedruckt wurde. Nach dem Druck sind die Geldscheine innen noch feucht. Sie kommen daher in einen luftdurchlässigen Spezial-Stahlcontainer, der von zwei Mitarbeitern unabhängig mit einem Sicherheitssiegel verschlossen werden muss. Dann fährt der Container in einen riesigen unterirdischen Tresor, in dem nur Roboter verkehren dürfen.

Aus Rohware werden Geldscheine

Für die Geldscheine geht es nun in die Endfertigung. Die Bögen müssen zugeschnitten werden. Zunächst werden sie aufgelockert und auf einem Rüttelbrett exakt übereinander gelegt. Ein Messer schneidet die Geldscheine dann auf den Millimeter genau zu. Pro Tag können so drei Millionen Scheine bearbeitet werden. Bevor die Scheine in den Umlauf kommen, überprüft sie eine Hochgeschwindigkeitskamera sie auf Makel. Aussortierte Scheine werden geschreddert und zu Pellets verarbeitet, die etwa für Schallschutzwände verwendet werden. 

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