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Arbeitsrecht: Privatgespräche und Praktikum

Was ist bei der Arbeit erlaubt und was nicht? Welche Rechte der Chef hat und welche die Mitarbeiter haben, das ist nicht immer ohne weiteres klar. Wir beantworten Fragen zum Arbeitsrecht: Sind Privatgespräche während der Arbeit erlaubt? Und: Muss sich ein Praktikant alles gefallen lassen?

06.08.2012 10:00 | 3:37 Min | © SAT.1

Privates im Job: Laut Arbeitsrecht erlaubt? 

Jeder dürfte diese Situation kennen: Nach dem Wochenende stehen montagmorgens während der Arbeit erst einmal ein paar Privatgespräche an. Wer hat was erlebt? Allerdings ist nicht jeder Chef auf diese privaten Unterhaltungen gut zu sprechen. Hat er das Recht, sie zu verbieten? Im Prinzip schon. Können Gäste im Restaurant etwa keine Bestellung aufgeben, weil die Kellner lange Privatgespräche führen, schadet das verständlicherweise dem Betrieb. Laut Arbeitsrecht kann der Arbeitgeber daher im Rahmen seines Weisungsrecht allzu ausufernde Gespräche reglementieren, damit der Arbeitnehmer seiner Pflicht nachkommen kann, seinen Job so gut wie möglich zu erledigen. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat müssen derartige Regelungen aber mit ihm abgestimmt werden. Nicht möglich ist nach deutscher Rechtslage übrigens ein generelles Verbot aller Gespräche mit privatem Charakter, weil es zu sehr in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter eingreifen würde. Bei jedem Beruf gibt es Momente, in denen ein paar private Worte zwischen Mitarbeitern den Arbeitsablauf nicht stören. Solche kurzen Privatgespräche tragen auch zu einem guten Betriebsklima bei.

Arbeitsrecht zum Thema Praktikum

Wer als Schüler oder Student in ein bestimmtes Berufsfeld hineinschnuppern möchte, bemüht sich häufig um ein Praktikum in einem entsprechenden Unternehmen. Doch nicht immer entpuppt sich das Praktikum als wirklicher Gewinn: Kaffee kochen und das Auto des Chefs putzen? Muss ein Praktikant sich das gefallen lassen? Hier ist das Arbeitsrecht deutlich: nein! Ein Praktikant darf nicht als billige Arbeitskraft missbraucht werden. Er soll während des Praktikums vor allem praktische Kenntnisse und Erfahrungen in einer bestimmten Tätigkeit sammeln. Daher bekommen Praktikanten auch eher eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit und keinen Lohn. Sie sollen den Arbeitsalltag kennenlernen und Aufgaben zugeteilt bekommen, die ihrer Ausbildung dienen – dazu gehören alle Aufgaben, die im täglichen Arbeitsablauf anfallen können. Natürlich fallen darunter vor allem in der Anfangszeit auch einfache Aufgaben wie Kopieren oder Aufräumen. Laut Arbeitsrecht liegt die Grenze bei berufsfremden Aufgaben, die auch festangestellte Mitarbeiter nicht erledigen müssen – also etwa das Auto des Chefs putzen.

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