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Finanzen & Recht

Nachbarschaftsrecht im Garten

17.05.2010 • 05:30

Die Gartensaison ist eröffnet. Endlich wieder störungsfrei die Sonne genießen. Oder nicht? Was kann man zum Beispiel unternehmen, wenn ein Baum in Nachbars Garten Schatten auf das eigene Grundstück wirft oder dessen Hecke Gartengrenzen ignoriert? Wichtige Antworten in Sachen Nachbarschaftsrecht.

Nachbarschaftsrecht: Schatten im Garten

Der Nachmittag könnte so schön sein – wäre da nicht dieser Baum im Garten des Nachbarn, der das eigene Grundstück unaufhörlich in Schatten taucht. Muss der Nachbar einen solchen Baum entfernen? In der Regel nicht. Das Nachbarschaftsrecht definiert den Schatten, den ein Baum wirft, als gegebenen Zustand, den auch ein Nachbar akzeptieren muss – egal, wie hoch die Bäume wachsen. Eine Ausnahme im Nachbarschaftsrecht: Wenn beim Pflanzen der jeweils vorgeschriebene Mindestabstand zur Grundstücksgrenze nicht eingehalten wird, kann eine Entfernung erstritten werden.

Nachbarschaftsrecht: Wuchernde Äste

Und was sagt das Nachbarschaftsrecht über wuchernde Äste aus? Darf man diese, wenn sie in das eigene Grundstück wachsen, einfach mit der Gartenschere abschneiden? Nein. So lang der Ast noch am Baum hängt, gehört er zum Baum und damit dem Grundstückseigentümer, auf dessen Land die Pflanze wächst. Im Prinzip darf also nur er die Pflanze beschneiden. Allerdings sieht das Nachbarschaftsrecht eine Erleichterung für geplagte Gärtner vor: Hängen die Äste in das eigene Grundstück, darf man dem Nachbarn eine angemessene Frist setzen, innerhalb derer er die Äste entfernen muss.

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