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Unterschied von Burnout und Depression

Burnout und Depression - in der öffentlichen Wahrnehmung verschwimmen die Grenzen zwischen beiden Krankheiten häufig. Dagmar Ruhwandl, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärt Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

03.05.2012 12:00 | 0:48 Min | © mysporty

Typisch für Burnout: Geistige und körperliche Erschöpfung

Mit Burnout wird der Zustand emotionaler Erschöpfung beschrieben. Dem ausgebrannten Geist folgt nicht selten eine verminderte, körperliche Leistungsfähigkeit. Symptome wie Schlafstörungen oder eine allgemeine Müdigkeit sind deshalb nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Oft entpuppt sich bei genauerer Betrachtung der Burnout als Depression. Wer die Warnsignale des eigenen Körpers ignoriert, riskiert leichtfertig seine Gesundheit.

Sich Burnout und Depression eingestehen

Wird vom Burnout gesprochen, ist vereinfacht von einer "gefühlten Erschöpfung" die Rede. Sich zum Burnout-Syndrom zu bekennen, fällt daher oft leichter – nicht zuletzt auch durch die Vielzahl an prominenten Vorbildern. Anders bei der Depression: Vielen Menschen fällt es schwer, sich diese Krankheit einzugestehen.

Zuerst begeistert, später ausgebrannt

Allgemein gilt: Wer einmal gebrannt hat, kann auch ausbrennen. Doch was so logisch klingt, wird gerade im Berufsleben oft unterschätzt. Uns ist oft gar nicht bewusst, wie schnell man an erkranken kann und wie wichtig die Prävention gegen Burnout sein kann: Je höher die anfängliche Motivation, desto größer auch die Gefahr einer möglichen Enttäuschung.

Bleiben die Erfolgserlebnisse aus, schrumpft die Motivation und damit auch die eigene Leistungsfähigkeit. Herausforderungen, die man anfangs mit Freude angepackt hat, werden zur ständigen Belastung. Frustration und permanente Angst vor dem eigenen Scheitern sind die Folge. Der Druck wird schier unerträglich. Gerade bei hohen Erwartungshaltungen kommt es deshalb oft zu Burnout. Die Depression weist ebenfalls viele Symptome auf, die dafür charakteristisch sind. Auch wenn die Befunde nicht einfach gleichzusetzten sind, gilt deshalb: Hinter dem vermeintlichen Burnout-Syndrom kann durchaus eine schwere Depression stecken.

Vom Burnout zur Depression

Trotzdem wird immer klar zwischen Burnout und Depression unterschieden: Die Weltgesundheitsorganisation unterteilt Krankheiten nach ihren Symptomen, damit über den gesamten Globus einheitliche Begriffe verwendet werden. Anders etwa als eine Depression, die nach der Weltgesundheitsorganisation als psychische Krankheit eingestuft wird, gilt Burnout lediglich als eine Befindlichkeitsstörung. Burnout gilt daher nicht als eigener Krankheits-, sondern lediglich als Zusatzbefund. Der Befund wird allerdings auch als besondere Gefährdung eingestuft, die einen Arztbesuch zwingend erforderlich macht. Wenn Burnout-Symptome auftreten, sollten sie deshalb keinesfalls als Modeerscheinung verharmlost werden. Eine Depression hingegen wird als Hauptbefund diagnostiziert und gilt als eigenständige Krankheit.

Unterschied zwischen Burnout und Depression

Die beiden Krankheitsbilder verbindet noch ein weiterer Umstand: Eine Depression kann - muss aber nicht - durch einen Burnout ausgelöst werden. Daher ist es absolut wichtig, sich frühzeitig medizinische Hilfe zu holen, falls das eigene Befinden Alarm schlägt oder der Burnout-Test bedenkliche Resultate zeigt. Werden Symptome unterschätzt und bleibt eine therapeutische Behandlung aus, kann aus der emotionalen Erschöpfung eine noch schwerere Erkrankung werden. Allerdings muss nicht jeder Depression ein Burnout vorausgegangen sein. Die Depression kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: von der genetischen Veranlagung bis hin zum privaten Schicksalsschlag, um nur einige zu nennen.

Risikogruppen für psychische Erkrankungen

Besonders gefährdet, an einem psychischen Leiden zu erkranken, sind vor allem Arbeitnehmer, die großem Stress und psychischer Belastung im Job ausgesetzt sind. So wurden laut einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse 2013 vor allem Mitarbeiter von Callcentern, in der Altenpflege und in der Kinderbetreuung wegen Depressionen krankgeschrieben.

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