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Hier bleibt der Krankenversicherungsbeitrag

Monat für Monat zahlt jeder von uns einen nicht unerheblichen Krankenversicherungsbeitrag. Aber wohin geht eigentlich dieses Geld? Versickern die Beiträge womöglich völlig in irgendwelchen Verwaltungskosten?

22.06.2012 09:59 | 12:05 Min | © Sat.1

Der Krankenversicherungsbeitrag wird geteilt

Ein Angestellter sieht es an seiner Gehaltsabrechnung: Rund 300 Euro Krankenversicherungsbeitrag  sind zu zahlen – das ist inzwischen normal. Und was wird damit genau bezahlt? Ob die Gehaltsbuchhaltung in der jeweiligen Firma mehr darüber weiß? Denn schließlich zahlt nicht nur der Arbeitnehmer den Krankenversicherungsbeitrag. Sein Chef, also die Firma, zahlt auch ihren Anteil. Das Unternehmen trägt 7,3 Prozent, der Arbeitnehmer 8,2 Prozent – so ergibt sich eine Summe von 15,5 Prozent. Die Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung nehmen rund 85 % der Deutschen in Anspruch. Als Angestellter ist man dazu verpflichtet, so lang der Lohn unter der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt. Erst vor kurzem wurde festgelegt: Der Krankenversicherungsbeitrag der Arbeitgeber wird nicht steigen, es bleibt bei den 7,3 Prozent. Allein der Arbeitnehmer wird in naher Zukunft mehr zahlen müssen. 

Zahle ich den Krankenversicherungsbeitrag für den Hausarzt?

Wie viel Geld bekommt mein Hausarzt von meinem Krankenversicherungsbeitrag? Etwa die zehn Euro Praxisgebühr? Könnte man denken, aber die Krankenkasse verrechnet die Praxisgebühr mit dem Honorar des Arztes. Tatsächlich rechnet der Arzt bei einem jungen Mann im Quartal nur 31, 50 Euro ab. Von etwa 180 Milliarden Euro an Beiträgen gehen etwa 23,5 Prozent an Ärzte und Zahnärzte, also weniger als ein Viertel. Aber wo bleibt der Rest vom Krankenversicherungsbeitrag? Jedenfalls wird er nur unwesentlich zur  Tilgung der Verwaltungskosten der Krankenkassen verwendet, erklärt ein Experte. Die liegen nur bei etwa 5 Prozent. Pharmakonzerne bekommen auch ihren Teil des Geldes: Sie schlucken fast 19 Prozent der 180 Milliarden Euro. Damit ist der Weg, den die Hälfte vom Krankenversicherungsbeitrag nimmt, geklärt. 

Was hat ein Krankenhaus von meinem Krankenversicherungsbeitrag?

Wird ein Patient mit gesetzlicher Krankenversicherung zum Beispiel mit einer Blinddarmentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert, so verursacht er Kosten, die sich in etwa auf 2000 Euro belaufen. Das beginnt mit der Aufnahme und endet mit der Nachbehandlung. Besonders teuer wird es für das Krankenhaus, wenn ein Patient wegen Komplikationen länger als vier Tage bleiben muss. Vor allem die Intensivstation verlangt viel Personal – ganz zu schweigen von den High-Tech-Instrumenten. 34,5 Prozent vom Krankenversicherungsbeitrag bekommen die Krankenhäuser. So lange der Einzelne jung und gesund ist, zahlt er einen viel höheren Krankenversicherungsbeitrag, als er benötigt. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass er im Alter von diesem Krankenversicherungsbeitrag profitieren wird. 

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