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Gesundheit

Zecke richtig entfernen: Darauf sollten Sie achten

04.08.2011 • 05:30

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto besser, denn so sinkt das Risiko einer Infektion. Beim Entfernen des Blutsaugers sollten Sie sorgsam umgehen.

Inhaltsverzeichnis

Zeckenstich oder Biss: Einfach erklärt
Zeckenbiss vermeiden: Suchen Sie Ihren Körper ab
Zeckenschutz: Mittel gegen Zecken
Hausmittel gegen Zecken: Das sollten Sie beachten
Holzbock richtig entfernen: Drehen oder ziehen?
Zeckenzange, Zeckenkarte, Pinzette: Das geeignete Werkzeug
Kopf stecken geblieben, was tun?
Zecke entsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es
Zecke entfernen bei Hund und Katze: Tipps
Symptome Zeckenbiss: Wann zum Arzt?

Was tun bei Zeckenbiss? Das müssen Sie wissen

Zecken fahnden nach ihren Opfern. Während sie im Gras oder Unterholz sitzen, halten sie nach einem geeigneten Wirt Ausschau. Passiert einer ihren Weg, halten sie sich an ihm fest - an Menschen wie Tieren. Gefährliche Gebiete, in denen Sie sich so einen Parasiten einfangen können, sind Wälder, Wiesen, mit bodennahen Pflanzen bewachsene Gegenden und Flächen, auf denen es Unterholz gibt. 

Ist eine Zecke auf einen Körper gelangt, sucht sie sich einen geeigneten Ort zum Blutsaugen. Diese sind oft weiche Stellen, die gut durchblutet werden. Die Spinnentiere nisten sich daher gern in der Leistengegend, unter den Achseln, in den Kniekehlen, am Bauch und der Brust oder gar am Haaransatz ein.

Zeckenstich oder Biss: Einfach erklärt

Oftmals wird von einem Zeckenbiss gesprochen, aber eigentlich handelt es sich um einen Stich. Bevor die Zecke mit dem Saugen beginnt, schneidet sie die Haut des Wirtes mit ihren Kieferklauen ein. Anschließend sticht sie mit ihrem Saugrüssel (Hypostom) zu. Dieser verfügt über einige Widerhaken, die einen festen Sitz des Parasiten ermöglichen.

Zusätzlich verabreicht die Zecke einige Stoffe beim Blutsaugen. Sie sondert in die Wunde eine Art Klebstoff ab, um sich zusätzlich zu verankern. Zudem gibt sie einen Gerinnungshemmer und einen entzündungshemmenden Stoff ab, um das Blutsaugen zu erleichtern. Hinzu kommt ein Betäubungsmittel, das die Zecke injiziert, um die Einstichstelle unempfindlich zu machen.

Zeckenbiss vermeiden: Suchen Sie Ihren Körper ab

Es ist sinnvoll, nach einem Besuch im Wald oder beim Spazierengehen über Wiesen, den gesamten Körper nach den Krabbeltieren abzusuchen. Begeben Sie sich auch bei Ihren Kindern und Haustieren auf die Suche nach den Parasiten. Auch im Garten können die winzigen Blutsauger ihr Unwesen treiben. Daher sollten Sie sich lieber einmal zu oft absuchen als einmal zu wenig.

Auch helle Kleidung kann dabei helfen, einen Zeckenbiss zu vermeiden. Auf den hellen Stoffen können sie schneller erkennen, ob einer der Parasiten an Ihnen hinauf krabbelt. So können Sie ihn entfernen, bevor er sich eine Stelle zum Festsaugen sucht. 

Planen Sie einen Ausflug in den Wald oder halten Sie sich an anderen Orten auf, an denen der Kontakt mit Zecken wahrscheinlich ist, sollten Sie auf lange Kleidung zurückgreifen, die den Körper bedeckt: Lange Hosenbeine und Ärmel halten die Tiere davon ab, einfach und schnell auf den Körper zu gelangen. Zudem sollten Sie Ihre Hosenbeine in die Socken stecken.

Zecken mögen feuchtes Wetter. Vor allem nach Regenfällen herrscht deswegen eine erhöhte Gefahr. Bei heißem und trockenem Wetter verkriechen sich die Parasiten - aber Sie sollten sich auch bei dieser Witterung dennoch gründlich absuchen.

Zeckenschutz: Mittel gegen Zecken

Im Handel gibt es einige Mittel, mit denen man Zecken abhalten kann. Die sogenannten Repellentien schrecken die Spinnentiere ab. Aber sie bieten keinen vollkommenen Schutz, weswegen es wichtig ist, dass Sie sich nach einem Ausflug trotzdem auf mögliche Sauger überprüfen. Zudem müssen die Abwehrmittel regelmäßig aufgefrischt werden.

Repellentien, die den Wirkstoff Icaridin beinhalten, schneiden laut Stiftung Warentest besonders gut ab. Wetter.com hat die Ergebnisse zusammengefasst. Besonders gut schnitten ab:

  • Anti Brumm Forte
  • Anti Brumm Zecken Stopp
  • Autan Protection Plus Multi Insektenschutz
  • Zeckito Classic Insektenschutz Pumpspray von Rossmann
  • Doctan Classic Spray
  • Mosquito Protect Zeckenschutz Spray

Auch die Mittel von DM und Greensect konnten noch ein gutes Ergebnis erzielen.

Hinweis: Viele Abwehrmittel können Augenreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Verwenden Sie die Mittel deswegen vorsichtig und sorgsam.

Achtung: Möchten Sie Ihre Hunde oder Katzen vor Zecken schützen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Mittel für Tiere geeignet sind. Sonst könnten Sie Ihrem Vierbeiner unbeabsichtigt schaden.

Hausmittel gegen Zecken: Das sollten Sie beachten

Es wird vermutet, dass Hausmittel wie Schwarzkümmel-, Kokosöl oder ätherische Öle Zecken und andere Blutsauger fernhalten könnten. Laut eines Artikels der Biologie-Abteilung der Johns Hopkins Universität ist Citronella-Öl als wirksames Abwehrmittel bekannt, allerdings verfliegt die Wirkung schnell wieder, was laut eines Artikels, der auf nature.com erschien, bei vielen pflanzlichen Repellentien der Fall ist. Auch sind sie häufig unbeständig in der Wirksamkeit.

Laut einer Studie des hielt Kokosfettsäure Zecken fern. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten:

  1. Es wurde lediglich die Wirksamkeit von Kokosfettsäure nachgewiesen. Dieser Stoff kann aus Kokosöl gewonnen werden.
  2. Die Konzentration der Säure, die Zecken und andere Blutsauger fern hielt, war relativ hoch, sodass Kokosöl, das nicht so eine hohe Konzentration der Säure enthält, allein nicht ausreichen würde, um diesen Effekt zu erzielen.
  3. Laut der Studie beziehen sich die Ergebnisse auf zwei bestimmte Zeckenarten. Ob weitere oder gar alle Zecken durch Kokosfettsäure abgeschreckt werden, ist dadurch nicht automatisch belegt.

Auch wenn die Meinung dazu im Internet auseinander geht, sollten Sie sich keinesfalls darauf verlassen, dass pflanzliche Mittel einen optimalen Schutz darstellen und Sie dadurch nicht von Zecken gestochen werden. 

Holzbock richtig entfernen: Drehen oder ziehen?

Um das richtige Entfernen einer Zecke, oder Holzbock, wie sie auch oft genannt wird, ranken sich einige Mythen. So gehen Sie am besten vor:

  1. Nehmen Sie ein passendes Werkzeug zur Hand und greifen Sie den Holzbock damit möglichst nah an der Haut. Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und gerade aus der Haut.
  2. Es ist umstritten, ob man beim Herausziehen das Werkzeug und die Zecke drehen soll oder besser nicht. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit erklärt, dass beim Drehen Mundstücke des Holzbocks abreißen und in der Haut stecken bleiben können.
  3. Am geeignetsten scheinen ein lediglich leichtes Drehen sowie ein vorsichtiges Rütteln, wenn sich die Zecke nicht zu lösen scheint. 
  4. Es kann bis zu einer Minute dauern, bis sich eine Zecke gut entfernen lässt.
  5. Achtung: Gehen Sie unbedingt vorsichtig vor. Von grobem und ruckartigem Reißen wird abgeraten. 
  6. Auch den Körper des Blutsaugers zu quetschen sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. Sonst kann es sein, dass sich die Zecke übergeben muss und dadurch könnten vermehrt Erreger in den Körper des Wirts gelangen.
  7. Desinfizieren Sie die Stelle abschließend, um weitere Infektionen durch andere Keime, die in die Wunde gelangen könnten, zu vermeiden. 

Hinweis: Der gemeine Holzbock ist eine Zeckenart. Für das Verständnis verwenden wir den Begriff in diesem Artikel teilweise als Synonym, aber nicht alle Zecken sind Holzböcke.

Zeckenzange, Zeckenkarte, Pinzette: Das geeignete Werkzeug

Es gibt verschiedene Werkzeuge, mit denen Sie die Parasiten entfernen können:

  1. Pinzette

Sie können eine Zecke mit einer handelsüblichen Pinzette aus der Haut des Betroffenen ziehen. Besonders eignen sich dafür feine Pinzetten, mit denen Sie das Tier nahe an der Haut greifen können.

2. Zeckenzange

Unter Zeckenzangen werden verschiedene Werkzeuge zusammengefasst, die es online, im Handel und Apotheken extra zu dem Zweck gibt, um die Spinnentiere zu entfernen. Diese haben jedoch nicht immer die Form einer Zange. Mit ihnen soll das Entfernen der Blutsauger einfach vonstattengehen. Ihr Vorteil soll vor allem darin bestehen, dass sie dafür ausgelegt sind, die winzigen Zecken gut zu greifen.

Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und aus unterschiedlichen Materialien. Sie bestehen zum Beispiel aus Kunststoff oder Edelstahl oder sie verfügen über Features wie einer LED-Lampe. Zudem gibt es auch elektrische Zeckenzangen, die die Parasiten mit einem Stromstoß töten. Allerdings wird zum Beispiel von der Stiftung Warentest infrage gestellt, ob sie wirklich eine bessere Variante zur gewöhnlichen Zeckenzange darstellen.

3. Zeckenkarte

Hierbei handelt es sich um flache Karten, die meistens aus Plastik bestehen. An einer Seite besitzen sie eine v-förmige Kerbe, in die man die Zecke führt. Anschließend kann man das Tier herausheben.

4. Zeckenschlinge/Zeckenlasso/Faden

Das ist eine Schlinge, die sich verstellen lässt, um sie über die Zecke zu legen. Ist sie festgezogen, kann damit der Holzbock entfernt werden. Wahlweise funktioniert das auch mit einem Faden.

5. Zeckenhaken

Er ist ein gebogener Stab und ähnelt der Zeckenkarte, denn er verfügt ebenfalls über eine Kerbe/einen Schlitz, in die die Zecke eingeführt wird. So kann die Zecke aus der Haut gehebelt werden.

6. Finger

Haben sie gerade kein geeignetes Hilfsmittel zur Hand, können Sie es auch mit Ihren Fingern versuchen. Nehmen sie dafür die Zecke zwischen zwei Nägel und entfernen Sie sie.

7. Andere Hilfsmittel

Man sollte die Zecke keinesfalls mit Öl, Kleber oder anderen Substanzen behandeln, während sie saugt. Im Todeskampf kann sie sonst erbrechen und Erreger in den Wirtskörper abgeben. 

Hinweis: Desinfizieren Sie das Werkzeug Ihrer Wahl im Idealfall vor dem Entfernen, um zu vermeiden, dass Keime und Erreger in die Wunde, die die Zecke verursachte, gelangen.

Kopf stecken geblieben, was tun?

Es kursiert der Irrglaube, dass der Kopf einer Zecke stecken bleiben kann. Allerdings ist dies nicht ganz richtig. Zwar kann etwas von dem Spinnentier abreißen, aber dabei handelt es sich lediglich um Beißwerkzeuge des Parasiten, die aufgrund der Widerhaken und des Klebstoffes so fest im Körper verankert sind, dass sie beim Entfernen abgetrennt werden können. Zecken gehören zur Gattung der Milben und verfügen über keinen Kopf.

Sorgen müssen Sie sich darüber aber keine machen, denn die Überreste enthalten keine der Erreger, die Zecken übertragen. Für gewöhnlich stößt der Körper die Überbleibsel nach einiger Zeit selbst ab. Wenn Sie sich jedoch sehr unsicher sind, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, damit er die Beißwerkzeuge steril entfernen kann. Zudem sollten Sie die Stelle beobachten. Auch wenn sich eine Entzündung bilden sollte, ist ein Besuch beim Arzt ratsam.

Zecke entsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es

Haben Sie eine Zecke erfolgreich entsorgt, können Sie sie auf Borrelien untersuchen lassen, um festzustellen, ob eine Übertragung der Infektionskrankheit Lyme-Borreliose möglich ist. Allerdings müssen Sie hierfür die Kosten selbst tragen und die Tests sind nicht unbedingt aussagekräftig. Denn auch wenn eine Zecke Borrelien beherbergt, bedeutet das nicht, dass eine Übertragung stattfand.

Möchten Sie sie unschädlich machen, sollten Sie eine effektive Methode wählen, um die Zecke zu töten. Das ist leichter gesagt als getan, denn die Spinnentiere sind sehr widerstandsfähig. Diese Möglichkeiten gibt es:

  1. Zerquetschen/Zerdrücken: Nutzen Sie ein Glas oder einen anderen festen Gegenstand und zerquetschen Sie die Zecke. Am besten legen Sie den Parasiten davor in ein gefaltetes Papier, damit Sie nicht mit den Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen.
  2. Ertränken/Abtöten: Wählen Sie dazu zum Beispiel Alkohol mit einem Anteil von 40 Prozent oder höher, Desinfektionsmittel oder Chlorreiniger.
  3. Verbrennen

Achten Sie beim Töten des Tieres darauf, nicht in den Kontakt mit seinen Körperflüssigkeiten zu kommen, damit Sie sich nicht mit den Erregern anstecken.

Zecke entfernen bei Hund und Katze: Tipps

Haustiere wie Hunde und Katzen streifen oft durch Wälder, über Wiesen oder durchs Unterholz. Deswegen fangen sich unserer Vierbeiner auch häufiger mal eine Zecke ein. So entfernen Sie die Blutsauger am besten:

  • Suchen Sie Ihr Haustier nach einem Ausflug gründlich ab.
  • Entdecken Sie eine Zecke, sollten Sie sie umgehend und vorsichtig entfernen, damit sich Ihr Haustier nicht mit einer Krankheit ansteckt.
  • Legen Sie hierfür am besten das Fell so gut es geht auseinander, damit sie keine Haare mit ausreißen. 
  • Verwenden Sie ein Werkzeug Ihrer Wahl, um die Zecke zu entfernen. 
  • Überprüfen Sie die Einstichstelle, ob Sie das Spinnentier komplett lösen konnten.
  • Beobachten Sie die Wunde und das Verhalten Ihres Haustiers. Stellen Sie Symptome wie Fieber, Schmerzen, Appetitlosigkeit oder andere auffällige Veränderungen fest, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
  • Befindet sich die Zecke an einer schwierigen Stelle wie am Auge Ihres Haustiers und Sie fürchten, Sie könnten Ihren Vierbeiner verletzen, kann ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll sein.

Symptome Zeckenbiss: Wann zum Arzt?

Je nachdem, wie lange die Zecke am Wirtskörper gesaugt und welche Erreger sie beherbergt hat, können unterschiedliche Krankheiten übertragen werden. In Deutschland sind etwa FSME und Borreliose verbreitet. 

Nachdem Sie eine Zecke entfernt haben, sollten Sie den Biss gut im Auge behalten. Bei Borreliose ist die Wanderröte ein Anzeichen für eine Infektion. Aber laut netdoktor.de gibt es noch weitere Symptome, auf die Sie nach einem Stich achten sollten:

  • Rötung: Bei einer Borrelien-Infektion bildet sich häufig eine kreisrunde Wanderröte um die Einstichstelle. Sie ist oft mindestens 5 cm groß und in der Mitte blasser. Nach außen hin verbreitet sich die Rötung. Zudem kann sie auch an anderen Körperstellen auftauchen.
  • Jucken: Für gewöhnlich jucken Zeckenstiche nicht, da die Parasiten einen betäubenden Stoff in die Stell injizieren. Beginnt der Biss jedoch zu jucken, kann das auf eine Infektion hindeuten.
  • Fieber
  • Muskel- oder Kopfschmerzen
  • Müdigkeit/Schlappheit
  • Lähmungserscheinungen

Zeigen sich diese Anzeichen nach einem Zeckenbiss bei Ihnen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann eine passende Diagnose stellen und eine Therapie einleiten.

Borreliose und FSME: Verbreitete Krankheiten in Deutschland

In Deutschland sind FSME und Borreliose zwei Krankheiten, die relativ häufig von Zecken übertragen werden.

Bei der Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die von Bakterien, den Borrelien, übertragen wird. Es gibt dagegen keine Impfung und sie wird mit Antibiotika behandelt. In einem weiteren Artikel können Sie alles Wichtige über die Krankheit nachlesen.

Bei FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Die Krankheit wird von Viren verursacht, die häufig über Zecken in den Körper gelangen. Anders als bei der Borreliose gibt es eine Impfung gegen FSME.

Beide Krankheiten können sich ähnlich wie ein grippaler Infekt äußern: Durch Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber.