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K.O.-Tropfen: Wirkung trübt Stimmung beim Karneval

Sie gelten als stärkstes Mittel, um andere Menschen gefügig zu machen: K.O.-Tropfen. Wirkung und Symptome sind verheerend, die Substanzen selbst jedoch nur schwer nachzuweisen. Bei großen Feiern wie Karneval ist die Gefahr besonders groß. Was Sie darüber müssen, verrät der SAT.1 Ratgeber.

05.02.2013 22:25 | 3:19 Min | © Sat.1

Schlafmittel oder Rauschdroge?

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Sie sehen harmlos aus, sind aber echte Partykiller: K.O.-Tropfen. Wirkung und Symptome sind verheerend. © dpa - picture alliance

Die Bezeichnung „K.O.-Tropfen“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Wirkstoffe, die zu einer Bewusstseinstrübung führen. Normalerweise werden die Arzneistoffe therapeutisch als Beruhigungs- und Schlafmittel genutzt. Am bekanntesten und gefährlichsten ist das sogenannte GBH. Die Gamma-Hydroxybuttersäure, auf Englisch „Liquid Ecstasy“, ist eine Rauschdroge, die sowohl farb- als auch geruchlos ist und leicht seifig schmeckt. Mit Alkohol vermischt, fällt sie kaum auf.

K.O.-Tropfen: Wirkung und Dauer vergleichbar mit Narkotikum

Vor allem im Karneval und auf anderen Großveranstaltungen werden die Substanzen oft in Getränke gemischt. Der Eigengeschmack von Alkohol ist so stark, dass das Opfer keinen Verdacht schöpft. Toxikologe Martin Hastedt von der Rechtsmedizin der Berliner Charité Berlin erklärt die genaue K.O.-Tropfen-Wirkung: Ähnlich wie bei einem Narkotikum werde die Person handlungsunfähig, vielfach sei ein komatöser Zustand die Folge – vor allem bei GBH. Das Opfer fällt in einen tiefen, oft mehrere Stunden dauernden Schlaf, aus dem es häufig ein sehr plötzliches, aber böses Erwachen gibt. Nicht selten wurden die Personen erst k.o. gesetzt und danach beraubt oder vergewaltigt.

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Karneval wird gefeiert und gebechert – Frauen, die Alkohol trinken, sind besonders leichte Opfer für alle, die’s drauf anlegen. © dpa - picture alliance

Die K.O.-Tropfen-Wirkung hängt jedoch davon ab, welche Menge verabreicht wurde. Bei geringer Dosierung wirken K.O.-Tropfen anregend, ähnlich wie beim Alkoholgenuss. Bei höherer Dosierung kommt es hingegen zu den beschriebenen Ohnmachtszuständen, eine mehr als unangenehme Nebenwirkung, vor allem auf großen Partys wie Karneval. Spezifische K.O.-Tropfen-Symptome sind lediglich die ungewohnten Gefühle in den Extremitäten. Betroffene berichten von einem Kribbeln in Händen und Füßen.

Beim Karneval erste Anzeichen – was tun?

Fehlendes Erinnerungsvermögen ist die eine Sache bei K.O.-Tropfen. Die andere sind gesundheitliche Schäden wie Atemprobleme, epileptische Anfälle, Herzbeschwerden bis hin zu akuter Lebensgefahr. Die Nachwirkung ist also nicht zu unterschätzen.

Grundsätzlich sollten Sie – vor allem rund um Fasching – besonders vorsichtig sein und keine Drinks von Fremden annehmen. Falls Sie dennoch eine K.O.-Tropfen-Wirkung verspüren, gilt es, sofort zu handeln. Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens und fahren Sie gemeinsam auf schnellstem Wege ins Krankenhaus. Dort müssen umgehend Gegenmaßnahmen eingeläutet werden. Zudem können die Mediziner über Blut- und Urintests K.O.-Tropfen nachweisen.

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