Ratgeber

Playlist

Ratgeber

Krawatte abschneiden: Tradition an Weiberfastnacht

Bevor es am Rosenmontag so richtig jeck wird, gibt es am Donnerstag vor Aschermittwoch eine besondere Tradition: Männern die Krawatte abschneiden, so lautet der Brauch zur Weiberfastnacht. Doch was hält eigentlich das Gesetz von dem Spaß und wer haftet für den Schaden, wenn Mann nicht einverstanden ist – Karneval hin oder her? SAT.1 klärt auf.

08.02.2013 19:05 | 14:36 Min | © ProSieben

Schnipp schnapp, Krawatte ab: Wo ist der Brauch erlaubt?

Ist der Straßenkarneval ab Weiberfastnacht um 11.11 Uhr offiziell eröffnet, beginnt für viele Frauen ein ganz besonderer Spaß: Sie schneiden den Männern ihr bestes Stück ab, die Krawatte. Doch ist das eigentlich erlaubt und was passiert, wenn Mann das gar nicht lustig findet? Das kommt ganz darauf an, wo man lebt. In Faschingshochburgen wie Köln und Mainz ist das Kürzen der Krawatte Brauch. Hier kann man von einer stillschweigenden Einwilligung der schlipstragenden Männer ausgehen und ihnen getrost die Krawatte abschneiden. Wer hier an Weiberfasching mit einer Krawatte herumläuft, ist also selbst schuld. Tipp für alle Männer, die ohne Krawatte nicht zur Arbeit erscheinen dürfen: Binden Sie sich eine Krawatte um, die Sie im Fall der Fälle entbehren könnten.

Wurzeln des Brauches

Krawatte abschneiden – wer sich fragt, woher die Tradition eigentlich kommt, muss bis ins Jahr 1824 zurückgehen, denn da ergriff eine Horde von Frauen die Chance, in der Männerdomäne Fasching einmal auf den Putz zu hauen und den Herren ihre Männlichkeit kurzerhand abzuschneiden. Sie stürmten das Rathaus von Bonn Beuel und machten die Schlipse der Herren um einige Zentimeter kürzer – diese Tradition hat sich in Karnevalshochburgen bis heute gehalten.

Krawatte abschneiden: Hier kann man den Brauch nicht leiden

Von einem Einverständnis des Beschneidens können Sie als verkappter Jeck jedoch nicht überall ausgehen. So gab es andernorts beispielsweise schon Gerichtsurteile gegen Arbeitnehmerinnen, die ihren Kollegen oder Chefs an Weiberfastnacht an den Kragen wollten. Falls Ihr Chef den Spaß nicht versteht, müssen Sie mit einer geringen Geldstrafe rechnen, haben aber zusätzlich das Gericht an der Backe. Tipp: Alle, die nicht an Rhein oder Main leben, sollten zur Karnevalszeit Urlaub nehmen und woanders Fasching feiern oder am Donnerstag vor Aschermittwoch die Schere lieber zu Hause lassen. Denn jemand, der an Fasching keinen Spaß versteht, kann Ihnen leider auch Ihren Spaß verderben.

SAT.1 Ratgeber auf Google Plus

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Fan werden