Ursprünge der Fasnacht

       

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Die Fasnacht hat eine lange Tradition und geht auf drei unterschiedliche Wurzeln zurück: das antike Saturnalienfest, das Frühlingsfest der Germanen und die christliche Fastenzeit vor Ostern.

Fasnacht und das Saturnalienfest

Die Fasnacht steht in enger Verbindung mit dem Saturnalienfest. Bei dem Fest, das im antiken Rom zelebriert wurde, wurden für einen Tag die gesellschaftlichen Rollen getauscht: Vornehme Herren mussten ihre Sklaven bedienen, während die Sklaven sich wie Herren aufführen durften: Sie konnten Witze erzählen und ihre Meinung frei äußern, ohne eine Strafe fürchten zu müssen. Diese Tradition lebt in der sogenannten Büttenrede weiter, bei der auch unbekannte Persönlichkeiten die Gelegenheit bekommen, ihrem Ärger über Gott und die Welt Ausdruck zu verleihen. Auch die Erstürmung des Rathauses, mit der am 11.11. um 11.11 Uhr die Fasnacht traditionell eingeläutet wird, geht auf das antike Saturnalienfest zurück.

Frühlingsfest der Germanen

Ein zweiter Ursprung der Fasnacht ist das Frühlingsfest der alten Germanen. Mit dem wilden Fest sollten die bösen Wintergeister vertrieben, Schnee, Frost und Kälte Einhalt geboten werden. Um die Dämonen zu erschrecken, setzten sich die Germanen schreckliche Masken auf und veranstalteten einen Höllenkrach, mit Trommeln, Schellen und Rasseln. Diese Tradition lebt bis heute in Faschingskostümen und Karnevalsliedern weiter.

Fastenzeit vor Ostern

Das heidnische Frühlingsfest war der katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Deshalb wurde das Fest im Mittelalter einfach umgedeutet: Statt böser Dämonen sollte mit dem wilden Treiben nun der Teufel vertrieben werden. Außerdem gilt das Fest seither als Vorbereitung auf die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern. Diese Bedeutung spiegelt sich auch in der Bezeichnung Fasnacht wieder, die aus dem althochdeutschen Wort fasta, Fasten, und naht, für Nacht, zusammengesetzt ist.