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Weiberfastnacht: Der Tag der Frauen

Weiberfastnacht, in Köln auch Wieverfastelovend genannt, ist der Tag, an dem Frauen das Sagen haben – und zahlreiche Krawatten radikal gekürzt werden. Doch was hat es mit dieser Tradition auf sich?

19.02.2009 19:10 | 1:42 Min | © ProSieben nutzt Material von Reuters und APTN

Weiberfastnacht: Geschichte der Emanzipation

Die Weiberfastnacht markiert offiziell den Übergang zwischen Sitzungs- und Straßenkarneval am Donnerstag vor Rosenmontag und Aschermittwoch. Der Tag, an dem die Frauen den Ton angeben, wird je nach Region auch Altweiberfastnacht, Altweiberfasching, Fettdonnerstag oder auch Schwerdonnerstag genannt. Der Tag hat eine lange Historie, die im Bonner Stadtteil Beuel begann. Das Wort Emanzipation steckte zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Die Beueler Wäscherinnen begehrten damals am Donnerstag vor Karneval gegen das Männerpatriarchat und gegen die Ausbeutung von Frauen auf. Vor fast 200 Jahren entstand also der Brauch, nicht die Wäsche, sondern die Männer „in die Mangel zu nehmen“ – bis heute folgen dem Aufruf Mädchen und Frauen in ganz Deutschland und erlauben sich Späße wie das Abschneiden von Schlipsen und Schnürsenkeln des anderen Geschlechts. Diese Tat steht symbolisch für die Auflehnung gegen die Macht der Männer.

Weiberfastnacht im Rheinland: Wieverfastelovend

Wieverfastelovend ist im Kölner Karneval und dem restlichen Rheinland ein inoffizieller Feiertag. Die meisten Feierlichkeiten beginnen am Donnerstag vor Rosenmontag um 11.11 Uhr – vielerorts wird nur bis zur Mittagszeit gearbeitet. Im Unterschied zu Rosenmontag gibt es keine Umzüge oder Paraden zur Weiberfastnacht. Das Faschingskostüm ist aber natürlich erlaubt. In den Straßen und Lokalen wird bis spät in die Nacht gefeiert. Wo Weiberfastnacht in der Regel als eine Art Vorfeier zu den Karnevalsfeierlichkeiten gilt, ist der Donnerstag im Bonner Stadtteil Beuel heute wie damals Hauptfeiertag.

Bemerkenswert: Das Abschneiden von Krawatte und Schnürsenkeln kann übrigens einer Eigentumsverletzung gleichkommen, falls der Träger nicht damit einverstanden ist. Das Amtsgericht Essen entschied zugunsten eines Klägers, dem als Kunde in einem Reisebüro die Krawatte zerschnitten wurde. Wenn sich ein Mann jedoch inmitten von Karnevalsfeierlichkeiten befinde und mitfeiere, könne ein Einverständnis unterstellt werden.

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