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Elektrogrill-Test: Was taugen Brutzler mit Strom?

01.04.2011 • 05:30

Für viele Menschen zählt Grillen nur, wenn Ihnen der Geruch brennender Holzkohle um die Nase weht. SAT.1 macht den Elektrogrill-Test und checkt, ob dieser eine gute Alternative zum Holzkohlegrill ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Elektrogrill im Test: Elektrogrill ist nicht gleich Elektrogrill

Ein Elektrogrill funktioniert, wie das Grillen selbst, denkbar einfach: Stecker rein, Schalter an und losbrutzeln. Doch bei Elektro-Grillplatte, Rost und Heizstäben hören die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Modelle auf dem Markt dann auch schon auf, wie der Test beweist. Denn es gibt nicht nur unterschiedliche Verkäufer und Anbieter der Strom-Varianten – zum Beispiel Aldi, Saturn und Media Markt, Weber, Severin und Tefal –, sondern auch unterschiedliche Ausstattungen.

Gut zu wissen: Ein Tischgrill ist besonders für den Balkon geeignet. Er ist klein, handlich und günstig – ideal für Hobbygriller mit beengten Wohnverhältnissen. Standgrill-Modelle sehen hingegen oft aus wie ganz normale Holzkohlegrills und können wunderbar im Garten aufgebaut werden. Sie sind meist mit allerlei Zubehör ausgestattet, verfügen über eine große Grillfläche und kosten daher auch mehr. Zur Königsklasse unter den Elektrogrills gehört der Haubengrill. Mit diesem können Sie zum Beispiel Gemüse und Fisch schonend garen – für ambitionierte Grillfans die erste Wahl. Im Folgenden zeigt der Elektrogrill-Test, was für und was gegen ein bestimmtes Modell spricht.

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Ein Elektrogrill ist eine lohnende Alternative zum Holzkohlegrill – besonders wenn’s mal schnell gehen muss. © Dar1930 - Fotolia

Auf die Leistung kommt es an

Wer nur die frühen Versionen von Elektrogrills kennt – eine simple Metallwanne mit Heizschlange und Grillrost –, wird darin verständlicherweise keine Alternative zum Holzkohlegrill sehen. Würstchen, die nach gefühlten Ewigkeiten auf dem Rost immer noch aussehen wie frisch aus der Fleischtheke: Bei so einem schwachbrüstigen Elektrogrill kann von Grillen wirklich keine Rede sein. Entsprechend negativ fällt das Urteil im Elektrogrill-Test aus.

Ganz anders sieht es hingegen mit modernen elektrischen Grillgeräten aus, wie der Elektrogrill-Test zeigt. Bei einer Leistung von mindestens 2.000 Watt entsteht nämlich echtes Grillaroma, das den Vergleich zu Holzkohlegrills nicht scheuen muss. Bei vielen Modellen ist die Temperatur mittels Regler sogar individuell einstellbar. Elektrogrills mit Deckel ermöglichen indirektes Grillen wie beim Kugelgrill. Mit Kontaktgrills, die Grillfleisch und Würstchen von oben und unten gleichzeitig einheizen, grillen Sie sogar deutlich schneller als auf Kohle.

Elektrogrill im Test: Weitere Vorteile

Das Fehlen des typischen Holzkohlerauchs kann durchaus ein Vorteil sein – beispielsweise, um beim Grillen auf dem Balkon den Hausfrieden zu wahren. Im Elektrogrill-Test zeigt sich: Während Qualm, der in Nachbars Wohnung zieht, Auslöser für einen handfesten Nachbarschaftsstreit werden kann, hat gegen leckeren Grillfleischgeruch kaum jemand etwas einzuwenden. 

Im Vergleich zum Holzkohlegrill eignet sich der Elektrogrill zudem deutlich besser für spontane Grill-Aktionen, denn Sie benötigen weder Kohle noch Anzünder. Einfach Stecker rein und aufheizen – ohne langes Warten, bis die Kohlen endlich durchgeglüht sind. Und auch wenn das Wetter mal nicht mitspielen sollte, ist das Grillen mit einem Elektrogrill möglich.

Im Test zeigt allerdings auch einen gravierenden Nachteil: Sie brauchen eine Steckdose. Ist die im Außenbereich nicht vorhanden, können Sie aber auch mit dem Verlängerungskabel arbeiten – nicht die eleganteste Lösung, aber zielführend.

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Fürs Grillen auf dem Balkon ist ein strombetriebener Brutzler ideal, denn er produziert keinen Rauch. © W. Heiber Fotostudio - Fotolia

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Devise Nummer 1 beim Kauf eines Elektrogrills: Eine hohe Leistung ist entscheidend. Mindestens 2.000 Watt sollten es laut Elektrogrill-Test schon sein, besser noch 2.200. Überlegen Sie sich außerdem, ob Sie einen Grill mit Haube brauchen. Mit einem Deckel wird das Grillgut schnell von allen Seiten gegart, ohne braucht es etwas länger. 

Ebenfalls praktisch ist eine integrierte Wasserschale, denn die fängt heruntertropfendes Fett auf und schützt vor gefährlichen Stichflammen. Achten Sie aber darauf, dass diese herausnehmbar und somit abwaschbar ist. Last, but not least: Damit sich der Elektrogrill leicht reinigen lässt, sollte dieser antihaftbeschichtet und spülmaschinenfest sein. So sparen Sie sich jede Menge Arbeit.

Testsieger von Stiftung Warentest

Der Elektrogrill-Test 2015 von Stiftung Warentest hat gezeigt: Es gibt einige Elektrogrills, die wesentlich besser abschneiden als andere. Unter den Kontaktgrills hat der Tefal Optigrill für 173 Euro am besten abgeschnitten. Sowohl Automatikprogramme als auch Wärmeverteilung sind top. Etwas günstiger, aber mit vergleichbar guten Ergebnissen konnte der Philipps HD4467 überzeugen. Er passt Grilldauer und Temperatur sogar an die Dicke des Fleisches an, die er selbstständig misst.

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Mit einem Kontaktgrill geht das Brutzeln sogar noch schneller: Er heizt von oben und unten gleichzeitig. © Fotolia/martina

Fazit: Der Elektrogrill-Test zeigt, dass es besonders wichtig ist, beim Kauf auf die Leistung des Modells zu achten. Stimmt die, kann er geschmacklich durchaus mit einem Kohlegrill mithalten. Oft ist die elektronische Variante sogar praktischer, zum Beispiel bei schlechtem Wetter oder beengten Wohnverhältnissen. Außerdem kann der Elektrogrill die Gar- und Wartezeit deutlich verkürzen. Einige Modelle passen die Grillzeit sogar automatisch an die Dicke des Fleisches an.

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