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Handy ins Wasser gefallen: Was tun?

Auch wenn nicht wenige Menschen denken, dass Ihnen so etwas niemals passieren würde – Handys fallen öfter ins Wasser oder andere Flüssigkeiten, als manch einer denkt. Um das gute Stück zu retten, ist schnelles Handeln angesagt.

22.08.2017 18:00 | 1:27 Min | © Wundermedia

Keine Panik, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist

Wenn Ihr Smartphone ein unfreiwilliges Bad nimmt, egal ob in der Toilettenschüssel, einem Bierglas oder im Baggersee, ist als Erstes schnelles Eingreifen gefragt. Holen Sie Ihr Handy sofort aus der Flüssigkeit, um weitere Schäden zu vermeiden. Widerstehen Sie allerdings dem Impuls, sofort auf eine Taste zu drücken, um zu überprüfen, ob das Gerät noch funktioniert. Dadurch könnte die Flüssigkeit erst recht ins Innere des Smartphones geleitet werden und einen Handy-Wasserschaden verursachen.

Nach der Rettung aus dem Wasser sollten Sie, falls möglich, zunächst den Akku entfernen, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Besitzer von iPhones und anderen Geräten mit fest verbauten Akkus haben leider weniger gute Karten, falls das Handy ins Wasser gefallen ist. Alle anderen beweglichen Teile wie SIM- und Speicherkarten sollten Sie ebenfalls entfernen. Das komplette Auseinanderbauen des Geräts würde die Trocknung beschleunigen, führt allerdings zum Erlöschen der Garantie und ist daher nicht empfehlenswert, um am Handy einen Wasserschaden zu vermeiden.

Handy ins Wasser gefallen - was tun?

Zunächst trocken Sie alle Teile gründlich mit einem fusselfreien Tuch. Im Inneren des Handys wird sich vermutlich trotzdem noch Flüssigkeit befinden, an die Sie nicht einfach so gelangen. Hier hilft ein altes Hausmittel zur Trocknung: Reis. Die Körner halten nicht nur das Salz im Streuer trocken und klumpenfrei, sondern eignen sich auch zur Trocknung ins Wasser gefallener Handys. Reis saugt nämlich Feuchtigkeit auf und absorbiert sie. Geben Sie einfach ausreichend trockenen Reis in einen verschließbaren Behälter und vergraben Sie Ihr Handy ohne die ausgebauten Teile darin.

Die kleinen Silica-Gel-Päckchen, die häufig in Kartons von Elektrogeräten oder Schuhen zu finden sind, eignen sich noch besser gegen einen drohenden Handy-Wasserschaden. Einzelne Päckchen können auch unterstützend zum Reis gegeben werden. Nach ein bis zwei Tagen sollte das Innere des Handys, das ins Wasser gefallen ist, getrocknet sein. Dann heißt es: Akku einlegen, Daumen drücken und einschalten.

Don'ts bei der Handyrettung

Was Sie besser lassen sollten, wenn Ihr Handy ins Wasser gefallen ist, ist Trocknung durch Hitze. Versuchen Sie nicht, Ihr Smartphone trocken zuföhnen. Die extreme Wärme kann die Hardware ernsthaft beschädigen. Auch das Handy kurz in die Mikrowelle zu legen, ist definitiv keine Option. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie bei einem Wasserschaden vorgehen sollen, ist es besser, einen Fachmann zu Rate zu ziehen oder sich an den Hersteller zu wenden.

Schutz gegen einen Handy-Wasserschaden

Wer von Anfang an auf Nummer Sicher gehen will, kann sich auch ein Smartphone mit hoher Wasserdichtigkeit zulegen. Beim Kauf bietet die IP-Schutzklasse verlässliche Informationen über die Widerstandsfähigkeit, für den Fall, dass das Handy ins Wasser fällt. Diese Klassifizierung ist zuverlässiger als die oft schwammigen Angaben der Hersteller.

IP-Schutzklasse: Vier aussagekräftige Zeichen

Die Schutzklasse eines Handys wird durch vier Zeichen dargestellt: dem Kürzel IP, gefolgt von zwei Zahlen. Das IP steht für Ingress Protection, also den Schutz gegen Eindringen. Ganz grundsätzlich geht es dabei um das Eindringen von Staub und ähnlichen Fremdkörpern sowie Wasser in das Gehäuse. Über den Grad des Schutzes gegen Fremdkörper gibt die erste Ziffer Auskunft, die zweite klassifiziert den Schutz für den Fall, dass das Handy ins Wasser gefallen ist - also die sogenannte Wasserdichtigkeit.

Handy ins Wasser gefallen - welche Zahlen bedeuten Entwarnung?

Die Klassifizierung des Schutzes gegen Fremdkörper reicht von 0 (kein Schutz) bis 6 (staubdicht). Ein mit 5 klassifiziertes Handy ist lediglich staubgeschützt, aber nicht komplett staubdicht.  Die Klassen von 1 bis 4 bieten lediglich Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper in Größenabstufungen von 50 Millimetern (Klasse 1) bis 1 Millimeter (Klasse 4). Der Schutz gegen Fremdkörper sollte bei einem Outdoor-Handy mindestens bei 5 liegen.

Wasserdichtigkeit ist an der zweiten Ziffer ablesbar

Die zweite Ziffer der IP-Schutzklasse gibt an, wie gut hoch der Schutz gegen einen Handy-Wasserschaden ist. Hierbei gibt es acht Abstufungen. Klasse 0 bedeutet, dass es überhaupt keinen Schutz gibt, falls das Handy ins Wasser fällt. 1 bietet Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser, 2 bis zu einem Neigungswinkel bis 15 Grad. Die Klasse 3 sagt aus, dass das Gerät gegen fallendes Sprühwasser bis zu einem Winkel von 60 Grad gegen die Senkrechte geschützt ist, bei Klasse 4 kann auch allseitiges Spritzwasser dem Handy nichts anhaben.

n den Klassen 5 und 6 ist ein Handy gegen sogenanntes normales Strahlwasser, also Wasser, das im Strahl aus einer Düse kommt, und starkes Strahlwasser geschützt. Handys mit den beiden höchsten Klassifizierungen überstehen sogar Untertauchen ohne einen Handy-Wasserschaden. In der Klasse 7 nur zeitweilig bis zu 30 Minuten bei einer Wassertiefe von einem Meter, in der Klasse 8 auch dauerhaft.

Der ideale Schutz gegen Handy-Wasserschäden

Ein Handy mit der Schutzklasse IP57 ist also beispielsweise staubgeschützt und - falls das Handy ins Wasser gefallen ist - in einem Meter Tiefe 30 Minuten lang vor eindringendem Wasser sicher. Am geläufigsten ist bei Outdoor-Handys der Standard IP67, hierunter fallen beispielsweise das Motorola Defy, das Samsung Galaxy S4 Active und das Sony Ericsson Xperia Active. Smartphones mit der bestmöglichen Schutzklasse IP68 sind hingegen extrem selten. Selbst bei hohem Schutz sollte man aber vorsorglich schnell reagieren, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist, und das Gerät gut trocknen.

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