Ratgeber

Deutsche Weihnachtslieder: So klingt der Heilige Abend

06.12.2011 • 08:00

Ob beim Weihnachtsgottesdienst, zu Hause oder bei Oma und Opa – deutsche Weihnachtslieder gehören zu den Feiertagen wie Ente, Gans und Tannenbaum. Doch was wird eigentlich gesungen und worüber?

Deutsche Weihnachtslieder: "O du fröhliche" und "Stille Nacht"

Einige deutsche Weihnachtslieder sind ruhig, andere fröhlich und ausgelassen. Zur ersten Sorte gehört das beliebte und weltweit bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, das in Österreich entstanden ist. Doch wie geht es nach dem ersten Vers eigentlich weiter? Damit Sie vorbereitet sind, wenn Heiligabend der Weihnachtsmann vor der Tür steht, gibt’s hier die Antwort: „Alles schläft, einsam wacht / Nur das traute, hochheilige Paar. / Holder Knabe im lockigen Haar, / Schlaf in himmlischer Ruh, / Schlaf in himmlischer Ruh.“ Das jedenfalls ist die gebräuchliche Fassung, die etwas singbarer ist als der Originaltext. Auch werden von dieser nur drei von insgesamt sechs Strophen gesungen.

Etwas peppigere deutsche Weihnachtslieder gefällig? Dann lässt „O du fröhliche“ weihnachtliche Vorfreude aufkommen. So geht’s weiter: „O du Seelige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, Christenheit!“ Kennen Sie die erste Strophe, blamieren Sie sich zumindest beim weihnachtlichen Anstimmen nicht. In den beiden folgenden Strophen, nur zur Info, geht es um die Osterzeit, in der Christus wieder auferstanden ist, und Pfingsten, wenn der Heilige Geist entsendet wird. Mit diesem Wissen können Sie das Weihnachtslied zwar nicht wortwörtlich zu Ende singen, aber zumindest die erste und vierte Zeile, denn die bleibt in allen drei Strophen gleich.

Ein Muss auch in Weihnachtsliedern: Schneeflöckchen, Engel und Christkind

Das Kinderlied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ wird zwar auch zu Weihnachten gesungen, ist aber den ganzen Winter über aktuell, denn hier haben Heiligabend und Christus nichts zu melden. Kennen Sie die erste Strophe auswendig? Hier eine kleine Erinnerung: „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.“ Das hätten Sie noch hinbekommen? Dann sollten Sie auch die zweite Strophe kennen: „Komm setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern, malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.“ Fortgeschrittene wissen, wie es weitergeht: „Schneeflöckchen, du deckst uns, die Blümelein zu, dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh‘.“ Und wie geht’s aus? Lustig: „Schneeflöckchen, Weißröckchen, komm zu uns ins Tal. Dann bau’n wir den Schneemann und werfen den Ball.“ Dass das Lied mit einer Schneeballschlacht endet, sollten Sie nicht nur wissen, um deutsche Weihnachtslieder wie dieses mitsingen zu können, sondern auch um vorbereitet zu sein, wenn Frau Holle tatsächlich aufwacht.

Hat Schneeflöckchen den Aufruf erhört, ist das Ihr Einsatz für weitere deutsche Weihnachtslieder – zum Beispiel: „Leise rieselt der Schnee“. Hier spielt das Christkind wieder eine Rolle, denn so geht die erste Strophe: „Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See / weihnachtlich glänzet der Wald: Freue dich, Christkind kommt bald!“ Damit Sie kontrollieren können, dass Ihre Kinder den Weihnachtsmann nicht anflunkern, wenn dieser am Heiligen Abend die Geschenke verteilt, hier eine Zusammenfassung von Strophe zwei und drei: Nicht Kummer und Sorgen sollten Weihnachten vorherrschen, sondern Vorfreude auf das Christkind und die heilige Nacht.

Weitere deutsche Weihnachtslieder für den 23. Dezember

Hoffmann von Fallersleben hat nicht nur wunderschöne Gedichte zu Weihnachten geschrieben, sondern auch das lustige Weihnachtslied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, das wie folgt weitergeht: „Kommt mit seinen Gaben. Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, / Ja ein ganzes Kriegesheer, / Möcht‘ ich gerne haben.“ Kriegsspielzeug im Weihnachtslied? Das fand auch Hilger Schallehn zu arg und dichtete die Strophe kurzerhand um: „Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben. Bunte Lichter, Silberzier, Kind und Krippe, Schaf und Stier, Zottelbär und Pantertier möcht‘ ich gerne haben!“ Welche Strophe Sie Weihnachten singen, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Ein Lied, das ebenso kurz vor Heiligabend gesungen wird und für viel Vorfreude sorgt, ist „Morgen, Kinder, wird’s was geben“. Die erste Strophe bekommen die meisten noch hin: „Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freun! Welch ein Jubel, welch ein Leben wird in unserm Hause sein! Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist Weihnachtstag!“ Können Sie hier mitsingen, ist das ein guter Anfang, wenn Sie zumindest wissen, worum es auch in den nächsten drei Strophen geht, können Sie Weihnachten zumindest mit theoretischem Wissen punkten. Hier eine kleine Hilfe: um ein geschmücktes Wohnzimmer, darum, wie's letztes Jahr war, und dass auch dieses Weihnachten wieder schön wird.

Ihnen fallen noch weitere deutsche Weihnachtslieder ein? „Fröhliche Weihnacht überall“ und „O Tannenbaum, o Tannenbaum“ zum Beispiel? Dann Text auffrischen und Heiligabend ab in die Kirche!