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Champions, Steinpilze & Co.

Champions, Steinpilze & Co.: Pilze selbst züchten

Pilze müsst ihr nicht unbedingt im Supermarkt kaufen. Eine eigene Pilzzucht braucht nicht viel – außer Geduld. Wir sagen euch, wie es mit dem Züchten von Pilzen funktioniert.

Um Pilze zu bestimmen, sollten Sie ein bisschen Ahnung von den Unterschieden...
Um Pilze zu bestimmen, sollten Sie ein bisschen Ahnung von den Unterschieden einzelner Sorten haben. In der Regel recht einfach zu erkennen, sind zum Beispiel Steinpilze. © Fotolia

Selbstziehen statt Suchen: Startet eure eigene Pilzzucht

Im Auflauf, als Suppe, im Salat oder auf dem Grill: Pilze sind eine leckere Zutat für viele Gerichte. Natürlich kann man Pilze im Supermarkt kaufen. Die sind aber oft teuer und im Kühlschrank relativ schnell verschimmelt. Und nicht jeder kann direkt in den Wald gehen, um mühsam ein Körbchen mit Pilzen füllen – zumal hier die Gefahr besteht, dass man mal die falschen Pilze mit nach Hause nimmt . Supermarkt und Wald sind aber nicht die einzigen Möglichkeiten, um an frische Pilze zu kommen: Viele leckere Sorten lassen sich auch in Eigenregie kultivieren und bei Bedarf pflücken. Wir haben die wichtigsten Infos für die eigene Pilzzucht für euch zusammengestellt.

Wie werden Pilze gezüchtet? So startet ihr eure Pilzkultur

Anders als bei anderen Selbstzucht-Projekten werden Pilze nicht ausgesät. Bei der Pilzzucht spricht man vielmehr von „impfen“. Wenn ihr das erste Mal Pilze selbst züchtet, beginnt ihr am besten mit einer fertigen Kultur, die ihr zum Beispiel bei speziellen Pilzzuchtshops im Internet bestellen könnt. Dann braucht ihr noch einen Nährboden. Je nach Pilzsorte kann das Holz, Stroh, Erde oder auch Kaffeesatz sein. Informiert euch also vorher darüber, auf welchem Untergrund eure Pilze am besten wachsen. Der Boden wird dann mit der Kultur geimpft. Das heißt, dass ihr ihn mit der Pilzkultur mischt. Dafür zieht ihr Einmal-Handschuhe an. Die Pilzkultur ist für die Hände nicht gefährlich. Es kann aber sein, dass sich auf euren Händen Sporen befinden, die schädlich für das Wachstum der Pilze sind und die empfindliche Kultur töten. Jetzt heißt es erstmal Geduld haben, denn Pilze wachsen nicht von heute auf morgen: Das sogenannten Myzel – das sind feine weiße Fasern, die sich in der Pilzkultur befinden und aus denen später die Pilze wachsen – muss das Nährmedium erst komplett durchdringen. Dazu müsst ihr die Kultur immer feucht halten. Nach einiger Zeit entwickeln sich kleine weiße Knötchen. Das sind die kleinen Fruchtkörper der Pilze – ein gutes Zeichen, dass ihr in ein paar Wochen leckere Pilze ernten könnt. Das passiert, wie in freier Wildbahn, indem ihr den Pilz vorsichtig dreht und dadurch aus der Erde befreit. 

Pilze züchten auf Kaffeesatz

Pilzsorten wie Kräuterseitlinge, Limonenpilze oder Pioppino mögen Kaffee. Wenn bei euch also regelmäßig Kaffeesatz übrig bleibt, dann sammelt und trocknet ihr das Substrat am besten, um es später als Nährboden zu verwenden. Die Pilzkultur wird zerbröselt und dann sorgfältig unter den Kaffee gemischt. Mit der Pilzkultur wird meist auch ein kleines Töpfchen geliefert, in das das fertige Substrat gegeben wird. Mit einem ordentlichen Schluck Wasser gießen, damit alles gut durchgefeuchtet ist. Jetzt den Deckel drauf und warten. Regelmäßig prüfen, ob die Kaffee-Pilz-Mischung noch gut feucht ist. Nach ein paar Wochen wachsen die ersten Pilze. Mit einer Ladung Kaffeesatz könnt ihr etwa sechs Mal Pilze ernten. Danach sind die Nährstoffe, die die Pilze zum Wachsen brauchen, aufgebraucht. Die Myzel sind aber noch lange nicht müde. Wenn ihr das Substrat aus dem Topf in den Garten oder in einen größeren Topf mit Erde setzt, könnt ihr noch mehrere Male frische Pilze pflücken.

Pilze züchten auf Vorrat: So funktioniert´s

Wer Pilze züchtet, der braucht Geduld. Ihr müsst mit eurer Zucht also schon ein paar Wochen vor der leckeren Suppe oder dem nächsten Grillabend beginnen. Wenn die Pilze aber erstmal wachsen, dann sind es meist viele auf einmal und irgendwann kann man sie einfach nicht mehr riechen. Die gute Nachricht: Pilze kann man relativ einfach haltbar machen. Dazu erntet ihr die Pilze ab und schneidet sie in Scheiben. Die kommen dann auf ein Backblech und bei 50 °C und geöffneter Ofenklappe in den Backofen, bis die gesamte Feuchtigkeit draußen ist. Jetzt halten sie sich luftdicht verpackt mindestens zwei bis drei Jahre. Wenn ihr sie für ein Gericht verwenden wollt, dann legt ihr die gewünschte Menge einfach in eine Schüssel mit Wasser und lasst sie wieder aufweichen. Das Pilzwasser könnt ihr dann hinterher auch noch zum Kochen verwenden und zum Beispiel eine leckere Soße daraus zaubern.

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