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Gartenarbeit: Diese Gartenirrtümer halten sich

Der anbrechende Frühling lockt viele Menschen in den Garten. Jetzt steht Gartenarbeit auf dem Plan. Die jedoch ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Der eine oder andere Gärtner, der für seine Pflanzen nur das Beste will, schadet ihnen sogar. Gärtnermeister Ludwig Ried deckt verbreitete Gartenirrtümer auf und gibt hilfreiche Tipps für die Arbeit im Garten daheim.

20.05.2011 11:43 | 8:55 Min | © ProSieben nutzt Material von Reuters und APTN

Gartenirrtümer rund um den Boden

Raus in die Natur und erst mal den Garten aus dem Winterschlaf holen. Um die Erde zu lockern, greifen viele Naturliebhaber bei der Gartenarbeit zum Spaten. Doch halt: Mit dem Spaten umzugraben fordert viele Opfer. Der Boden steckt voller Mikroorganismen, die den Boden lockern und damit gleichzeitig fruchtbar machen. Beim Umgraben werden die Tiere nach oben geholt und sterben dann. Einer von vielen Experten-Tipps lautet daher: Nutzen Sie eine Grabgabel als Alternative zum Spaten, denn durch ihre Zinken bleiben die Erdschichten – samt Tierwelt – bestehen und die Erde wird trotzdem gelockert.

Möchten Sie im Gartenbeet junge Pflänzchen pflanzen, brauchen Sie extra gute Blumenerde. Ist das so? Nein, auch das ist ein Gartenirrtum. Es ist zwar gut gemeint, doch die gute Blumenerde ist meist voller Mineralstoffe, die die zarten, empfindlichen Wurzeln der jungen Pflanzen sogar verbrennen können. Normale Erde ohne Dünger, aber mit etwas Kompost vermengt, genügt für die Gartenarbeit völlig und ermutigt die Pflanzen dazu, kräftige Wurzeln zu bilden.

Verschiedene Pflanzen, verschiedene Bedürfnisse

Sobald sich die erste Frühlingssonne zeigt, sollen auch die Pflanzen, die im Haus überwintert haben, etwas von den warmen Strahlen haben. Doch dass der Wechsel den Pflanzen nichts ausmacht – das gehört ebenfalls auf die Liste der Gartenirrtümer. SAT.1 Experte Ludwig Ried erklärt: Auch Pflanzen können einen Sonnenbrand bekommen. Also bitte einen Gang zurückschalten bei der Gartenarbeit. Damit sich die Pflanzen langsam an die Bedingungen im Freien gewöhnen können, sollten sie zunächst zwei Wochen an einem schattigen Platz ohne volle Mittagssonne stehen.

Auch Gießen will gelernt sein. Dabei ist Pflanze nicht gleich Pflanze.
Auch Gießen will gelernt sein. Dabei ist Pflanze nicht gleich Pflanze. © Halfpoint - Fotolia

Damit die Pflanzen nicht nur im Frühjahr gedeihen, brauchen sie viiieeel Wasser, oder? Weit gefehlt. Zu viel Wasser kann gerade frisch gepflanzten Exemplaren nämlich schaden. Sie können bei zu großer Feuchtigkeit im Boden keine Wurzeln bilden. Einer der Tipps des Gärtnermeisters daher: besonders Jungpflanzen in den ersten Wochen eher sparsam gießen, denn kräftige Wurzeln bilden sich erst, wenn sich diese im Boden auf die Suche nach Wasser begeben. Tomaten, Paprika, Gurken und Salat bilden jedoch die Ausnahme und freuen sich über tägliche Bewässerung.

Und auch nicht alle Kräuter haben dieselben Bedürfnisse. Kräuter aus dem Süden wie Rosmarin und Salbei mögen es sonnig und trocken, Petersilie und Schnittlauch hingegen sonnig bis halbschattig und feucht, aber die Säure des Schnittlauchs schadet der Petersilie. Bärlauch und Waldmeister bevorzugen einen schattigen Ort mit feuchter Erde. Also geben Sie jedem Kraut sein richtiges Plätzchen.

Weitere Tipps für die Gartenarbeit: Kompost und Rechtliches

Selbst umgesetzter Kompost ist eine Wohltat für den Garten. Doch aufgepasst: Nicht alle organischen Abfälle dürfen automatisch in die grüne Box. Fleischreste – selbst Knochen –, Reste eines angemachten Salates und gekochte Kartoffelschalen sind ein Festschmaus für Ratten und andere Aasfresser. Wenn Sie auf diese Biester als Gesellschaft bei der Gartenarbeit verzichten möchten, befolgen Sie diese Tipps: Nur Pflanzenabfälle, Rasenschnitt und Küchenabfälle wie Kaffeesatz und Eierschalen kommen auf den Kompost.

Und der letzte der beliebten Gartenirrtümer kann sogar rechtliche Konsequenzen haben. Wer sich nämlich im Recht glaubt, wenn er die lästigen, auf das eigene Grundstück überhängenden Äste aus dem Nachbarsgarten abschneidet, irrt. Auch wenn sich das Gestrüpp breit macht, bleibt die Hecke Eigentum des Nachbarn. Zwei Tipps: Finger weg oder fragen!

Fazit: Bei der Gartenarbeit können vor allem Junggärtner einigen Irrtümern unterliegen. Gerade wer es besonders gut meint, kann seinen Pflanzen dadurch schaden. Also lieber erst ein paar Infos einholen und dann loslegen.

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