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Hecke schneiden: Alles zu Form- und Verjüngungsschnitt

Schnipp, schnapp, Hecke ab! So lautet die Devise mindestens einmal im Jahr für alle Besitzer von Garten und Hecke. Schneiden bedeutet dabei: verjüngen oder in Form bringen. Wann ein Form- und wann ein Verjüngungsschnitt am besten sind und was Sie beim Schneiden von Blüten-Hecken besonders beachten sollten, verrät SAT.1 Gartenexperte Walter Löffler.

22.10.2012 00:00 | 7:09 Min |

Hecke richtig schneiden: Darauf sollten Sie achten

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In der Brutzeit von März bis September sind radikale Verjüngungsschnitte nicht erlaubt. Denn in dieser Zeit suchen Vögel Schutz in der Hecke, um zu brüten. © d_e_r_i_c - Fotolia

Ob Ligusterhecke, Eibenhecke, Wildhecke oder Thuja – Hecken sind ein toller Sichtschutz, denn an ihnen kommen neugierige Blicke nicht vorbei. Anders als Gartenzaun und Natursteinmauer sind sie außerdem schön dicht und machen den Garten so zu einer eigenen grünen Welt. Voraussetzung: ein regelmäßiger Schnitt. Beachten Sie dabei, dass eine radikale Verjüngung des Sichtschutzes von März bis Ende September jedoch verboten ist, da dann Vögel ihre Brutzeit haben und womöglich in der Gartenhecke nisten.

Hecke regelmäßig zurückschneiden

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Einfache Rückschnitte sind auch im Frühjahr und Sommer kein Problem. Am besten kümmern Sie sich um die Frisur Ihrer Hecke einmal zu Beginn der Gartensaison und dann nochmal im Sommer. © Marina Lohrbach - Fotolia

Rückschnitte hingegen sind erlaubt. Am besten nehmen Sie sich diese zweimal pro Jahr vor, im Frühjahr und im Sommer. Tipp: Schneiden Sie Ihre Hecke im Frühling, wenn die Gartensaison beginnt, und düngen Sie sie, damit neue Triebe entstehen. Im August ist dann ein weiterer Schnitt notwendig, um die Hecke wieder in Form zu bringen. Nach August sollten die Sträucher hingegen nicht mehr geschnitten werden, denn dann reift der neue Austrieb womöglich nicht mehr aus, bis es kalt wird. Die Folge: Frostschäden. Im Herbst und im Winter also lieber Finger weg von der Heckenschere.

Hecke schneiden: Unbedingt das Wetter berücksichtigen

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Unten etwas breiter als oben - so sieht der ideale Formschnitt aus. © runzelkorn - Fotolia

Wie beim Blumengießen gibt es auch fürs Heckeschneiden Empfehlungen in puncto optimale Zeit. Am besten eignen sich Tage, an denen der Himmel bedeckt ist. Warum? Frisch geschnittene Sträucher bekommen schnell einen Sonnenbrand – ähnlich wie Pflanzen, die im Haus überwintert haben und im Frühjahr auf die Terrasse gestellt werden. Was die Form, Höhe und Breite betrifft, ist jeder Gartenbesitzer natürlich frei in seiner Gestaltung. Am besten für optimalen Heckenwuchs ist jedoch ein Schnitt in Trapezform. Da die Hecke oben schmaler als unten ist, bekommen so auch die unteren Triebe ausreichend Licht.

Forsythia-Hecke schneiden, aber wie: Tipps für den Blüten-Sichtschutz

Damit die Forsythia-Hecke nicht aus der Form gerät, sollte sie alle zwei bis drei Jahre geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden der Hecke ist im späten Frühjahr beziehungsweise im frühen Sommer, wenn die gelben Blüten der Forsythia verblüht sind.

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Forsythia-Hecken sehen hübsch aus. Damit das aber auch so bleibt, brauchen diese alle paar Jahre einen Verjüngungsschnitt. Dabei ganz wichtig: oben schön auslichten. © pixabay

Tipp vom Experten: Damit die Hecke insgesamt schön dicht wächst, sollte sie immer in Bodennähe geschnitten werden. Wird die Hecke nur von oben abgeschnitten, verdichten sich die Äste zu einem Dach und nehmen den unteren Trieben das Sonnenlicht. Die Folge: Die Hecke wächst oben dicht, verzweigt sich in der Mitte stark und wird schließlich zum Boden hin immer kahler. Auch die Blütenfülle lässt mit zunehmendem Alter mehr und mehr nach.

Damit das nicht passiert, der Blüten-Hecke am besten alle zwei bis drei Jahre einen Verjüngungsschnitt verpassen. Aber denken Sie an die Brutzeit der Vögel. Ideale Zeit: kurz vor der Blüte im zeitigen Frühjahr.

Hecke richtig schneiden: Verjüngungsschnitt

Für den sogenannten Verjüngungsschnitt wird die Hecke fachmännisch und radikal ausgelichtet, sodass die einzelnen Zweige wieder mehr Licht und Luft bekommen. Dafür brauchen Sie eine scharfe Hand- und eine Astsäge sowie eine ganz normale Gartenschere. Beim Verjüngungsschnitt der Hecke schneiden Sie alle kräftigen Triebe der Hecke – bis auf vier, fünf Stück – wenige Zentimeter über dem Boden mit der Handsäge gerade ab. Junge, dünne Triebe bleiben stehen.

Die Pflanzenreste, die beim Heckenschnitt angefallen sind, können Sie am Wertstoffhof entsorgen oder mit einem Häcksler zerkleinern und als Pflanzendünger unter die Sträucher geben. Einen Häcksler können Sie ab etwa 40 Euro pro Tag im Baumarkt ausleihen.

Fazit: Heckenpflanzen schneiden – einmal im Jahr ein Muss für Gartenbesitzer. Doch wann ist die richtige Zeit dafür? Von März bis September müssen Sie sich laut Gesetz an den Vogelschutz halten – ein Verjüngungsschnitt ist dann nicht drin. Da sich im Oktober meist schon der Winter ankündigt, ist die beste Zeit dafür das Frühjahr.

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