Teilen
Merken
Wohnen & Garten

Japanischer Garten: Anlegen, meditieren, entspannen

07.12.2012 • 17:15

Entspannung pur: Aus einem tristen Stück Rasen wird im Handumdrehen ein japanischer Garten. Wie Sie sich eine solche Idylle selbst erschaffen können, verrät Gartenexperte Walter Löffler im SAT.1 Ratgeber. Nur so viel vorweg: Hauptsache, Sie behalten das Ziel der Gartengestaltung im Auge, nämlich Harmonie und Entspannung.

Der japanische Gartenbau und seine Wurzeln

Der japanische Gartenbau kommt – klar – aus Japan, möchte man meinen. Falsch gedacht, denn erst durch einen Koreaner kam dieser im 7. Jahrhundert ins Land der aufgehenden Sonne. Und dabei handelt es sich keineswegs nur um eine hübsche Gartengestaltung, sondern um eine echte Philosophie, die unterschiedlichen Prinzipien folgt, dem Ying Yang, Zen oder dem Taoismus.

Mittlerweile sind japanische Gärten – mit ihrer klaren Struktur, den exotischen Elementen wie Pagode und Brücke sowie ihrer meditativen Aura – auf der ganzen Welt beliebt, auch in Deutschland. Haben Sie beispielsweise gewusst, dass es hierzulande bereits weit mehr als 30 öffentliche Gärten im Japan-Style gibt?

Japanischer Garten: Oase der Ruhe und Entspannung

Ein japanischer Garten steht vor allem für Ruhe, Stille und meditative Entspannung. Wer sich solch eine Ruhe-Oase vor seinem Haus selbst erschaffen möchte, braucht dafür zunächst ein Thema und dann die entsprechenden Materialien. Zen, Shinto oder kaiserlich? Das entscheiden Sie allein.

Japanischer Garten: Pflanzen und Materialien

Ein Japanischer Garten legt sich nicht zwar von allein an, vieles ist dafür aber nicht vonnöten. Es genügen schon Kies, Gartenerde und ein paar typisch japanische Pflanzen. Und so wird's gemacht: Das wichtigste Element eines japanischen Gartens ist Kies. Etwa 1,2 Tonnen Rollkies benötigen Sie daher zum Anlegen eines etwa 15 Quadratmeter großen japanischen Gartens. Besonders günstig gibt es den in einer Kiesgrube: Eine Tonne Kies kostet hier etwa 13 Euro. Soll Ihr japanischer Garten etwas größer werden, planen Sie eine 20-Zentimeter-Kiesschicht in Ihre Planung mit ein.

Ein japanischer Garten kommt ohne Kirschbaum und ohne Teehaus aus, ohne Gartenerde und typisch japanische Pflanzen hingegen nicht. Besonders schön machen sich Bambus, Fächerahorn, Rhododendron und Azalee, die es schon für wenig Geld in jedem Gartencenter zu kaufen gibt.

Setzen Sie zunächst die Pflanzen in die Erde. Damit die wenigen Blumen optimal zur Geltung kommen, ist es wichtig, sich vorher den jeweiligen Standort der Pflanze im Zen-Garten gut zu überlegen. Diese müssen übrigens zweimal pro Jahr beschnitten und regelmäßig gedüngt werden.

Japanischen Garten anlegen – Kiesel für Kiesel

Sind alle Blumen gepflanzt, wird der Kies mit einer Harke auf dem Blumenbeet verteilt. Wer will, kann den Garten noch mit ein paar japanischen Skulpturen dekorieren. Achten Sie aber darauf, dass das fernöstliche Paradies nicht überfrachtet wirkt. Nun ist er fertig, der kunstvoll gestaltete japanische Garten im sogenannten Kare-san-sui-Stil.

Tipp: In den Kies lassen sich schöne Muster wie etwa Wellen harken. Das Betrachten und Harken der Kiesbetten wird von Zen-Mönchen übrigens zur Meditation genutzt und soll sehr entspannend wirken, fast wie Yoga. Versuchen Sie's doch auch einmal – zum Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag. Oder Sie stellen einfach eine Bank auf, setzen sich hin und genießen den schönen Blick auf Ihren selbst angelegten Garten.

Japanischer Garten: Welche Farben dominieren?

Auch große Steine (Suseiki genannt) sind typisch japanisch – ebenso wie Wasser, das beruhigt. Ein kleiner Gartenteich kann alle meditativen Elemente miteinander verbinden: Wasser, Steine und Pflanzen. Beachten Sie außerdem die Farbgestaltung des Gartens. Für gewöhnlich herrschen die Farben Rot und Grün vor. Weiße Blüten bilden dazu beispielsweise einen schönen Kontrast. Nicht zu toppen: eine japanische Kirsche, die im Frühjahr rosa blüht, das ist natürlich aber auch eine Platzfrage.