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Wohnen & Garten

Mit Kletterpflanzen kahle Stellen verschönern

22.10.2012 • 00:00

Kletterrosen, Blauregen, Trompetenblumen – all diese blühenden Schönheiten haben eines gemein: Sie gehören zu den Kletterpflanzen und verschönern den Garten nicht nur, sondern dienen ebenso als Sichtschutz. Welche Arten besonders gut geeignet sind, um kahle Wände oder Balkonstützen zu begrünen, erfahren Sie hier, im SAT.1 Ratgeber.

Kletterpflanzen-Arten: Die Selbstklimmer

Kletterpflanzen werden nach der jeweils bevorzugten Klettermethode in Selbstklimmer und Gerüstkletterpflanzen unterschieden. Wie der Name schon sagt, benötigen Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein keine Kletterhilfe, um Fassaden oder Mauern emporzuwachsen. Sie bilden Luft- oder sogenannte Haftwurzeln, mit denen sie sich an rauen Fassaden gut festhalten können. Allerdings lassen sie sich nur schwer wieder von Wänden entfernen und können sogar Schäden am Bauwerk verursachen.

Rankpflanzen: Ohne Hilfe klettern Sie nicht

Rank- oder Schlingpflanzen hingegen besitzen keine solchen Halteorgane. Sie gehören zu den sogenannten Gerüstkletterpflanzen und benötigen Kletterhilfen wie Klettergerüste oder Stäbe, an denen sie sich emporwinden können. Zum Begrünen von verputzten Wänden sind sie daher besser geeignet als Selbstklimmer.

Trompetenblumen: Die waghalsigen Kletterinnen

Wer es mit den selbstklimmenden Kletterern versuchen möchte, sollte die feurige Trompetenblume in Erwägung ziehen. Die im Fachjargon als Campsis bekannte Klettertrompete blüht je nach Sorte in fröhlichen Farben wie Rot, Gelb und Orange. Das Besondere: Die Südländerin gehört mit ihren Haftwurzeln zwar zu den Selbstklimmern, sie hat ihren Artgenossen jedoch etwas voraus: Ihr leicht windender Wuchs macht es möglich, dass sie stabile Rankgitter, Pergolen und Lauben problemlos hinaufklettert. Der Standort sollte jedoch gut ausgewählt werden: An einer windgeschützten, möglichst warmen Stelle in Südlage gedeiht diese Exotin am besten.

Gartentipp: Wenn nach den kalten Wintertagen einige Triebe erfroren sind, sollten Sie nicht nur Ihre Hecke schneiden, sondern auch einen Rückschnitt bei der Trompetenblume vornehmen. Sie erholt sich danach schnell wieder.

Kletterpflanzen zum Begrünen von Sichtschutzwänden

Geeignete Kletterpflanzen, um etwa Sichtschutzzäune zu begrünen, sind langsam wachsende und gut zu kontrollierende Rosenranken. Die überwuchern den Holzzaun nicht so stark wie der sich rasch ausbreitende Knöterich, unter dessen Last der Sichtschutz sogar zusammenbrechen kann. Einen optimalen Standort hat die Rosenranke, wenn sie etwa einen halben Meter vom Gartenzaun entfernt und an einem sonnigen Platz steht.

Alternativ macht sich auch der Blauregen als blumige Deko zum Verschönern von tristen Sichtschutzwänden gut. Er mag es ebenfalls warm und sonnig. Wer nur einen halbschattigen Platz als Standort für Kletterpflanzen zur Verfügung hat, ist mit der Clematis oder dem Geißblatt gut beraten.

Beliebte Rankhilfe: Rankgitter aus Holz

Kletterhilfen schön und gut, doch welche sind eigentlich für die Kletterpflanzen gut geeignet? Besonders beliebt sind Rankgitter aus Holz, die wie ein Zaun zwischen stabile Pfosten montiert werden. Zusammen mit Seilsystem aus Edelstahl sorgt das Grün an Pergolen und offenen Lauben für einen optimalen Sichtschutz.

Sie interessieren sich für eine mobile Lösung? Dann besorgen Sie sich Rankkästen und montieren Sie Rollen darunter. So können Sie Ihre Blütenwand auf der Terrasse verschieben, wohin Sie möchten und sind gleichzeitig vor den neugierigen Blicken des Nachbarn geschützt.

Kiwi: Der Exot unter den Kletterpflanzen

Efeu, Wilder Wein und Clematis sind öde und langweilig? Wie wäre es dann mit einer tropischen Kletterpflanze wie etwa der Kiwi zum Begrünen von tristen Balkonstützen? Entgegen der landläufigen Meinung gedeihen die grünen Früchte auch in unseren Breiten gut.

Beim Einpflanzen sollten Sie darauf achten, dass weibliche und männliche Kiwipflanzen nebeneinander stehen. Nur so können Sie später tatsächlich auch Früchte ernten. Als Rankhilfe für die Kletterpflanzen dient ein dünnes Bambusrohr, das an die Balkonstütze angelegt und mit Kabelbinder fixiert wird – hier können die Kiwis emporklettern. Damit die exotischen Kletterpflanzen auch den Winter gut überstehen, sollten sie mit Laub, Reisig oder ähnlichem Material vor Frost geschützt werden.