Wohnen & Garten

Obstbaumschnitt: So schneiden Sie Obstbäume richtig

07.12.2012 • 17:15

Leckere Früchte im Garten ernten nur die fleißigen Gärtner. Mit einem regelmäßigen Obstbaumschnitt können Sie sich über eine ertragreiche Ernte freuen. Doch wann müssen Sie Obstbäume schneiden – und vor allem wie? Der SAT.1 Ratgeber verrät’s.

Obstbäume schneiden: Pflege für Apfel, Kirsche, Pfirsich und Co.

Wer Obstbäume nicht regelmäßig zurückschneidet, verschenkt köstliche Früchte. Denn nur bei richtiger Pflege gibt’s Blüten und am Ende auch Obst. Wichtig beim Obstbaumschnitt ist aber nicht nur das Wie, sondern auch das Wann. SAT.1 Gartenexperte Walter Löffler erklärt die wichtigsten Grundregeln.

Der richtige Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt

Fürs Schneiden der Obstbäume gibt es keinen allgemeinen Zeitpunkt, der für alle Bäume gleichermaßen gilt. Kirschbäume zum Beispiel sollten am besten im späten Sommer, gleich nach der Ernte, geschnitten werden. Wer der Kirsche hingegen im Frühjahr mit der Schere zu Leibe rückt, riskiert, dass der Baum ‚ausblutet‘. Apfelbäume wiederum können von Januar bis März gekürzt werden, Birne und Pflaume sollten Sie erst ab März zurückschneiden. Und die beste Zeit, um Aprikosen- und Pfirsichbäume zu schneiden, ist kurz vor dem Knospenaufbruch im April/Mai.

Obstbaumschnitt: Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Ganz wichtig beim Obstbaumschnitt: die richtigen Triebe abschneiden. © alho007 - Fotolia

Senkrecht wachsende Wassertriebe, die keine Blütenknospen tragen, müssen entfernt werden, da sie dem Baum wichtige Energie rauben, die ihm für die Ausbildung der Früchte fehlt. Damit die Wassertriebe später am Ast nicht erneut austreiben, sollten Sie diese direkt an der Ansatzstelle abschneiden.

Beim Schneiden des Fruchtholzes gilt: Achten Sie stets darauf, dass der letzte Trieb waagerecht nach außen zeigt, denn nur waagerechte Zweige tragen Früchte. Der Ast selbst, auf dem die kleinen Zweige mit den Blütenknospen sitzen, wird ebenfalls gekürzt, damit er auch stark genug ist, um später die Äpfel zu tragen.

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Mit der Astschere können Sie dickere Äste kürzen. © alho007 - Fotolia

Größere Äste, die darunter liegendem Fruchtholz möglicherweise das Licht nehmen, werden in zwei Schritten entfernt: Kürzen Sie zunächst den Ast auf eine Länge von etwa 40 Zentimetern. Erst im zweiten Schritt sägen Sie den Aststummel schließlich nah am Astring und gerade ab – so verhindern Sie, dass die Rinde des Baumes einreißt und Pilze eindringen.

Wunden versiegeln – ja oder nein?

Nach einem Obstbaumschnitt fragen sich viele Gärtner, ob sie die Wunde wieder verschließen sollten. Spezielle Wundschutzmittel sollen verhindern, dass über die Schnittstellen Keime in den Baum eindringen. Heute sind viele Experten jedoch anderer Meinung. So können die Wundschutzmittel sogar Gegenteiliges bewirken. Werden diese rissig oder blättern ab, dringt womöglich Wasser in die Wunde ein und es kommt zum Pilzbefall.

‚Der Natur ihren Lauf lassen‘ lautet daher das Motto. Bäume können sich gut selbst heilen. Dabei hilft ihnen der sogenannte Kallus, ein natürliches Wundgewebe, das die Wunde verschließt. Gut für Sie, denn Sie müssen nicht selbst Hand anlegen und können sich entspannt zurücklehnen.

Regelmäßig die Obstbäume schneiden – der Verjüngungsschnitt

‚Einmal und nie wieder‘? Nicht beim Obstbaumschnitt! Wenn Sie über viele Jahre eine ertragreiche Ernte erzielen möchten, sollten Sie immer wieder mal Ihre Obstbäume schneiden. Nach längerer Scherenabstinenz neigen die Bäume nämlich oftmals zur vorzeitigen Alterung und was altert, bildet weniger neue Triebe aus. Lassen Sie sich von guten Fruchterträgen in dieser Zeit nicht täuschen, denn die Früchte werden auf Dauer immer kleiner. Die guten Früchte wachsen – bedingt durch den fehlenden Obstbaumschnitt – nur noch in den oberen Bereichen der Baumkrone, die für Sie schwer erreichbar sind.

Darüber hinaus nehmen Blatt- und Holzkrankheiten in zu dichten und von oben überladenen Obstbaumkronen zu. Auch Gartenschädlinge breiten sich in nicht geschnittenen Bäumen gerne mal aus. Ist die Vergreisung noch nicht zu weit fortgeschritten, können Sie dieser durch einen kräftigen Verjüngungsschnitt entgegenwirken, um die Neutriebbildung wieder anzuregen. Im Video wird alles noch einmal ganz anschaulich erklärt.

Noch mehr Gartentipps, etwa wie Sie ein Frühbeet selber bauen oder ein Gemüsebeet anlegen, erhalten Sie in den SAT.1 Ratgebern.