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Wohnen & Garten

Pfusch am Bau: Was Sie tun können

22.10.2012 • 00:00

Gravierende Baumängel sind nicht selten das Resultat, wenn eine Baufirma am Werk war. Wie Sie bei Pfusch am Bau vorgehen sollten und diesem vorbeugen, erfahren Sie hier.

Häufiger Mangel: schlechte Wärmedämmung

Bis zu 90 Prozent der Dachbauten sind mangelhaft, schätzt der Experte – vor allem was die Wärmedämmung angeht. Eine schlechte Isolierung führt nicht nur zu Wärmeverlust, sondern kann auch gefährlich für die Gesundheit werden. Dringt kalte Außenluft durch kleine Ritzen in der Wärmedämmung ein und trifft auf warme Raumluft, kommt es an diesen Stellen zu Feuchtigkeitsbildung, wodurch wiederum Schimmel an der Wand entstehen kann. Sind die Wände allerdings erst einmal verputzt, wird der Mangel oftmals über viele Jahre hinweg nicht bemerkt. Eine Nachbesserung ist dann teuer, da die Schäden bereits verbaut und nicht mehr so leicht zugänglich sind. Auch die Verjährungsfrist gilt es im Auge zu behalten: Im schlimmsten Fall können Gewährleistungsfristen ausgelaufen sein oder die Baufirma existiert schlicht und ergreifend nicht mehr.

Bei Pfusch am Bau rechtzeitig Fachmann zu Rate ziehen

Um möglichen Pfusch am Bau früh genug zu erkennen, empfiehlt Queißer daher, den Bauvorgang ständig zu kontrollieren und rechtzeitig einen Fachmann zu Rate zu ziehen – spätestens aber bei Abnahme der Immobilie. Gutachter wie Wolfgang Queißer vom Verband Privater Bauherren verfügen nicht nur über ein geschultes Auge, sondern sind zudem mit technischem Spezialgerät ausgestattet, um Baumängel sicher zu erkennen und notfalls auch vor Gericht zu belegen.

Damit es erst gar nicht zum Pfusch am Bau kommt, sollten sich Bauherren besser noch während des Bauvorgangs mehrmals vor Ort mit einem Fachmann treffen, der mögliche Schäden aufdecken kann und beim Abnahmetermin ins Protokoll aufnimmt. Das Protokoll klärt Umfang und Art der Mängel und regelt, bis wann diese vom Bauunternehmer nachzubessern sind. Erst wenn alles in Ordnung ist, sollte die Immobilie abgenommen und die letzte Rate der Kosten beglichen werden. Bei gravierenden Baufehlern kann und sollte die Abnahme verweigert werden. Tut man dies nicht, verzichtet man damit gleichsam auf das Recht zur Nachbesserung und kann gegen die Baufirma dann höchstens noch auf Schadenersatz klagen.

Pfusch am Bau vorbeugen

Durch detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibungen lässt sich dem Pfusch am Bau oftmals vorbeugen. Je genauer bereits im Vorfeld vertraglich festgelegt wird, was gemacht und welches Material verwendet werden soll, desto weniger kann beim Bau später schiefgehen und desto weniger Anlass gibt es später auch etwas zu beanstanden oder teuer und aufwendig nachbessern zu lassen.