Teilen
Merken
Wohnen & Garten

Balkonmarkisen anbringen: Wann erlaubt, wann nicht?

27.05.2013 • 10:00

Die Sonne lacht und sorgt für gute Laune. Wenn’s zu heiß wird, bieten Balkonmarkisen einen guten Sonnenschutz. Doch ohne Bohren geht das nicht immer. Dürfen Sie diese auch mit Bohrer eigenständig anbringen oder müssen Sie erst den Vermieter um Erlaubnis fragen? Richter Alexander Hold klärt auf.

Balkonmarkisen anbringen – immer erlaubt?

Bevor Balkonmarkisen angebracht werden können, müssen Vermieter oder Hauseige...
Bevor Balkonmarkisen angebracht werden können, müssen Vermieter oder Hauseigentümer zustimmen. Schließlich verändert sich das äußere Erscheinungsbild des Hauses. © bluedesign - Fotolia

Der Frühling ist da und damit die Sonnenstrahlen. Wer einen Südbalkon besitzt, hält es an besonders warmen Tagen kaum auf der Brutzel-Plattform aus. Sonnensegel kommen nicht infrage, denn hierfür braucht es viel Platz. Die Lösung: Balkonmarkisen. Doch bevor Sie den Sonnenschutz anbringen, sollten Sie das Vorhaben erst einmal mit Ihrem Vermieter absprechen. Juristisch betrachtet ist eine Markise eine bauliche Veränderung und so brauchen Sie als Mieter die Erlaubnis Ihres Vermieters. Doch auch wenn Sie diese am Balkon Ihrer Eigentumswohnung anbringen möchten, dürfen Sie nicht einfach loslegen, sondern müssen sich zunächst die Erlaubnis bei der Eigentümerversammlung einholen.

Gründe für eine Ablehnung

Ob der Vermieter die Markise genehmigt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ist im Mietvertrag bereits verankert, dass Balkonmarkisen verboten sind, müssen Sie sich auch daran halten. Ein anderer Grund für eine Ablehnung kann sein, dass das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändert wird. Ein Veto gegen die Anbringung von Markisen ist zudem aus folgendem Grund denkbar: Die Dübelbohrungen bringen die Gefahr mit sich, dass Feuchtigkeit in die Betondecke eindringt.

Recht auf Gleichbehandlung

So viel zu den Ablehnungsgründen. Doch das Mietrecht kann auch auf Ihrer Seite stehen: Nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung muss Ihr Vermieter das Anbringen einer Markise genehmigen, wenn er wiederholt vergleichbare Exemplare an den Balkonen des Hauses geduldet hat.

Einfacher ist es mit einfachen Sichtschutz-Elementen, die ohne Bohren auskommen und die jederzeit wieder entfernt werden können. Apropos Sichtschutz – Fabrikate aus Holz oder anderen Materialien sind dafür ebenso geeignet wie immergrüne, winterharte Balkonpflanzen. Wie Sie einen Sichtschutz selber bauen können, verrät der SAT.1 Ratgeber.

Balkonmarkisen: Modelle und Preise

Markisen sind in der Anbringung nicht ohne. Bohren müssen Sie allerdings nich...
Markisen sind in der Anbringung nicht ohne. Bohren müssen Sie allerdings nicht immer. Die Montage einer Klemmmarkise beispielsweise ist ganz einfach. © HappyAlex - Fotolia

Sie haben das Go und dürfen eine Markise auf dem Balkon anbringen? Dann bleibt nur noch die Frage, welche die Richtige ist. Eine Klemmmarkise ist einfach zu montieren, ganz ohne Bohren und Dübeln. Sehr komfortabel ist die Handhabung allerdings nicht, denn die meisten Modelle haben eine Handkurbel. Eine Seilspannmarkise kommt für den Balkon eher nicht infrage, denn sie ist nicht wasserdicht und für Mietbalkone auch in Sachen Montage problematisch. Ein Sonnenschutz mit Gelenkarmen ist zwar etwas größer, dafür aber sehr stabil. Ob sich diese Markise eignet, hängt letztlich von der Größe Ihres Balkons ab.

Wer eine Markise günstig kaufen möchte, kann sich online oder im Fachhandel vor Ort umschauen. Bei einem Klemm-Modell sind Sie schon ab etwa 40 Euro dabei – eine lange Haltbarkeit der Markisenstoffe und eine exklusive Optik dürfen Sie dann aber nicht erwarten. Solider wird’s ab 100 Euro. Eine Gelenkarmmarkise, die nicht ohne Bohren auskommt, kostet ab 200 Euro aufwärts, durchschnittlich aber rund 400 Euro. Ob Ihnen ein solider Sonnenschutz den Preis wert ist, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Wenn Sie allerdings nicht vorhaben, nächstes Jahr wieder auszuziehen, kann sich die Investition durchaus lohnen.