AKTE

Rückblick auf 20 Jahre TV-Geschichte mit Ulrich Meyer

„Einfach immer weiter!“ - Ulrich Meyer im Interview - Teil 2

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Ulrich Meyer

Gab es das verflixte siebte Jahr oder außergewöhnliche "Szenen einer Ehe"?

Wir hatten das verflixte vierte Jahr. Da ging leider meine Karriere als Talkmaster zu Ende, weil SAT.1 sich von den "Menschen hinter den Schlagzeilen" verabschiedete. Quoten und Werbeausbuchung waren nicht mehr so wie erhofft. Aber wir fanden gleich etwas Neues, was unsere Beziehung stabilisierte und einen neuen Sinn gab. Eben die ‚akte‘. Wir haben übrigens jährlich unser Eheversprechen erneuert, um in Ihrem Bild zu bleiben. Produktionsverträge laufen nämlich immer nur ein Jahr...

Blicken wir zurück: Im April 1992 waren Sie zum ersten Mal mit "Einspruch" in SAT.1 zu sehen. Was ist Ihnen von Ihrer ersten Sendung in Erinnerung geblieben?

Ich fühle heute noch die Last auf meinen Schultern, als ich zum ersten Mal live durch diesen Auftrittsgang kam, meine Begrüßung sprach – und so platt war, wie nie zuvor in meinem Leben. Wir haben die Sendung, die dazugehörige Produktionsfirma mit allem Drum und Dran innerhalb von nur 100 Tagen aus dem Boden gestampft. Und diese traumhaft rohe Industrie-Kulisse saniert – so entstand damals in einem alten Kesselhaus in Berlin "die Sendung mit der Wand".

"Krawall-TV", "Brüllfernsehen" – für Kritiker waren diese Formate ein gefundenes Fressen. Wie beurteilen Sie Ihre erste SAT.1-Sendung aus heutiger Sicht?

Nach der ersten Sendung brauchen Sie keinen Kritiker, um zu wissen, wo Sie stehen. Alles begann ja mit einem Tonausfall, steigerte sich mit einer widerspenstigen Bundesministerin und gipfelte anderntags in einer nicht so himmelstürmenden Quote. Aber das sollte sich ändern! Außerdem: Wir fanden, dass es bei "Talk im Turm" und dem verehrten Erich Böhme oft lauter zuging als bei uns. Da hören Kritiker oft nicht so genau hin.

Sie waren Talkshow-Moderator, Nachrichtensprecher und führen seit 1995 erfolgreich durch Ihr Reportermagazin "akte". Was ist Ihr persönliches Highlight in 20 Jahren bei SAT.1?

Ich habe es im Lauf der Jahre richtig genießen gelernt: Ich bin nämlich mit Leib und Seele Produzent! Also rundherum verantwortlich für die Sendungen, die ich präsentiere und etliche andere auch noch. Das bedeutet: Meine Redaktion macht die komplette Arbeit von der Idee über die Produktion bis zur Beantwortung der Zuschauerreaktionen. Und ich konzentriere mich bei jeder Sendung auf die Optimierung bis ins Detail.

Weiterlesen: Teil 3 - Was erwartet uns in den nächsten 20 Jahren Ulrich Meyer?

Bildergalerie: 20 Jahre Ulrich Meyer

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