AKTE

Rückblick auf 20 Jahre TV-Geschichte mit Ulrich Meyer

„Einfach immer weiter!“ - Ulrich Meyer im Interview - Teil 3

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Ulrich Meyer und Brigitte Nielsen

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?

Sie denken jetzt bestimmt an "Kokain im Reichstag", was eine totale Überraschung und ein völliger Zufallsfund war. Nein, der wahre Ritterschlag, der uns alle stolz macht, sieht anders aus. Wenn uns nämlich unsere Zuschauer schreiben, sie hätten in ihrem verzweifelten Kampf mit ihrer Krankenkasse, ihrem Telefonanbieter oder wie auch immer nur gedroht, sie wollten an die "akte" schreiben oder an "Ulrich Meyer" – und schon löste die Sache sich von selbst. Eine Marke geworden zu sein, für die Zuschauer eine klare Kennung zu haben – das kriegen Sie nicht als Sternschnuppe hin, sondern nur mit jahrelanger zuverlässiger und glaubwürdiger Arbeit.

Worauf hätten Sie im Nachhinein verzichten können?

Ach, wenn in den Livetalks ein Thema nicht lief, da habe ich, Sternzeichen Steinbock, der ich bin, es immer noch mit dem Kopf durch die Wand versucht, gekämpft und verkrampft und bin dabei auch übers Ziel hinausgeschossen. Musste nicht sein.

Wie hat sich das deutsche Privatfernsehen in den letzten 20 Jahren aus Ihrer Sicht verändert?

Das Fernsehen reagiert idealerweise auf seine Zuschauer. Und deren Wandel, deren "mediale Professionalisierung" ist die eigentliche Sensation. Viele, die sich an uns wenden, verstehen das Medium und wissen es für sich zu nutzen. Und wie sie mit unserer Hilfe Druck machen können.

Quo vadis, Privatfernsehen?

Alle Kritiker befürchteten ja, dass alles immer noch schneller, greller, lauter wird. Da hat schon die Vergangenheit bewiesen, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht auf dem TV-Bildschirm wahr werden, sondern auf dem Computerbildschirm, wenn Sie ins Internet gehen. Für mich als Journalist ist ausgemachte Sache: Die TV-Sender tun gut daran, ihre Zuschauer ernst zu nehmen, sie als die wahre Konstante in einem auch finanziell sehr bewegten Umfeld zu verstehen – und sich für sie und für ihre Nöte mit Engagement zu schlagen.

Was erwartet uns von Ulrich Meyer in den kommenden 20 Jahren?

Sie werden staunen. Aber erst einmal folge ich der Maxime des bayerischen Philosophen und Fußballtitanen Olli Kahn, der da sagt: „Einfach immer weiter!“

Bildergalerie: 20 Jahre Ulrich Meyer

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